Friedrich Nietzsche: Kritik der Vernunft und Philosophie

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Nietzsches Kritik der Vernunft

Funktionen der Vernunft

  • Demo-heuristische Funktion: Sie dient dazu, die Realität zu erfassen, ist jedoch keine gültige Vertretung. Dies ist eine Funktion der „echten Kerze“. Nietzsche, als Philosoph, Skeptiker und Relativist, sieht die Unfähigkeit der Vernunft in zwei Gründen begründet: psychologisch (der Grund flieht vor der Wahrheit) und rhetorisch (der Grund als Form der Phantasie).
  • Dialektisch-kritische Funktion: Die Vernunft produziert nicht nur Fiktionen, sondern ist auch in der Lage, diese zu prüfen.

Kritik an Platonismus, Christentum und Moderne

Nietzsche kritisiert den Platonismus und das Christentum, da beide Sichtweisen die Realität zugunsten einer „perfekten Welt“ verleugnen. Sie degradieren den Körper und fordern dessen Unterdrückung. Nietzsche widerspricht der christlichen Moral, die durch ihre Verachtung der Natur, die Verurteilung der Lust und die Sklavenmoral gegenüber einem „Allmächtigen Herrn“ geprägt ist.

Zudem lehnt er zwei Ideen der Moderne ab:

  • Die historische Konzeption, die der menschlichen Evolution einen Sinn durch ein zukünftiges Ziel der Perfektion gibt.
  • Die Idee der Homogenität und Zeitlosigkeit wissenschaftlicher Gesetze.

Nietzsche verurteilt jedoch nicht die gesamte Kultur; er schätzt das vorsokratische Denken, die Raffinesse der griechischen Polytheistik sowie Kunst, Musik, Tragik und Poesie.

Der Begriff der Realität

Inspiriert von Schopenhauer, vertritt Nietzsche eine metaphysische Sicht auf die irrationale Natur der Wirklichkeit. Seine grundlegenden Vorstellungen sind:

  • Die Welt ist „einfach da“.
  • Realität ist unmenschlich und gleichgültig gegenüber dem menschlichen Schicksal.
  • Es gibt keine Erlösung.
  • Alles ist eine Manifestation einer Matrix, aus der alles entsteht.
  • Die Welt ist ein Ort permanenter, sich ewig wiederholender Essenzen.
  • Realität ist der Wille zur Macht; das Leben ist das verborgene Wesen der Welt.

Die vier Mythen Nietzsches

1. Gott ist tot

Nietzsche gilt als Philosoph des Atheismus. Gott fungierte als absoluter moralischer Führer und Gesetzgeber. Nach seinem „Tod“ wird die vorsokratische Vorstellung einer Welt ohne Ziel, Richtung oder Sinn wiederhergestellt.

2. Der Wille zur Macht

Das Wirkliche wird als Wunsch zu existieren konzipiert. Er ist der „unbewegte Beweger“ und die Ursache alles Werdens.

3. Die ewige Wiederkehr des Gleichen

Nietzsche lehnt die Flucht aus dem Leben ab. Die ewige Wiederkehr dient als Richtschnur für unser Handeln: Wir sollten bei jeder Wahl überlegen, ob wir diese Entscheidung auch dann treffen würden, wenn wir sie ewig wiederholen müssten.

4. Der Übermensch

Das ethische Ideal und die Möglichkeit der menschlichen Existenz nach dem Tod Gottes. Er ist die Verkörperung des Willens zur Macht – ein freier Geist, der sich nicht an vorgegebene Existenzmodi anpasst.

Moral der Herren und Knechte

Nietzsche argumentiert, dass moralische Werte oft unnatürlich sind und das Leben hemmen. Er sehnt sich nach einer Zeit der Überlegenheit zurück, in der die natürliche Ordnung der Ungleichheit anerkannt wurde, bevor diese durch den Groll und Neid der Leibeigenen korrumpiert wurde.

Nietzsches moralischer Vorschlag

  • Treue zum Instinkt.
  • Vergnügen als moralischer Leitfaden.
  • Egoismus als Ausdruck der Selbstliebe.
  • Libertarismus und Individualismus.
  • Das Leben als Experiment und Kunstwerk begreifen.

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