Geographie, Klima und natürliche Ressourcen Spaniens

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Physische Geographie: Flüsse und Küsten Spaniens

Wichtige Flusssysteme

Die physische Geographie Spaniens umfasst bedeutende Flüsse wie den Ebro, Llobregat, Turia, Júcar (Valencia), Guadalhorce (Andalusien), Vinalopó und den Segura (Murcia). Zu den atlantischen Flüssen zählen der Guadiana, Tejo, Duero und der Guadalquivir. Die kantabrischen Flüsse umfassen den Bidasoa, Nervión, Nalón, Narcea und den Eo.

Kaps und Buchten

Wichtige Kaps sind Creus, Palos, Gata, die Meerenge von Gibraltar, Trafalgar, Finisterre und Estaca de Bares. Zu den bedeutenden Buchten zählen San Vicente und der Fels von Gibraltar.

Klimazonen und Biogeographie

Klimatische Vielfalt

Spanien weist verschiedene Klimazonen auf: das atlantische, das kontinentale und das mediterrane Klima. Die Biome der Halbinsel umfassen das Mittelmeer-Gebiet, gemäßigte Laubwälder (atlantisch), Hochgebirgsregionen und Lorbeerwälder (Kanaren).

Biogeographische Zonen

Die Breite der Halbinsel liegt in der gemäßigten Zone, was die Entwicklung von zwei biogeographischen Regionen ermöglicht: der euro-sibirischen und der mediterranen Region. Im Mittelmeerraum, der auf der Halbinsel vorherrscht, werden Gebiete mit Niederschlagsmengen zwischen 200 und 800 mm pro Jahr unterschieden.

Relief und Vegetation

Das spanische Relief

Das peninsulare Relief wird durch ein großes zentrales Plateau (die Meseta) geprägt, das von Gebirgsketten (Serranías) umgeben ist. Es überwiegt das Hochland; nur 11 % der Fläche liegen unter 200 m Höhe. Die Pyrenäen trennen die Halbinsel vom restlichen Festlandeuropa.

Vegetationstypen

  • Mediterran: Immergrüne Wälder (perennifoli).
  • Atlantisch: Laubwälder mit Bäumen, Farnen und Moosen sowie Heiden und Wiesen.
  • Lorbeerwald: Koniferenwälder und Lorbeergewächse.

Faktoren für die Landschaftsvielfalt sind das Relief, die Bodentypen sowie menschliche Aktivitäten wie Landwirtschaft, Urbanisierung und der Bau von Infrastrukturen.

Natürliche Ressourcen und Energie

Mineralien und Rohstoffe

Zu den mineralischen Ressourcen gehören metallhaltige Minerale (Kupfer, Gold) sowie industrielle Mineralien und Gesteine (Granit, Schiefer und Marmor). Kohle ist vorhanden, jedoch ist deren Ausbeutung aufgrund der Umweltverschmutzung (saurer Regen) rückläufig.

Energieversorgung

Erdgas stammt meist aus Algerien. Erdöl wird teilweise bei Tarragona gefördert, doch Spanien hängt stark von Importen ab (Iran, Irak, Saudi-Arabien). Auch Kohle aus Südafrika wird genutzt.

Wasserwirtschaft

Wasser ist eine lebenswichtige Ressource für Landwirtschaft, Industrie, Dienstleistungen und Tourismus (z. B. Golfplätze, Pools). Aufgrund des Klimas herrscht in Spanien oft Wasserknappheit. Grundwasser wird intensiv für die Landwirtschaft und Städte genutzt, was jedoch zu Problemen durch Übernutzung und Kontamination durch Viehzucht führt.

Bodenbeschaffenheit und Landwirtschaft

Die Bodenarten variieren stark:

  • Aridisols: Sehr trocken (Aragonien, Murcia, Alicante, Almería).
  • Inceptisols: Weit verbreitet auf der Halbinsel, wichtig für die Landwirtschaft.
  • Entisols: An der Mittelmeerküste zu finden.
  • Alfisols: Machen etwa 5 % des Territoriums aus (Guadalajara, Guadalquivir-Becken).

Erneuerbare Energien und Forstwirtschaft

Solarenergie und Windkraft

Die Nutzung erneuerbarer Energien wächst: Solarenergie wird für Strom und Warmwasser sowie in der nachhaltigen Landwirtschaft genutzt. Windkraft ist eine wichtige Ressource, besonders in Regionen wie Navarra. Windparks befinden sich in windigen Gebieten, wobei auch Offshore-Anlagen (im Meer) angedacht sind, trotz der mangelnden Kontinuität des Windes.

Forstwirtschaftliche Ressourcen

Waldflächen wachsen durch die Aufgabe unproduktiver Agrarflächen. Im Mittelmeerraum haben Steineichen (Alzina) und Kiefern ein langsames Wachstum und sind ökonomisch oft unrentabel, bieten aber Potenzial für Biomasse zur Stromerzeugung.

Umweltrisiken und Naturschutz

Naturgefahren

Das mediterrane Klima bringt Dürren, herbstliche Überschwemmungen und Waldbrände (durch hohe Temperaturen und geringe Niederschläge) mit sich. Almería ist zudem von Wüstenbildung bedroht, wodurch der Boden seine Eigenschaften verliert.

Seismisches Risiko

Die Halbinsel liegt in einer Zone mit moderater seismischer Gefährdung, insbesondere an den Kontaktstellen der tektonischen Platten (afrikanische und euroasiatische Platte) nahe der Straße von Gibraltar.

Anthropogene Risiken

Menschlich verursachte Risiken entstehen durch den Transport gefährlicher Güter (z. B. die Prestige-Ölpest), Bergbau und Kernenergie.

Management des Naturerbes

Etwa 11,6 % der Staatsfläche stehen unter Naturschutz. Auf den Kanaren und in La Rioja sind teilweise bis zu 30 % der Fläche geschützt. Die Kategorien umfassen Nationalparks, Naturschutzgebiete, Naturparks, Naturdenkmäler und geschützte Landschaften. Die EU definiert zudem Schutzgebiete im Rahmen von Natura 2000.

Besonderer Schutz gilt den Hochgebirgen, da diese fragile Ökosysteme sind, sowie Feuchtgebieten (z. B. Tablas de Daimiel, Ebro-Delta, Llobregat-Delta), die durch Urbanisierung und Landwirtschaft bedroht sind.

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