Die Friedliche Koexistenz im Kalten Krieg (1954–1975)
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Die Friedliche Koexistenz (1954–1975)
Die Friedliche Koexistenz markiert eine Phase, die durch den Wechsel der Staats- und Regierungschefs sowie den Beginn der Entspannungspolitik geprägt war. Ab 1953 gab es eine Ablösung an der Spitze der beiden Großmächte: Dwight D. Eisenhower wurde Präsident der Vereinigten Staaten und Nikita Chruschtschow übernahm die Führung in der UdSSR. Beide Anführer schienen bereit zu verhandeln, was das sogenannte Tauwetter in den Beziehungen zwischen den beiden Mächten einleitete.
Diese Änderung resultierte nicht nur aus der neuen Stimmung der Politiker, sondern war durch neue internationale Faktoren motiviert:
- In der UdSSR wurde 1949 die erste Atombombe gebaut, was das Ende des Nuklearmonopols der USA bedeutete.
- Einige Staaten, vor allem aus der Dritten Welt, äußerten ihre Bereitschaft, der Blockpolitik fernzubleiben und eine neutrale Position einzunehmen.
- Innerhalb der Blöcke traten Konflikte und interne Bewegungen auf, die deren Zusammenhalt gefährdeten.
Diese neue Etappe in den Beziehungen wurde als friedliche Koexistenz bezeichnet. Dennoch war diese Zeit nicht absolut frei von Konflikten.
Der Dissens im kommunistischen Block
In mehreren osteuropäischen Ländern entstanden Volksbewegungen gegen die Vorherrschaft, welche die Sowjetunion über ihre Politik ausübte. Die wichtigsten Ereignisse waren:
- Der polnische Aufstand und der ungarische Volksaufstand von 1956.
- Die tschechoslowakische Reformbewegung, die als Prager Frühling von 1968 bekannt wurde.
In allen Fällen wurde der Dissens hart unterdrückt; die sowjetische Armee marschierte in diese Länder ein, um die Unruhen niederzuschlagen. Zur Rechtfertigung dieser Maßnahmen entwickelte die UdSSR die Breschnew-Doktrin. Diese legte das Recht fest, überall im Block zu intervenieren, falls Reformen das kommunistische System gefährden könnten. Auch China distanzierte sich nach Stalins Tod von Moskau, was zu einer Spaltung der Beziehungen führte.
Spaltung im Westen
Auch im westlichen Block gab es Abweichungen. Frankreich entwickelte unter Präsident Charles de Gaulle sein eigenes atomares Arsenal. Dennoch behielt Frankreich stets gute Beziehungen zu den Vereinigten Staaten bei und blieb Mitglied der NATO.
Die zweite Berlin-Krise
Im Jahr 1961 begann die Regierung der DDR mit dem Bau der Berliner Mauer, um den östlichen Teil vom Westen der Stadt zu trennen. Im Westen wurde dieses Bauwerk als „Mauer der Schande“ bezeichnet.
Die Krise in Kuba
Im Jahr 1959 kamen in Kuba Partisanen unter der Führung von Fidel Castro an die Macht. Das neue Regime wurde als Bedrohung für westliche Interessen angesehen. Die US-Opposition gegen den politischen Wandel trieb die Castro-Regierung in die Arme der Sowjetunion, und Kuba wurde bald ein kommunistischer Staat. Ein Verbündeter der Sowjetunion nur 150 Meilen vor der US-Küste war extrem gefährlich. 1961 förderten die Vereinigten Staaten die Invasion in der Schweinebucht, ausgeführt von Exilkubanern unter Leitung der CIA, um die Castro-Regierung zu stürzen. Die Invasion war jedoch ein Fiasko.
Im Jahr 1962 verschärfte sich der Konflikt massiv: US-Spionageflugzeuge entdeckten sowjetische Atomraketen-Rampen auf Kuba. US-Präsident John F. Kennedy ordnete eine Seeblockade an, um weitere militärische Nachschübe zu verhindern, und drohte mit einer Invasion der Insel, falls die Raketen nicht abgezogen würden. Die Krise stand kurz davor, in einen direkten Konflikt zwischen den Supermächten zu münden. Die Kuba-Krise war der gefährlichste Konflikt des Kalten Krieges; die Welt hielt den Atem an angesichts eines drohenden Atomkrieges. Schließlich hielten die Staats- und Regierungschefs beider Länder mehrere Sitzungen ab und errichteten den „Heißen Draht“ (Hotline), um bei schweren internationalen Krisen schnell direkt kommunizieren zu können.