Geografie Europas und Spaniens: Relief, Klima und Gewässer
Eingeordnet in Geographie
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 6,87 KB
Das Relief Europas
Europa umfasst eine Fläche von etwa 10,4 Millionen km² und ist damit der zweitkleinste Kontinent. Das Gebiet ist geprägt von einem niedrigen Niveau mit einer mittleren Höhe von 340 m. Es lassen sich drei Haupteinheiten unterscheiden:
- Die Berge, alten Massive und Hochebenen: Sie befinden sich im Nordwesten und Osten des Kontinents. Dazu gehören das Skandinavische Gebirge, der Ural und das französische Zentralmassiv.
- Die Ebenen: Diese liegen im Zentrum und Osten des Kontinents und erstrecken sich von Frankreich bis nach Russland.
- Die alpinen Bereiche: Sie befinden sich an der Mittelmeerküste. Höhepunkte sind die Pyrenäen, Alpen, der Balkan, die Karpaten und der Kaukasus. Im Kaukasus liegt der Vulkan Elbrus, Europas höchster Gipfel mit 5.633 m.
Europäische Flüsse und Seen
Flüsse und Seen sind in Europa von grundlegender Bedeutung, da sie als Transport- und Kommunikationswege dienen.
- Arktisches Einzugsgebiet: Die Flüsse sind im Frühjahr und Herbst schiffbar, wie die Nördliche Dwina und die Petschora.
- Atlantikküste: Hier fließen große Flüsse, da es das ganze Jahr über regnet. Beispiele sind die Düna, Weichsel, Oder, Elbe, Rhein, Seine, der Tajo und die Loire.
- Mediterrane Seite: Kurze und unregelmäßige Flüsse wie der Ebro, die Rhone und der Po.
- Schwarzes Meer: Hier münden zwei der längsten Flüsse Europas: die Donau und der Dnjepr.
- Kaspisches Meer: Hier befinden sich die Mündungen des Urals und der Wolga, welche mit 3.500 km der längste Fluss des Kontinents ist.
- Seen: Diese sind vor allem eiszeitlichen Ursprungs. Die größten sind der Ladogasee und der Onegasee.
Das Klima in Europa
In Europa dominieren gemäßigte Klimazonen. Es lassen sich folgende Typen unterscheiden:
- Ozeanisches Klima: An der Atlantikküste von Nordportugal bis Norwegen. Die charakteristische Landschaft ist der atlantische Wald, in einigen Gebieten gibt es Heidekraut (Heide, Ginster, Binsen).
- Kontinentalklima: In Mittel- und Osteuropa. Es herrscht Graslandvegetation und in kalten Umgebungen die Taiga (Fichte und Tanne).
- Mittelmeerklima: In Südeuropa und am Mittelmeer. Hier wachsen Büsche, Sträucher, Eichen und Kiefern.
- Kaltes Klima: In Polarregionen und auf hohen Bergrücken. Nördlich des Polarkreises herrscht polares Klima mit Tundra-Vegetation. In den Hochgebirgen dominiert ein alpines Klima mit einer Landschaft aus Wäldern und Wiesen.
Relief der Iberischen Halbinsel
Die Halbinsel wird von einer großen zentralen Hochebene (Meseta) dominiert; die durchschnittliche Höhe des Landes liegt bei 660 m.
- Zentralsystem: Es teilt die Hochebene in zwei Sub-Plateaus (Nord und Süd). Das Nordbecken umfasst das Einzugsgebiet des Duero, das Südbecken die Flüsse Tajo und Guadiana, getrennt durch die Berge von Toledo.
- Randgebirge der Meseta: Im Nordwesten das Galicische Massiv, im Norden das Kantabrische Gebirge, im Osten das Iberische Randgebirge und im Süden die Sierra Morena.
- Gebirge außerhalb der Meseta: Die Pyrenäen bilden im Norden die Grenze zu Frankreich. Das Katalanische Küstengebirge erstreckt sich parallel zur Nordostküste. Die Betischen Kordilleren im Süden bestehen aus der Penibética und der Subbética. Der Mulhacén in der Sierra Nevada (Penibética) ist mit 3.478 m der höchste Gipfel der Halbinsel.
- Becken (Depressionen): Das Ebro-Becken im Norden liegt zwischen dem Iberischen System, den Pyrenäen und dem Katalanischen Küstengebirge. Das Guadalquivir-Becken liegt im Süden zwischen der Sierra Morena und den Betischen Kordilleren.
- Küstenrelief: In Galicien ist die Küste massiv und von Rias (Meeresbuchten) geprägt.
Relief der spanischen Inseln
- Balearen: Mallorca, Menorca, Ibiza, Formentera und Cabrera. Meist flaches Relief mit wenigen Erhebungen. Ausnahme: Sierra de Tramuntana auf Mallorca, eine Verlängerung des Betischen Systems.
- Kanarischer Archipel: Vulkaninseln wie Teneriffa, La Palma, La Gomera, El Hierro, Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote. Das Gelände ist bergig, außer auf Lanzarote und Fuerteventura. Der Vulkan Teide auf Teneriffa ist mit 3.718 m der höchste Berg Spaniens.
Spanische Flüsse
Die Flüsse münden in drei verschiedene Meere: das Kantabrische Meer, den Atlantik und das Mittelmeer.
- Kantabrische Seite: Kurze Flüsse in hügeligem Gelände mit reichlicher und regelmäßiger Wasserführung (Bidasoa, Nervión, Pas, Sella, Nalón, Navia).
- Atlantische Seite: Die galicischen Flüsse sind kurz (außer der Miño und sein Nebenfluss Sil). Die restlichen Flüsse sind lang und führen dank ihrer Nebenflüsse viel Wasser (Duero, Tajo – der längste der Halbinsel, Guadiana, Guadalquivir). Einige sind schiffbar.
- Mediterrane Seite: Diese Flüsse sind kürzer als die atlantischen und führen aufgrund des Klimas unregelmäßig Wasser. Es gibt schwere Überschwemmungen im Frühjahr und Herbst sowie Dürre im Sommer. Wichtige Flüsse sind Turia, Júcar und Segura. Der Ebro ist mit 910 km der längste und wasserreichste Fluss Spaniens; er mündet in einem Delta ins Mittelmeer. Auf den Inseln gibt es Sturzbäche (Torrentes), die bei Regen hohe Geschwindigkeiten erreichen.
Landschaften und Klimazonen in Spanien
In Spanien herrscht überwiegend mediterranes Klima.
- Ozeanisches Klima (Atlantik): Dominiert zwischen Galicien und den Pyrenäen. Üppiges Grün, immergrüne Sträucher, Heide und atlantische Wälder.
- Mittelmeerklima: Nimmt den Rest der Halbinsel, die Balearen, Ceuta und Melilla ein. Der Niederschlag ist gering. Man unterscheidet:
- An der Küste: Warme Sommer, milde Winter. Im Spätsommer oft sintflutartige Regenfälle (Gota Fría), die zu Überschwemmungen führen können.
- Im Landesinneren: Extreme Temperaturen (sehr heiß im Sommer, sehr kalt im Winter).
- Südosten: Gekennzeichnet durch starke Trockenheit. Die Vegetation besteht aus Macchia und mediterranem Wald.
- Subtropen: Auf den Kanarischen Inseln sind die Temperaturen ganzjährig warm. Regen fällt selten, meist im Winter. Es gibt Lorbeerwälder in feuchten Lagen sowie Trockengebüsche in niederschlagsarmen Gebieten.
- Hochgebirgsklima: Tritt nur in den höchsten Lagen auf.