Frühchristliche Kunst: Sarkophage, Katakomben und Mosaike

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Frühchristliche Sarkophage und ihre Ikonographie

Sarkophag der Via Salaria, Rom

Der Sarkophag im Museo Pio Cristiano (ca. 275–300 n. Chr.) ist ein Beispiel frühchristlicher Kunst. Er diente der öffentlichen Nutzung und nutzt Symbole, um den Charakter der Verstorbenen zu identifizieren. Er greift Bilder alter mythologischer Figuren auf, entfernt jedoch deren heidnische Bedeutung und verknüpft sie mit Christus. Diese Sarkophage zeigen anerkannte Stellen des Alten und Neuen Testaments, darunter Szenen wie den Guten Hirten und Christus.

Sarkophag aus Santa Maria Antiqua, Rom

Dieser Sarkophag (ca. 350 n. Chr.) ist ein bedeutendes Werk der frühchristlichen Kunst aus dem 4. Jahrhundert. Die Ikonographie dient dazu, die Lehren („Ideen“) zu bestätigen, die in den Konzilien beschlossen wurden. Es handelt sich um ein kaiserliches Werbestück, das aus Porphyr (rotem Stein) gefertigt wurde. Er ist mit klassischen Pflanzenmotiven, Girlanden, Masken und Engeln dekoriert. Zudem finden sich Darstellungen von Schafen und Pfauen.

Sarkophag der zwei Brüder (ca. 325–350 n. Chr.)

Chronologisch im 4. Jahrhundert eingeordnet, entstand dieser Sarkophag einige Jahre nach dem Edikt von Mailand, als der christliche Gottesdienst toleriert wurde. Er ist in zwei Registern (Etagen) dekoriert. In der Mitte befindet sich ein Bild der Verstorbenen, das in einer Muschel (klassisches Motiv) eingeschrieben ist. Links und rechts davon sieht man Szenen wie Abraham und seinen Sohn Isaak sowie Daniel in der Löwengrube. Die in Stein gemeißelten Bilder drücken das Dogma der Kirche aus. Die idealisierten Gesichter der beiden Brüder sind sehr ähnlich, während die Hände fein geformt sind. Sie tragen Gewänder und Frisuren, die dem „kaiserlichen Merkmal“ der Zeit entsprechen. Die Gesamtheit des Sarkophags steht für die Übergabe der Zehn Gebote an Moses als Vorahnung der Erlösung durch Christus.

Der Dogmatische Sarkophag, Rom

Dieser Sarkophag im Museo Pio Cristiano entstand nach dem Edikt von Mailand (313 n. Chr., ca. 325–350). Er zeigt den Frieden unter der christlichen Regierung. Hier wird der Glaube durch die Vermischung mehrerer Stellen der Genesis dargestellt. Der Sarkophag hat zwei Etagen: Oben in der Mitte ist Gott mit Adam und Eva vertreten. Weitere Bilder zeigen das Paradies mit der Schlange, dem Baum sowie Adam und Eva als Darstellung der Erbsünde. Es gibt Darstellungen des Guten Hirten mit einer Schafherde sowie die Hochzeit zu Kana. Im unteren Teil sind die Jungfrau Maria, die Heiligen Drei Könige, Daniel in der Löwengrube, das Wunder des Blinden von Jericho und die Apostel Petrus und Paulus zu sehen.

Sarkophag des Junius Bassus, Vatikan (359 n. Chr.)

Dieser Sarkophag (auch als Sarkophag der Anastasis bekannt) ist eines der bedeutendsten Beispiele frühchristlicher Ikonographie. Er zeigt Szenen aus dem Alten und Neuen Testament, wobei das Neue Testament im Alten angedeutet und das Alte im Neuen erfüllt wird. Am Rand des Deckels befindet sich eine Inschrift. Die Szenen sind durch Säulen getrennt, was eine architektonische Struktur schafft. Der Sarkophag hat zwei Etagen:

  • Oberes Register: Opferung Isaaks, Verhaftung des Petrus, Christus zwischen Petrus und Paulus, Verhaftung Jesu und der Prozess vor Pilatus.
  • Unteres Register: Hiob, Adam und Eva, Einzug Jesu in Jerusalem, Daniel in der Löwengrube und die Gefangennahme des Paulus.

In der Mitte beider Etagen ist Christus dargestellt.

Sarkophag des Heiligen Ambrosius, Mailand (380–390 n. Chr.)

Ein repräsentatives Stück mit neuartiger Ikonographie. Es ist ein ehrenvolles Werk mit geometrischer Dekoration und Masken an den Kanten. Die monumentalen Figuren zeigen Christus als Philosophen und Richter inmitten der Apostel. An der Basis symbolisiert das Lamm Gottes die Figur Christi. Die Apostel sind als Schafe um den Sarkophag verteilt, was das himmlische Jerusalem darstellt. Ein Christogramm (Chi-Rho) ist ebenfalls vorhanden. Auf der Rückseite finden sich Szenen der Erbsünde und auf dem Giebel die Geburt Jesu in der Krippe.

Frühchristliche Katakomben

Katakombe der Priscilla, Rom (3. Jh.)

In den gewölbten Grabkammern (Cubicula) erscheinen Bilder des Guten Hirten und der verschleierten Frau. Die älteste Darstellung der Jungfrau Maria stammt aus der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts und befindet sich in der „Griechischen Kapelle“.

Katakombe San Callisto (3. Jh.)

Die Kapelle der Sakramente ist einer der Orte mit den meisten Bildern. Der Komplex erstreckt sich über 15 Hektar mit einem 20 km langen Netzwerk aus Galerien. Hier wurden Dutzende Märtyrer und 16 Päpste bestattet. Die linearen Bilder symbolisieren die Sakramente der Taufe und der Eucharistie, darunter der Prophet Jona als Symbol der Auferstehung und das Brechen des Brotes. Die Farbpalette besteht hauptsächlich aus Rot und Blau auf neutralem Hintergrund.

Katakomben an der Via Latina (ca. 235 n. Chr.)

Hier verbindet sich das Christentum mit heidnischen Motiven, wie Herkules im Garten der Hesperiden. Herkules wird als bartloser, idealisierter Jüngling dargestellt. Daneben findet sich die Darstellung der Erbsünde und der Opferung Isaaks. Szenen wie Samson besiegt die Philister schmücken die Gräber als Symbole des Heils. Die Architektur ist palastartig mit Fresken in roter Farbe auf neutralem Grund.

Katakombe der Heiligen Petrus und Marcellinus (4. Jh.)

Hier findet sich die Figur des Orpheus mit der Zither in traditioneller Kleidung. Weitere Darstellungen umfassen:

  • Adam und Eva (340–350): Die Erbsünde, nackt und schambereit dargestellt.
  • Noahs Arche: Noah als Beter (Orante) mit der Taube und dem Ölzweig als Symbol des Sieges.
  • Christus zwischen Petrus und Paulus: Christus thront bärtig in der Mitte, umgeben von einem Nimbus und den vier Jüngern als Lämmer.
  • Geschichte der Susanna: Ein Bild der Tugend aus dem Alten Testament.
  • Auferweckung des Lazarus: Schematische Malerei, die Christus mit einem Stab zeigt.

Frühchristliche Architektur und Mosaike

Kloster des Heiligen Apollo, Ägypten (550–600 n. Chr.)

In einem runden, edelsteinbesetzten Rahmen erscheinen die Symbole der vier Evangelisten (Tetramorph): der Stier (Lukas), der Löwe (Markus), der Adler (Johannes) und der Engel (Matthäus). Das Bild zeigt die Himmelfahrt und die Theotokos (Jungfrau Maria) mit dem Kind, umgeben von den 12 Aposteln. Christus wird als König dargestellt, getragen von zwei Engeln, mit ägyptischen Gesichtszügen.

Mausoleum der Constantina (Santa Costanza), Rom (4. Jh.)

Die Mosaikdekoration mischt heidnische und christliche Themen. In den Apsiden bietet Christus den Heiligen Petrus und Paulus das Gesetz an (Traditio Legis). Christus wird klassisch gekleidet und bartlos dargestellt, mit einem Phylakterium und dem Chi-Rho. Die Landschaft ist mit Schafen, Vögeln und Granatäpfeln (symbolisch für die Ewigkeit) gestaltet.

Kirche Santa Pudenziana, Rom (401–417 n. Chr.)

Das Apsismosaik zeigt eine komplexe Ikonographie: Ein goldenes Edelsteinkreuz auf einem Hügel vor blauem Himmel, flankiert vom Tetramorph. Im unteren Teil thront Christus vor einer detaillierten Architektur, die das himmlische Jerusalem evoziert, umgeben von den Aposteln und zwei Frauen, die Petrus und Paulus krönen.

Basilika Santa Maria Maggiore, Rom (432–440 n. Chr.)

Unter Papst Sixtus III. entstanden, zeigen die Mosaike im Kirchenschiff biblische Zyklen wie den Durchzug durch das Rote Meer. Moses ist umgeben von Kriegern dargestellt. Am Triumphbogen sieht man die Verkündigung und die Anbetung der Könige, wobei das Christuskind wie ein römischer Kaiser gekleidet ist. Weitere Szenen zeigen den Kindermord in Bethlehem und das Leben Jesu vor goldenem Hintergrund.

Mausoleum der Galla Placidia, Ravenna

Die Mosaike haben tiefe symbolische Bedeutung. Eine Lünette zeigt den Heiligen Laurentius auf dem Rost und einen Schrank mit den Evangelien. Eine andere Szene zeigt Tauben an einer Quelle als Allegorie der Erlösung. Die Kuppel ist mit goldenen Sternen auf blauem Grund und einem zentralen Kreuz geschmückt. Das berühmte Mosaik des Guten Hirten zeigt Christus in goldener und purpurner Kleidung, wie er seine Lämmer weidet.

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