Die Französische Revolution und die Ära Napoleons

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Der Beginn der Revolution

Die Generalstände traten im Mai 1789 unter dem Vorsitz von König Ludwig XVI. zusammen. Sie bestanden aus Vertretern des Adels, des Klerus und des Dritten Standes. Da die anderen Stände Reformen ablehnten, rief der Dritte Stand die Nationalversammlung aus und verpflichtete sich, eine Verfassung auszuarbeiten.

Das Ende des Ancien Régime

Das Volk von Paris unterstützte den Dritten Stand. Der Beginn der Französischen Revolution wurde am 14. Juli 1789 mit dem Sturm auf die Bastille markiert. Es folgte eine Revolte, bei der zahlreiche Adelssitze zerstört wurden. Die Nationalversammlung beschloss die Abschaffung der Feudalprivilegien und verabschiedete die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte.

Die Phasen der Revolte

  • Konstitutionelle Monarchie (1789–1792): Getragen von der konservativen Bourgeoisie.
  • Demokratische Republik (1792–1794): Gefördert durch die radikale Bourgeoisie.
  • Bürgerliche Republik (1794–1799): Rückkehr der Bourgeoisie an die Macht.

Frühe politische Maßnahmen

Im Jahr 1791 wurde das Vetorecht des Monarchen und ein indirektes Zensuswahlrecht eingeführt. Die Legislative erarbeitete neue Gesetze, wie das Verbot der Folter, und zwang den Adel zur Steuerzahlung. Zur Verteidigung der Revolution wurde die Nationalgarde geschaffen. Es kam zur Säkularisation (Enteignung von Kirchengütern). Die Flucht nach Varennes im Juni 1791 war der Versuch der Königsfamilie, aus Paris zu fliehen. Im September 1792 wurde der König schließlich gefangen genommen.

Der Liberalismus

Der Liberalismus ist ein politisches System, in dem das Individuum ein freier Bürger ist. Die Souveränität geht vom Volk aus, und Entscheidungen werden in einer Versammlung (Parlament) getroffen, die Gesetze verabschiedet. Eine Verfassung schützt die Bürgerrechte und sichert die Gewaltenteilung, um Absolutismus zu verhindern. Das Eigentumsrecht zählt zu den Grundfreiheiten und basiert auf einer marktwirtschaftlichen Grundlage.

Der Nationalismus

Diese politische Ideologie betont das Recht der Völker auf Selbstbestimmung und Souveränität. Eine Nation wird als Gemeinschaft von Personen definiert. Im 19. Jahrhundert verbreitete sich der Nationalismus in Europa zur Verteidigung freier Nationen und zur Neugruppierung innerhalb nationaler Grenzen. Dies führte zu Unabhängigkeitsbewegungen im Osmanischen Reich und in Österreich-Ungarn.

Das Scheitern der Monarchie

Nach der Flucht nach Varennes im Juni 1791 wurde deutlich, dass der König eine Invasion der österreichischen Armee plante, um den Absolutismus wiederherzustellen. Am 10. August 1792 stürmte das Volk den königlichen Palast. Der König wurde inhaftiert und im September 1792 wurde die Republik ausgerufen.

Der Nationalkonvent der Girondisten

Es wurden Wahlen für einen Nationalkonvent nach allgemeinem Männerwahlrecht gefordert. Ludwig XVI. und seine Frau wurden des Verrats angeklagt. Währenddessen bildete sich eine europäische Koalition gegen das revolutionäre Frankreich, wodurch die Republik durch alliierte Truppen in Gefahr geriet.

Die Herrschaft der Jakobiner

Die Jakobiner ergriffen die Macht und ließen führende Girondisten verhaften. Die Exekutive lag beim Wohlfahrtsausschuss unter der Führung von Robespierre. Es wurde die Massenaushebung (Levée en masse) dekretiert. Grundrechte wurden ausgesetzt und Revolutionstribunale verurteilten Verdächtige zum Tode oder zu Haftstrafen (Gesetz über die Verdächtigen). Zudem wurden soziale Gesetze zur Preis- und Lohnkontrolle (Maximum-Gesetz) eingeführt.

Die Ära Napoleons

Napoleon führte eine zentrale Verwaltungsreform durch und schuf Präfekten für die Provinzen. Er erließ das Bürgerliche Gesetzbuch (Code Civil) und reformierte das Finanz- und Bildungswesen.

Die Eroberungen Napoleons

Napoleon eroberte deutsche Gebiete und Spanien. Er setzte Familienmitglieder oder Generäle als Herrscher ein. In den besetzten Gebieten wurden die Abschaffung der Feudalrechte, der Zehnte, Adelsprivilegien sowie Wirtschafts-, Eigentums- und Religionsfreiheit eingeführt.

Der Sturz Napoleons

Der Widerstand der Spanier ab 1808 (Unabhängigkeitskrieg) markierte den Beginn des Niedergangs des napoleonischen Reiches. In der Schlacht bei Waterloo wurde Napoleon endgültig besiegt. Er wurde auf die Insel St. Helena verbannt, wo er 1821 starb.

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