Frühchristliche und byzantinische Kunst und Architektur

Eingeordnet in Religion

Geschrieben am in mit einer Größe von 5,15 KB

Frühchristliche und byzantinische Kunst

Einleitung: Prinzipien des Christentums

Die von Jesus Christus gegründete und durch seine Anhänger verbreitete Religion basierte auf einer Reihe von Grundsätzen, die offen und grundsätzlich gegen die Religion und die gesellschaftspolitische Struktur der römischen Welt standen. Diese Grundsätze sind:

  1. Monotheistische Religion oder der Glaube an einen Gott: Diese Eigenschaft unterschied sich völlig von der römischen Religion. Nicht nur aus politischen Gründen, sondern weil die Ausschließlichkeit der Anbetung Gottes gegen die Vergötterung des Kaisers und seinen Kult stand. Im Römischen Reich war der Kaiserkult etabliert, wobei Tempel dazu dienten, den Kaiser zu erheben und die höchste Macht des Glaubens zu festigen. Das Christentum untergrub mit seinem Monotheismus die Heiligkeit dieser Macht.
  2. Gleichheit aller Menschen: Die wirtschaftliche Struktur des Reiches basierte auf der Sklaverei und der sozialen Spaltung zwischen Patriziern (Mitglieder der reichsten und mächtigsten Familien) und Plebejern (dem Rest der Bürger). Zudem gab es die Unterscheidung zwischen Nicht-Bürgern und Freigelassenen (ehemalige Sklaven). Jesus predigte die Gleichstellung, die in den ersten Jahrhunderten des Christentums aufrechterhalten wurde. Alle waren „Brüder“, ohne soziale Unterschiede, was die Strukturen des Reiches aufbrach.

Konflikt und Anerkennung

Die Folge war ein Konflikt mit der römisch-polytheistischen Religion und dem Kaiserkult sowie eine soziale Subversion, die zu kaiserlichen Verfolgungen führte, die bis ins 4. Jahrhundert andauerten. Im Jahre 313 n. Chr. erlaubte Kaiser Konstantin die Ausübung dieser Religion durch das Edikt von Mailand. Vor 313 dienten Katakomben als Orte der Bestattung und Versammlung, wie etwa S. Calixto, St. Priscilla oder San Sebastian.

Die frühchristliche Basilika

Nach dem Edikt von Mailand wurde die Basilika als christliche Kirche genutzt. Ein bedeutendes Beispiel ist die Lateran-Basilika (San Giovanni in Laterano).

Besonderheiten der Basilika

  • Große Dimensionen: In der Römerzeit wurde sie für die Justizverwaltung und den Handel genutzt.
  • Struktur: Drei Schiffe, die durch Säulen und Bögen voneinander getrennt sind.
  • Apsis: Ein rechteckiger Bau, der an einem Ende einen gekrümmten Raum (Apsis) besitzt.
  • Funktion: Die Christen übernahmen diesen Bautyp, da er Platz für eine große Zahl von Gläubigen bot und eine Trennung der Bereiche ermöglichte.
  • Symbolik: Die Apsis diente als heiliger Bezirk (der Chor). Der Raum war symbolisch der Dreifaltigkeit und Christus gewidmet.

Elemente und Abhängigkeiten

Bestandteile der Basilika sind: Terrasse (Atrium), Narthex, die Schiffe der Kirche und das Pfarrhaus. Weitere Bestandteile sind die Ikonostase sowie Abhängigkeiten wie die Sakristei (Diaconium), Prothesis und das Baptisterium (Taufkapelle).

Bedeutende Basiliken und Gebäude

  • Ab dem 4. Jahrhundert n. Chr.: St. Johann im Lateran, St. Paul vor den Mauern, Santa Ines und San Lorenzo in Rom.
  • Nach dem 4. Jahrhundert: Santa Maria Maggiore, San Clemente und Santa Sabina.
  • Andere religiöse Gebäude: Das Mausoleum von Santa Costanza (Begräbnisstätte).
  • Heilige Orte: Geburtskirche in Bethlehem, das Haus von Nazareth, der Kreuzweg und das Heilige Grab in Jerusalem.

Byzantinische Mosaike als dekoratives Element

Das Byzantinische Reich bestand vom 5. bis zum 15. Jahrhundert n. Chr.

Merkmale des Reiches

Der Kaiser besaß die absolute Macht (zivil und religiös). Verwaltung, Armee und Religion verschmolzen im Reich. Im 6. Jahrhundert wurde versucht, die Gebiete des Römischen Reiches zurückzugewinnen (Exarchat von Ravenna). Im 8. und 9. Jahrhundert gab es Kämpfe zwischen Bilderstürmern (Ikonoklasten) und Ikonodulen. Trotzdem blieb die klassische Kultur (Gesetzgebung, Philosophie) und die künstlerische Tradition (z. B. Hagia Sophia in Konstantinopel) bestehen.

Merkmale byzantinischer Mosaike

Technische Besonderheiten umfassen die Verwendung von Gold- und Silberfolien, Perlen und Glas. Sie erscheinen an Gewölben, Wänden, Kapitellen und Bögen.

Wichtige Beispiele

  • Hagia Sophia: Leo VI. vor Christus (9. Jh.), Konstantin IX. und Kaiserin Zoe (11. Jh.), Jungfrau Theotokos.
  • Ravenna (6. Jahrhundert): Kirche San Vitale (Christus Cosmocrator, Justinian und sein Hof, Theodora und ihr Hof).
  • Sant'Apollinare Nuovo (6. Jahrhundert): Prozession der Heiligen und der Heiligen Drei Könige.
  • Sant'Apollinare in Classe (6. Jahrhundert): Apsis von St. Apollinaris.
  • Sizilien: Dom von Monreale, die Kirche der Martorana, Palermo (Cefalù).
  • Venedig: Markusdom (Venedig's Cathedral), die Kathedrale von Torcello.

Verwandte Einträge: