Die Generation von 27: Avantgarde und Dramatik
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Poetik der Avantgarde
Die Generation von 27 wurde maßgeblich durch avantgardistische Strömungen wie den Kreationismus, den Ultraismus und den Surrealismus beeinflusst. Besonders der Surrealismus prägte die Verwendung unlogischer Bilder. Wichtige Werke dieser Zeit sind Luis Cernudas „La realidad y el deseo“ (Die Realität und der Wunsch) sowie Vicente Aleixandres „La destrucción o el amor“ (Die Zerstörung oder die Liebe).
Luis Cernuda (1902–1963)
Cernuda wurde in Sevilla geboren, war Professor für spanische Literatur und verstarb im Exil in Mexiko. Sein Werk „Los placeres prohibidos“ (1931) erforscht in freien Versen die Grenzen der Identifikation mit Lust und Genuss. Liebe erscheint hier als unerreichbares Bestreben, das letztlich in Einsamkeit mündet.
Vicente Aleixandre (1898–1984)
Aleixandre studierte Rechts- und Wirtschaftswissenschaften und erhielt 1977 den Nobelpreis für Literatur. Zu seinen bedeutendsten Werken zählen:
- Espadas como labios (1932)
- Sombra del paraíso (1944)
- Historia del corazón (1954)
In „La destrucción o el amor“ (1935) setzt er die Liebe mit dem Tod gleich und verknüpft sie mit mineralischen und tierischen Elementen, um die reinsten Manifestationen des Daseins zu erfassen.
Weitere Produktionen der Generation von 27
Die Mitglieder dieser Generation kultivierten verschiedene Gattungen wie Prosa, Essays und Drama. Federico García Lorca stach besonders als Regisseur der „Barraca“ hervor und schuf eine neue Konzeption, die Drama und Poesie vereinte.
Dramatische Werke von Lorca
- El maleficio de la mariposa (1919)
- Mariana Pineda (1923)
- La zapatera prodigiosa (1929)
- Amor de don Perlimplín con Belisa en su jardín (1933)
- El público (1933) – beeinflusst durch den Surrealismus
Merkmale von Lorcas Dramen
Lorkas Werke thematisieren vor allem Frustration, Liebe und Tod. Seine intensive Lyrik nutzt symbolische Zeichen und eine Mischung aus Liedern, Versen und Prosa.
Wichtige Dramen
- Bluthochzeit (1932): Der Konflikt zwischen individuellem Wunsch und sozialen Normen. Die Braut flieht mit ihrem ehemaligen Geliebten Leonardo, was in einer tödlichen Konfrontation endet.
- Yerma (1934): Die Frustration einer Frau über ihre Unfruchtbarkeit. Als sie erkennt, dass ihr Ehemann keine Kinder will, tötet sie ihn und ergibt sich ihrem Schicksal.
- Bernarda Albas Haus: Thematisiert Familienehre und soziale Schranken. Nach dem Tod ihres Mannes zwingt Bernarda ihre Töchter in eine achtjährige Trauerzeit. Die jüngste Tochter, Adela, rebelliert gegen diese Unterdrückung, um ihre Liebe zu Pepe el Romano zu leben, und begeht nach einer Verzweiflungstat Selbstmord.