Freiheitsbegriffe: Ein Vergleich
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Vergleich mit anderen Autoren der Freiheit
Der Begriff der Freiheit wurde in der Geschichte in vielen Formen interpretiert. In Griechenland wurden die Menschen nicht als Individuen, sondern als Mitglieder einer sozialen Gruppe betrachtet. So spricht Platons Politeia nicht von persönlichen Freiheiten, sondern von Gruppen (Männer aus Gold, Silber oder Bronze), deren Seele je nach Stand unterschiedliche Rechte besitzt.
Unsere heutige Vorstellung von Freiheit ist jedoch eng mit Individualität, persönlicher Autonomie und der Forderung nach Kreativität verbunden. Während in antiken Gesellschaften ein gemeinschaftlicher Sinn dominierte, entwickelte sich in modernen Gesellschaften der Individualismus.
Die Unterscheidung von Isaiah Berlin
Um diese Frage zu beantworten, beziehen wir uns auf die klassische Unterscheidung von Isaiah Berlin (1909–1997) zwischen negativer und positiver Freiheit:
Negative Freiheit
Negative Freiheit wird als Abwehrkonzept verstanden, bei dem auf Einmischungen durch andere verzichtet wird. Sie ist die Freiheit von etwas: ein Handeln ohne Behinderung durch Dritte oder den Staat. Das Individuum ist für seine Handlungen verantwortlich und besitzt eine Privatsphäre, die niemand verletzen darf. Sie schirmt das Individuum vor Angriffen auf seine Handlungen ab.
Positive Freiheit
Positive Freiheit ist eine beschränkte und regulierte Form der Freiheit, die typisch für soziale Strukturen ist, in denen der Staat den Mitgliedern der Gesellschaft einen Raum zuweist. Es ist der Staat, der festlegt, was allen gehört und was jeder tun darf. Es handelt sich um eine extern gewährte Freiheit: Frei zu sein bedeutet hier nicht, das Gesetz zu umgehen, sondern nach ihm zu handeln.
Fazit
Die Unterscheidung ist wesentlich:
- Negative Freiheit: Charakteristisch für liberale Gesellschaften.
- Positive Freiheit: Typisch für sozialistische Gesellschaftsformen mit einem höheren Grad an staatlicher Intervention in die Privatsphäre.