Die Generation von '98: Eine literarische Bewegung

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Die Generation von '98

Die Generation von '98 bezeichnet eine literarische Bewegung, die im späten 19. Jahrhundert in Spanien entstand. Sie wurde durch die Krise nach dem Verlust der spanischen Kolonien im Jahr 1898 ausgelöst.

Charakteristische Merkmale

  • Die Rebellion gegen die politische Korruption der Restauration, die zum Verlust der Kolonien führte.
  • Die Würdigung der Figur von Mariano José de Larra.
  • Der Versuch, vergessene Aspekte der spanischen Kultur wiederzuentdecken: alte Städte, Landschaften, mittelalterliche Schriftsteller sowie die traditionelle und reine Sprache.

Gemeinsame Themen

  • Die religiöse Frage: Die meisten dieser Autoren sind keine Gläubigen im orthodoxen Sinne. Dennoch findet sich in ihren Werken (vor allem bei Unamuno) eine tiefe Sorge um den Sinn des Lebens, die Bestimmung des Menschen nach dem Tod und eine klare Nostalgie für den Glauben der einfachen Menschen.
  • Die Frage nach Spanien: Dies ist das Rückgrat der Gruppe. „Es tut weh, Spanien“ (ein Satz von Unamuno), doch dahinter steht eine tiefe Liebe. Die Analyse der nationalen Situation erfolgt auf verschiedenen Ebenen: Kritik an der Gesellschaft (vor allem an den herrschenden Klassen), die Bewunderung für die Schönheit der Landschaften und Völker sowie Kritik an der Rückständigkeit der Bauern (ihr Neid und der Mangel an Solidarität). Besondere Aufmerksamkeit gilt Kastilien, das im Mittelpunkt zahlreicher Gedichte und Essays steht.
  • Ein kritischer Blick auf die nationale Geschichte: Hierbei ist die Erschöpfung präsent (der Anspruch der „Intrahistorie“, also der Bräuche und Lebensweisen des Einzelnen).
  • Mittelalterliche Tradition: Das Beste des spanischen Geistes wird in der mittelalterlichen Tradition verortet.
  • Philosophische Einflüsse: Distanz zum Realismus durch die Auseinandersetzung mit Philosophen wie Schopenhauer und Kierkegaard.
  • Sprachstil: Abkehr vom mächtigen modernistischen verbalen Artefakt hin zur Kultivierung einer natürlichen und antirhetorischen Sprache.

Wichtige Vertreter

Zu den Mitgliedern dieser Generation gehörten der Vorläufer Ángel Ganivet sowie Miguel de Unamuno, Pío Baroja, Ramón del Valle-Inclán, Antonio Machado und Azorín.

Der Roman ist das Genre, das von den Autoren der Generation von '98 am stärksten gepflegt wurde.

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