Gedächtnisstörungen: Formen und Ursachen der Amnesie

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Gedächtnisstörungen und Amnesie

Unter einer Amnesie versteht man die Unfähigkeit, Informationen zu speichern oder abzurufen. Gedächtnisstörungen sind dabei das zentrale Symptom. Die Ursachen können organischer oder emotionaler Natur sein, wobei der Gedächtnisverlust häufig durch ein Trauma oder einen Schock für das Gehirn ausgelöst wird.

Chronologische Einordnung der Erinnerung

Anterograde Amnesie

Auch als Amnesie der Fixierung bezeichnet. Sie beschreibt die Unfähigkeit, nach dem Beginn der (meist organischen) Erkrankung neue Informationen zu erlernen. Der Patient vergisst Ereignisse im gleichen Tempo, wie sie geschehen. Definitionsgemäß betrifft dies die jüngere Vergangenheit. Sie ist oft reversibel (z. B. bei posttraumatischer Amnesie oder dem Korsakow-Syndrom), kann jedoch bei fortgeschrittener Demenz irreversibel sein.

Retrograde Amnesie

Hierbei besteht die Unfähigkeit, sich an Informationen zu erinnern, die vor dem Beginn der Störung erlernt wurden. Das Ribot-Gesetz besagt, dass diese Erinnerungen in umgekehrter Reihenfolge ihres Erwerbs verloren gehen: Zuerst verschwinden die zeitlich nächsten Erinnerungen, zuletzt die entlegensten (Kindheitserinnerungen).

Lakunäre Amnesie

Auch als lokalisierte Amnesie bekannt. Es handelt sich um einen Gedächtnisverlust, der einen spezifischen Zeitraum umfasst. Dieser Begriff wird häufig verwendet, um Gedächtnislücken bei Episoden von Bewusstseinsstörungen wie Benommenheit, Verwirrtheit oder Koma zu beschreiben.

Psychogene oder dissoziative Amnesie

Dies ist die Unfähigkeit, sich an wichtige persönliche Informationen zu erinnern, meist partiell und selektiv. Der Beginn ist plötzlich, oft von kurzer Dauer und endet abrupt nach Stunden oder Tagen. Auslöser sind häufig traumatische biographische Ereignisse, wie Situationen physischer Bedrohung (Unfall, Krieg) oder emotional belastende Erlebnisse.

  • Merkmale: Das Ausmaß der Amnesie kann täglich variieren, doch ein konstanter Kern bleibt im Wachzustand unzugänglich.
  • Begleitsymptome: Häufig treten Ratlosigkeit, Angst oder Aufmerksamkeit suchendes Verhalten auf, manchmal aber auch eine erstaunliche Akzeptanz der Störung.
  • Dissoziative Fuge: Eine verwandte Störung, bei der der Patient seine Vergangenheit vergisst, den Wohnort verlässt und seine Identität teilweise oder vollständig ändert.

Hypermnesie

Ein übermäßiger Grad an Einprägung und Gedächtnisleistung.

"Idiots Savants" (Inselbegabung)

Meist Kinder mit Autismus oder geistiger Behinderung, die außergewöhnliche Fähigkeiten beim Auswendiglernen von Daten besitzen (z. B. Kalenderdaten oder Telefonnummern über volle Jahre hinweg).

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