Die Generation von 27: Meister der spanischen Lyrik
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Die bedeutendsten Dichter der Generation von 27
Pedro Salinas (Madrid 1892 – Boston 1951)
Salinas studierte Rechts- und Geisteswissenschaften. Er gilt als der Dichter der Liebe. Sein Werk zeigt Einflüsse von Bécquer, Juan Ramón Jiménez sowie avantgardistischen Bewegungen wie dem Ultraismus und Futurismus.
- Werke: La voz a ti debida (1934 – vor dem Exil), Todo más claro (nach dem Exil).
- Stil: Einfacher und umgangssprachlicher Stil, eine sehr sensible und aufrichtige Poesie. Er nutzt kurze Gedichte ohne Reim; Rhythmus entsteht durch die Wiederholung von Wörtern oder syntaktischen Strukturen.
Jorge Guillén (Valladolid 1893 – Málaga 1984)
Guillén war Doktor der Geisteswissenschaften. Nach dem Bürgerkrieg lebte er im amerikanischen Exil und war weiterhin als Dozent tätig. Seine Arbeit wird als reine Poesie bezeichnet, die auf Anekdoten verzichtet und das Wesentliche hervorhebt, ohne dabei gefühllos zu sein. Seine Gedichte sind ein Lied auf das Hier und Jetzt.
- Werk: Cántico (1928–1950).
- Stil: Einfacher Stil mit einem Vorherrschen von Substantiven und einfachen syntaktischen Strukturen. Er mischt gebildete Metrik (Sonette) mit traditionellen Formen (Romanzen).
Gerardo Diego (Santander 1896 – Madrid 1987)
Er studierte Geisteswissenschaften in Madrid. Sein Werk bewegt sich zwischen traditioneller Poesie und der Avantgarde.
- Werke: Imagen (1922 – kreationistische Dichtung), Alondra de verdad (1941 – traditionelles Werk).
- Stil: Beherrschung der Form und Integration von Neuem und Klassischem. Er zeigt eine große Sensibilität für Schönheit, bleibt jedoch oft ohne Emotionen.
Federico García Lorca
Lorca studierte in Granada Rechts- und Geisteswissenschaften. 1919 zog er in die Residencia de Estudiantes in Madrid.
- Werke: Libro de poemas (modernistische und Bécquer-Einflüsse), Romancero Gitano (andalusische Themen und das Motiv des Todes), Poeta en Nueva York (Mischung aus Tradition und Avantgarde, ein Meilenstein des Surrealismus).
- Stil: Mischung aus Gebildetem und Volkstümlichem. Die Helligkeit und Farbe seiner Gedichte ist einzigartig; jedes Werk ist ein wesentliches Merkmal seiner Identität.
Vicente Aleixandre
Er studierte Rechts- und Wirtschaftswissenschaften in Madrid. 1977 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.
- Werke: Ámbito (surrealistischer Schnitt), Sombra del paraíso (entwurzelte Poesie) und in der letzten Stufe Diálogos del conocimiento (Rückkehr zum Surrealismus).
- Stil: Großer Meister der Poesie mit einem einfachen Stil durch den Einsatz grundlegender Themen wie Liebe und Leben.
Dámaso Alonso (1898–1990)
Er begann ein Jurastudium, wechselte jedoch zur Philologie. Er war Präsident der RAE (1968–82).
- Werke: El viento y el verso (Einflüsse von Romantik und Moderne) und Hijos de la ira (entwurzelte Poesie).
- Stil: Häufige Verwendung von Parallelismen, typisch für biblische Poesie, mit einer gewaltvollen Sprache, die Weltlichkeit und Gemeinheit thematisiert.
Luis Cernuda
Obwohl er Jurist war, widmete er sein ganzes Leben der Literatur. Seine Themen drehen sich um Frustration und die Sehnsucht nach einer besseren Welt; Langeweile und Gleichgültigkeit spiegeln seine Existenz wider.
- Werke: Perfil del aire (beeinflusst von Guillén), Un río, un amor (Thema Liebe), Donde habite el olvido (Thema Surrealismus), La realidad y el deseo (Zusammenstellung seines Gesamtwerks), Vivir sin estar viviendo (nach dem Krieg und Exil).
- Stil: Großer Einfluss von Bécquer, Plauderton mit Verwendung von Umgangssprache und langen, ungereimten Versen. Er spiegelt seine innere Welt mit einem starken romantischen Gefühl wider.
Rafael Alberti (1902–1999)
Er widmete sich zunächst der Malerei, bevor er sich der Literatur zuwandte. Sein Werk zeigt Einflüsse von Garcilaso, Lope de Vega und traditionellen Liedern.
- Werke: Marinero en tierra (volkstümliche Thematik), Sobre los ángeles (surrealistische Thematik), El poeta en la calle (humanisierte Thematik).
- Stil: Bekannt als Dichter des Volkes aufgrund seines einfachen Stils. Er nutzt Poesie als Instrument und Mittel zur Kommunikation, um Aktionen auszudrücken und zu bewegen.