Geografie Spaniens: Boden, Wasser und Umwelt
Eingeordnet in Geologie
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 7,4 KB
Bodenkunde: Entstehung und Bodenarten
Artikel 3 (D): Boden
Der Boden ist die oberflächliche Schicht der Erdkruste. Er besteht aus chemischen Elementen, Flüssigkeiten, Gasen und Feststoffen.
- Horizonte: Bodenschichten, die sich als Folge der Erdentwicklung bilden. Jeder Horizont besitzt eigene physikalische, chemische und biologische Eigenschaften.
- Auswaschung (Leaching): Ein Prozess, bei dem Regenwasser Stoffe in die unteren Schichten wäscht.
- Bodenprofil: Dieses besteht aus der Gesamtheit aller Horizonte.
- Pedogenese: Eine Wissenschaft, welche die Entstehung und Entwicklung des Bodens untersucht.
- Braunerde (Brown Land): Befindet sich in ozeanischem Klima. Hier entwickelten sich Böden, die reich an Humus sind.
- Ranker: Geeignet für Weide und Wald. Sie sind wenig entwickelt und befinden sich in geneigten Bereichen mit viel Erosion.
- Vertisole: Diese befinden sich in Gebieten wie Andalusien. Diese Böden sind sehr fruchtbar und bestehen ursprünglich aus Ton.
- Roter Boden (Terra Rossa): Kalkhaltige Böden, die für Baumkulturen und Weiden geeignet sind; sie liegen in mediterranem Klima.
- Ausgangsgestein (Bedrock): Aus diesem Substrat bildet sich der Boden. Ein Beispiel hierfür ist Granit.
- Zonale Böden: Ihr Ursprung ist eng mit dem Klima der Region verbunden.
- Azonale Böden: Diese haben keine konkrete Definition bezüglich der Klimazone.
- Intrazonale Böden: Sie haben ihre eigenen Eigenschaften und sind klar definiert. Ein Beispiel hierfür sind die Ranker.
Wasserwirtschaft und Hydrologie
Einzugsgebiete der Iberischen Halbinsel
Ein Einzugsgebiet ist ein Territorium, dessen Wasser in einen Hauptfluss und seine Nebenflüsse abfließt. Die wichtigsten Flüsse sind der Miño, Duero, Tajo, Guadiana, Guadalquivir, Ebro, Júcar und Segura. Die Flüsse und ihre Nebenflüsse leiten das Wasser in drei Meeresgebiete: den Atlantik, das Mittelmeer und das Kantabrische Meer.
- Atlantikküste: Die Flüsse sind unregelmäßig und lang; sie führen Hochwasser im Frühjahr und Herbst sowie Niedrigwasser im Sommer.
- Mittelmeerküste: Mit Ausnahme des Ebro sind die Flüsse kurz und unregelmäßig. Es gibt häufige Überschwemmungen und Hochwasser im Herbst.
- Kantabrische Seite: Die Flüsse sind kurz und führen regelmäßig Wasser.
- Torrentes: Intermittierende Flussläufe, die nur Wasser führen, wenn es regnet. Auf den Kanaren und Balearen gibt es nur durch Quellwasser gespeiste Bäche.
Seen, Feuchtgebiete und Grundwasser
Seen: Gewässer, die sich ansammeln und eine gewisse Tiefe erreichen. Sie können wie folgt klassifiziert werden:
- Endogen: Ihr Ursprung liegt in den inneren Kräften der Erde (tektonisch oder vulkanisch).
- Exogen: Ihr Ursprung liegt in Eis, Regen oder Wind. Es gibt drei Arten: 1) Gletscherseen (Moränenseen, Kar-Seen), Küstenseen und Lagunen, die durch eine Nehrung vom Meer getrennt sind. 2) Karstseen: Entstehen durch die Auflösung von Kalkstein (z. B. Ruidera-Seen). 3) Arreische Seen: Entstehen in ariden Gebieten durch Verdunstung in sehr flachen Becken (z. B. Tablas de Daimiel).
Feuchtgebiete (Humedades): Erweiterungen des Bodens, die durch seichtes Wasser bedeckt sind. Moore (Peatlands) sind Bereiche mit viel Vegetation, die im Boden verkohlen.
Grundwasserleiter (Aquifere): Entstehen durch das Eindringen von Regenwasser in den Boden. Sie haben folgende Eigenschaften: keine schädlichen Elemente und eine stabile Temperatur; sie dienen der Bewässerung in Trockenzeiten. Auf der Iberischen Halbinsel befinden sie sich am Fuße der Berge oder in Flusssenken und können Wasser in Flüsse, Bäche oder das Meer abgeben.
Wasserbau und Infrastruktur
Hierbei handelt es sich um Infrastrukturen zur Regulierung und Verbesserung der Wasserqualität:
- Flussregulierung: Stauseen (Speicherung von Wasser), Kanäle (Verteilung des Wassers) und Überleitungen (Transfers von wasserreichen in wasserarme Becken).
- Alternative Ressourcen: Entsalzungsanlagen und Dämme zur Energiegewinnung.
- Qualitätsverbesserung: Kläranlagen für Trinkwasser und Abwasserreinigungsanlagen, um Verschmutzungen zu vermeiden.
Wasserwirtschaft in Spanien
Die Wasserbilanz beschreibt das Verhältnis zwischen vorhandenen Ressourcen und dem Verbrauch. In Spanien gibt es Probleme durch ein jährliches Defizit:
- Die Nachfrage ist im Mittelmeerraum am höchsten, wo die Ressourcen selten sind.
- Das Netzwerk von Staudämmen ist teilweise unzureichend.
- Jährliche Verluste entstehen durch undichte Leitungen in der Landwirtschaft und im urbanen Raum.
Der Wasserverbrauch in Spanien ist hoch: Die Landwirtschaft benötigt 80 %, während die Industrie 6,4 % beansprucht. Der Nationale Hydrologische Plan (NHP) versucht, regionale Ungleichgewichte auszugleichen. Ziele sind: Gerechte Verteilung, Rationalisierung der Nutzung und Bestrafung von Verschwendung.
EU-Politik: Die Wasserrahmenrichtlinie
Die Europäische Union hat mit der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL/DMA) Leitlinien für eine nachhaltige, gerechte und verantwortungsvolle Wassernutzung geschaffen, um Risiken für die aquatische Umwelt zu minimieren.
Umweltprobleme und Naturschutz
Luftverschmutzung
- Saurer Regen: Niederschlag mit höherem Säuregehalt als üblich.
- Ozonschichtabbau: Verringert die Filterung von UV-Strahlung, was zu Störungen bei Pflanzen und Tieren sowie zu Krebs und Katarakten beim Menschen führt.
- Treibhauseffekt: Gase verhindern das Entweichen von Strahlung ins All, was zu Dürren und Überschwemmungen führt.
- Smog und Staub: Verursacht durch Autos und Industrie; führt zu gesundheitlichen Schäden in Städten.
- Lärm: Verursacht physische und psychische Schäden.
Entwaldung und Bodenerosion
- Entwaldung: Zerstörung der Vegetation durch Waldbrände (96 % durch Menschen verursacht) und Flächenbedarf für Landwirtschaft, Viehzucht und Industrie.
- Bodenverunreinigung: Verursacht durch industrielle Abwässer oder Überdüngung.
- Bodenerosion: Verstärkt durch menschliches Handeln, Abholzung und unangemessene Landwirtschaft.
- Wüstenbildung (Desertifikation): Verlust von fruchtbarem Oberboden (besonders im Guadalquivir-Becken und Südosten).
Abfallwirtschaft (RSU)
Siedlungsabfälle (RSU) weisen einen hohen Grad an Verschmutzung auf und sind oft nicht biologisch abbaubar.
- Legale Deponien: Verändern die Landschaft und können durch Gasemissionen den Boden verschmutzen.
- Illegale Deponien: Stellen ein unkontrolliertes Kontaminationsrisiko dar.