Friedrich Nietzsche: Philosophie, Kunst und Kulturkritik
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Nietzsches Philosophie: Kunst, Wirklichkeit und Kultur
Nietzsches Denken umfasst die Bereiche Kunst und Wirklichkeit, die Kritik an den Werten der europäischen Kultur, den Tod Gottes, den Nihilismus sowie die neue Hierarchie der Werte.
Kunst und Wirklichkeit: Der Wille zur Macht
Für Nietzsche ist das Leben die endgültige Natur der Wirklichkeit. Es ist ein natürlicher Instinkt, ein ständiger Kampf, ein kontinuierlicher Wandel und der Wille zur Macht – im Leben, im Angesicht des Todes, in Freude und Schmerz. Das Leben existiert aus sich selbst heraus.
Die Sprache bestimmt, wie wir denken, hilft uns, unsere Meinung zu äußern und unsere Beziehung zu den Dingen zu bekunden. In der Welt von Subjekt und Objekt ist nur ein kurzlebiges, ästhetisches und aktives Verhalten möglich. Es ist ein Machtkampf zwischen:
- Apollo: Licht, Vernunft, Harmonie, Maß und Methode.
- Dionysos: Dunkelheit, Instinkt, Leidenschaft, Musik und Tanz.
Apollo kann nicht ohne Dionysos existieren. Das Leben ist die grundlegende Realität; es ist an sich sinnlos, und wir sollten keinen anderen Weg außerhalb des Lebens suchen.
Die Rolle der Kunst
Die Kunst akzeptiert das Problematische im Leben und verwandelt Dinge: Schwäche in Stärke, Ohnmacht in Macht.
Kritik an der europäischen Kultur und Moral
Nietzsches Kritik an der westlichen Moral findet sich vor allem in „Jenseits von Gut und Böse“ und der „Zur Genealogie der Moral“. Ursprünglich unterschied man zwischen herrschenden und beherrschten Völkern:
- Tugend war gleichbedeutend mit Kraft.
- Der „gute“ Mensch war der Mächtige, der „böse“ Mensch der Schwache.
Die Werte der Sklaven wurden den Werten der Herren auferlegt, was zu einer Verschlechterung des menschlichen Lebens führte. Nietzsche kritisiert das Christentum als eine „Religion der Müden“ und als vulgäre Moral, die wahre Tugenden wie Adel, Befehl und Leistung unterdrückt. Gott ist für ihn das größte Hindernis im Leben.
Kritik an der Metaphysik und Sprache
Nietzsche kritisiert die traditionelle Philosophie, die behauptet, diese Welt sei nur eine Kopie einer perfekten Welt. Er wirft den Klassikern Angst vor dem Leben vor und fordert Philosophen der Zukunft, die mit der klassischen Metaphysik brechen. Wahrheit stützt sich auf Sprache: Worte sind Metaphern für unsere Anschauungen. Das Konzept ist eine Ansammlung von Metaphern; die Philosophie scheitert, weil sie die Intuition als Ursprung der Begriffe vergessen hat. Alles Wissen ist relativ.
Wissenschaft und der Tod Gottes
Nietzsche kritisiert die positiven Wissenschaften für ihren Mechanismus, der die dynamische Realität auf quantitative Gesetze reduziert. Die Wissenschaft sagt nichts über die essentielle Realität der Dinge aus.
In der „Fröhlichen Wissenschaft“ spricht er vom Tod Gottes. Er argumentiert, dass mit dem Tod Gottes der Dogmatismus, die übernatürliche Vorstellung von der Wirklichkeit und die starre Trennung zwischen Gut und Böse fallen.