Die Generation von 1914: Noucentisme und Ästhetik
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Die Generation von 1914
Zwischen zwei literarischen Höhepunkten (der Generation von '98 und der Generation von '27) gelegen, integrierte die spanische Kulturszene zu Beginn des Jahrhunderts junge Autoren, die vor allem in den 1880er Jahren geboren wurden und in der sogenannten Generation von 1914 zusammengefasst werden. Diese neue Generation war geprägt von neuen ideologischen Orientierungen und einem neuen Geist in der spanischen Literatur, Kunst und Wirklichkeit. Sie wurde nicht mehr von der Moderne oder der Generation von '98 beherrscht, entsprach aber auch noch nicht dem Aufbruch der kommenden Avantgarden. Unter den verschiedenen Mitgliedern gab es zwar Affinitäten, doch ihr puristischer Eifer stellte das wichtigste gemeinsame Merkmal dar.
Der Noucentisme entstand im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts, erreichte seine Reife 1914, koexistierte mit den Avantgarden des 20. Jahrhunderts und begann mit der Politisierung der Literatur ab 1930 seinen ideologischen und ästhetischen Niedergang. Seine Blütezeit lag vermutlich in den Jahren 1917 bis 1923.
Ästhetische und literarische Grundlagen
Diese wurden von José Ortega y Gasset in zwei bedeutenden Studien aus dem Jahr 1925 präsentiert: Die Vertreibung der Massen aus der Kunst (La deshumanización del arte) und Ideen über den Roman. Die erste Studie bietet eine Analyse des Avantgardismus aus einer sehr noucentistischen Perspektive. Ortega stellt den elitären Charakter der neuen Kunst fest und teilt die Öffentlichkeit in zwei Gruppen: diejenigen, die sie verstehen, und diejenigen, die es nicht tun. Er behauptet, dass neue Künstler „anti-human“ agieren, im Sinne einer reinen Ästhetik und formalen Perfektion, und die Massen verachten.
In der anderen Studie, Ideen über den Roman, wendet er eine ähnliche Analyse auf das Erzählgenre an. Beide Studien wurden zu Wegweisern für viele Schriftsteller der Zeit, auch wenn nicht alle auf die „Entmenschlichung“ der Kunst reagierten.
Ästhetik der Generation
- Reaktion gegen das 19. Jahrhundert: Ablehnung des trivialen Realismus.
- Kein Ausweg aus der Sentimentalität: Das bekannteste Merkmal.
- Verzicht auf Leidenschaftliches und Heftiges.
- Intellektualismus: Vermeidung von sentimentalen Produkten.
- Ideal der reinen Kunst: Kunst als ästhetischer Genuss.
- Sprachbewusstsein: Besondere Sorge um die Sprache.
Literarische Gattungen: Der Roman
Ramón Pérez de Ayala
Er zeichnete sich durch Experimentierfreude in seinem Schreiben aus und richtete sich an ein intellektuelles Publikum. Er erneuerte die verwendeten narrativen Methoden. Seine Etappen:
- Autobiographische Romane: Der Autor erzählt seine eigenen pädagogischen Erfahrungen bei den Jesuiten oder in der Bohème.
- Lyrischer Roman: Gesellschaftskritik und Erneuerung der Erzählweise (z. B. Prometeo, 1914–1920).
- Intellektuelle Romane: In den 1920er Jahren wurden intellektuelle Themen wie Liebe und Ehre behandelt (z. B. Bellarmino y Apolonio).
Gabriel Miró
Er wurde von Jesuiten ausgebildet, was einen Teil seiner literarischen Produktion prägte. Seine lyrischen und formalistischen Romane zeichnen sich durch eine Prävalenz von Empfindungen und große Sorgfalt in der Sprache aus, mit dem Anspruch auf Vollständigkeit in der Beschreibung. Wichtige Werke sind die lyrischen Romane El obispo leproso sowie die Kurzgeschichtensammlungen Libro de Sigüenza und Años y leguas.