Die Franco-Diktatur: Nationalkatholizismus und Staatsaufbau
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Nationalkatholizismus und die Rolle der Kirche
Die katholische Kirche unterstützte Franco zu Beginn des Bürgerkriegs. Die konservative katholische Kirche war die ideologische Quelle, die Franco legitimierte. Die katholische Moral wurde in Bezug auf die Art der Kleidung, die Ehe und das Bildungswesen aufgezwungen.
Die Anhänger unterteilten sich in zwei Gruppen: Die traditionalistischen Katholiken wurden ab 1957 durch Mitglieder des Opus Dei ersetzt. Diese besetzten die Ministerien für Bildung und Äußeres. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) begann ein Teil der Hierarchie und des Klerus, sich vom Regime zu distanzieren.
Die Monarchisten und ihre Strömungen
Die Monarchisten waren in zwei Tendenzen unterteilt: die Traditionalisten (Carlisten) und die Anhänger von Don Juan (Juanisten). Die Carlisten waren stets im Ministerrat vertreten und besetzten wichtige öffentliche Ämter.
Das Verhältnis zu den Anhängern von Don Juan war schwierig, besonders nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Manifest von Lausanne, in dem sich Don Juan als Befürworter der Demokratie zeigte.
Institutionalisierung und Organisation des Staates
Die Diktatur versuchte, durch die Verkündung der Grundgesetze (Leyes Fundamentales) ein Bild der Legalität zu vermitteln:
- Arbeitsgesetz (1938): Es regelte die Arbeitsbeziehungen, verbot das Streikrecht und legte die Grundlagen für die vertikalen Gewerkschaften.
- Gesetz über die Cortes (1942): Es schuf ein Parlament aus 424 Abgeordneten (Procuradores), bestehend aus Ministern, Präsidenten und Bürgermeistern. Es übte keine echte gesetzgebende Gewalt aus und kontrollierte die Regierung nicht.
- Spanische Charta (1945): Eine Erklärung der Rechte und Pflichten der Bürger.
- Gesetz über die Volksabstimmung (1945): Es ermöglichte es, Bereiche, die das Staatsoberhaupt für angemessen hielt, einer Volksabstimmung zu unterziehen.
- Nachfolgegesetz (1947): Spanien wurde als katholisches Reich definiert. Franco wurde als Staatsoberhaupt auf Lebenszeit bestätigt und erhielt die Macht, einen Nachfolger zu wählen.
- Gesetz über die Grundsätze der Nationalen Bewegung (1958): Es bekräftigte, dass die Teilnahme am politischen Leben nur über Familie, Gemeinde und Gewerkschaft möglich sei. Die FET y de las JONS wurde durch den neutraleren Begriff „Bewegung“ (Movimiento) ersetzt.
- Organisches Staatsgesetz (1966): Spanien wurde als katholisches Reich definiert, das durch eine „organische Demokratie“ regiert wird.
Staatliche Institutionen und Machtkonzentration
Zu den ersten Maßnahmen des Diktators gehörte der Rückbau der gesamten republikanischen Institutionen: die Abschaffung der Verfassung von 1931, das Verbot von Parteien und Gewerkschaften sowie die Aufhebung der Autonomiestatuten und die Unterdrückung regionaler Identitätsmerkmale (Sprache, Flagge etc.).
Franco vereinte alle Macht auf sich: Er war Staatsoberhaupt, Regierungschef, Inhaber der gesetzgebenden Gewalt in dringenden Fällen, Kontrolleur der Justiz, höchste Autorität der Armee und Leiter der Einheitspartei FET y de las JONS. „Generalissimus“ und „Caudillo“ (Führer) waren seine Titel. In jeder Provinz ernannte er einen zivilen und einen militärischen Gouverneur.