Die Freiheit des Philosophierens und die Macht der Vernunft
Eingeordnet in Philosophie und Ethik
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 2,36 KB
Die Freiheit des Philosophierens
Dies liegt daran, dass das Wort, dem Sie Gültigkeit verleihen möchten, auf der Suche nach der Wahrheit nicht durch den Rückgriff auf die hierarchische Überlegenheit des Sprechers oder eine bestimmte Autorität auferlegt wird. Es gibt keine Beweise dafür, dass das, was er sagt oder worauf er sich einigt, für einige oder viele gilt, sondern es spricht nur für die Vernunft: eine Vernunft, die nur gemeinsam explizit, reflektierend, öffentlich und universell sein kann.
Egal, wie perfekt die älteste Demokratie auch sein mag, das Prinzip der Bürgerschaft, auf dem sie basiert, ist eng mit dem Hang zur Erkenntnis verbunden, der die Philosophie definiert. Denn sie stützt sich ebenfalls auf eine gemeinsame Vernunft, die von den Menschen fordert, die unsichtbaren Ketten ihrer Überzeugungen, Meinungen und Vorurteile aufzugeben und sich an die Vernunft zu halten, um ein gültiges, universelles und objektives Gesetz zu entdecken.
Philosophie als Kritik
Der Titel, den die ersten Philosophen dieser Tradition gegeben haben, ist in der Tat die Untersuchung der Natur. Als der Philosoph Titus Lucretius Carus diese Tradition fortsetzen wollte, nannte er sein Buch De rerum natura – also nicht „Über die Dinge der Natur“, sondern „Über die Natur der Dinge“.
Weit davon entfernt zu glauben, dass Fragen der Gerechtigkeit oder Moral zweitrangig seien, führten die gesellschaftlichen Veränderungen bei den Griechen zu einer Wertekrise. Dies ließ sie ihre Lebensweise, in der sie wie gedankenlose Fische im Wasser schwammen, als kritisierbar erkennen. Sie erkannten, dass diese Lebensweise nicht frei von Problemen ist und Diskussion sowie Reflexion erfordert.
Religion, Kunst und Imagination
Wir können nicht aufhören, uns Dinge vorzustellen und auf das zu hoffen, was wir nicht wissen können. Dies ermutigt auch unseren Wissensdrang, da diese Anforderungen tief in uns verwurzelt sind und nicht ausgerottet werden können – ebenso wie unser Streben nach Glück oder Gerechtigkeit.
Religiöse Überzeugungen und künstlerische Praktiken entstehen in jenen Bereichen, die die Wissenschaft nicht kolonisieren kann und in denen unsere Kraft der Hoffnung eine Zukunft imaginiert, die außerhalb unserer Kontrolle liegt.