Franco-Regime: Autarkie und wirtschaftlicher Wandel

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Sozio-ökonomische Entwicklungen unter Franco

Die Achsen der Autarkie

Das Franco-Regime verfolgte eine Wirtschaftspolitik der Autarkie. Ziel war es, den Staat militärisch und politisch zu stärken, indem er wirtschaftlich autark wurde. Am Ende der militärischen Auseinandersetzungen war die Wirtschaft zerrüttet. Die landwirtschaftliche und industrielle Produktion war viel geringer als im Jahr 1935, die Gold- und Devisenreserven waren verschwunden und das Verkehrsnetz war schwer beschädigt. Die Regelung zielte darauf ab, eine Politik der wirtschaftlichen Selbstisolation von außen zu erreichen und das liberale Wirtschaftssystem durch ein interventionistisches System zu ersetzen, das der Staat zur Industrialisierung des Landes umsetzte. Die Autarkie hatte drei Hauptbereiche:

  • Die erste Achse war die Regulierung der außenwirtschaftlichen Beziehungen. Importe und Exporte wurden vollständig kontrolliert.
  • Die zweite Achse war die industrielle Entwicklung, die sich an Aktivitäten von strategischem Interesse orientierte, um eine ausreichende Leistung im Zustand der militärischen und politischen Unabhängigkeit zu gewährleisten. Im Jahre 1941 wurde das National Institute of Industry (INI) gegründet, ein Konglomerat aus öffentlichen Unternehmen.
  • Die dritte Achse betraf den Agrarsektor, in den der Staat tiefgreifend intervenierte. Der Nationale Weizendienst diktierte die Preise und die Weizenernte. Dies wurde auf andere landwirtschaftliche Erzeugnisse ausgeweitet. Das Ergebnis waren Engpässe. So wurden Lebensmittelkarten eingeführt, um die Verteilung von Grundnahrungsmitteln zu organisieren. Die Festsetzung der Preise unter dem Marktwert führte zur Entstehung des Schwarzmarktes (Estraperlo).

Erste Schritte der wirtschaftlichen Liberalisierung

Zwischen 1950 und 1952 erhielt Spanien US-Kredite für den Erwerb landwirtschaftlicher Erzeugnisse, Rohstoffe und industrieller Ausrüstung, wobei die Hilfe durch Vereinbarungen erweitert wurde. Seit den frühen fünfziger Jahren wurden erste befreiende Maßnahmen eingeführt, wodurch staatliche Interventionen und der Protektionismus entscheidend reduziert wurden. Im Jahr 1952 wurden die Lebensmittelkarten abgeschafft. In der Industrie initiierte die Regierung den Ausbau mit starken Unterstützungsmaßnahmen und staatlichen Investitionen. Die Autarkie hatte nicht funktioniert.

Der entscheidende Wandel kam durch die neue Regierung im Jahr 1957, in der Mitglieder des Opus Dei Einzug hielten und ein Team von Technokraten bildeten. Dieses Kabinett beendete die wirtschaftliche Autokratie und begründete den Stabilisierungsplan. Dieser ermöglichte ein spektakuläres wirtschaftliches Wachstum und führte zur Eingliederung Spaniens in die Gruppe der Industrieländer der Welt.

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