Die Generation von 27: Spanische Avantgarde und Lyrik

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Die Generation von 27: Ursprung und Ästhetik

Die Generation von 27 entstand anlässlich der Dreihundertjahrfeier zum Tod des Dichters Luis de Góngora. Ziel war es, ein Bewusstsein für die Avantgarde in der Dichtung zu schaffen und die Tradition des 19. Jahrhunderts abzulehnen. Durch Manifeste im Stil der Avantgarde und die Verbindung von Moderne mit der Wiederentdeckung des Barocks weitete sich der Einfluss auf das gesamte Goldene Zeitalter aus. Die Begegnung mit der Literatur basierte auf ästhetischen Gründen, die durch drei Merkmale gekennzeichnet sind: die Freiheit der Phantasie und des Einfallsreichtums, die Vorherrschaft der Metapher sowie die Autarkie als Produkt einer elitären und entmenschlichten literarischen Handlung.

Die drei Entwicklungsstufen

Die Entwicklung der Gruppe lässt sich in drei Phasen unterteilen:

  1. Ursprünge bis zum Bürgerkrieg: Diese Phase ist ästhetisch durch das Streben nach persönlichem Ausdruck gekennzeichnet; die wichtigsten Bücher wurden zwischen 1928 und 1936 veröffentlicht.
  2. Vom Bürgerkrieg bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs: Die Inhalte wurden dramatischer und engagierter.
  3. Bis zum Tod der jüngsten Dichter im 20. Jahrhundert: In dieser Phase wurde ein ästhetisches Gleichgewicht zwischen den vorherigen Positionen erreicht.

Soziokultureller Charakter der Generation

Die Generation von 27 war liberal, progressiv und akademisch geprägt. Die Mitglieder waren Söhne von Kaufleuten, reichen Bauern, Fachleuten und Aristokraten. Sie genossen eine gute wirtschaftliche Situation, waren mehrsprachig, studierten an Universitäten und waren oft Philologen. Sie gehörten der liberalen Bourgeoisie an, waren politisch links orientiert, zeigten wenig Interesse an Religion (Agnostiker und Atheisten) und waren Patrioten. Sie pflegten einen spielerischen Lebenssinn, trieben Sport und befürworteten sexuelle Freiheit. Maschinen, Erfindungen und neue Kommunikationsmittel akzeptierten sie als etwas Zeitgemäßes. Zu den bedeutenden Frauen dieser Generation zählen Teresa M. León und Concha Méndez.

Lehrer und intellektuelle Einflüsse

Die Gruppe fühlte sich früheren Autoren verpflichtet, darunter der Philosoph Ortega y Gasset, der Avantgardist Gómez de la Serna und der Dichter Juan Ramón Jiménez. Das spanische Kultursubstrat wurde seit 1868 durch die liberale Institución Libre de Enseñanza unter der Leitung von Herrn Giner und Don Bartolomé Cossío befruchtet. Die dort vermittelten Lebensregeln basierten auf metaphysischen Ansätzen für den Alltag junger Menschen: Man sollte liberal und säkular, aber respektvoll gegenüber Überzeugungen sein. Dialog, Toleranz und das Bewusstsein für das eigene Handeln in Harmonie mit der Natur sowie die Liebe zu Seele und Körper waren zentral, um glücklich als Weltbürger zu leben.

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