Geographische und geologische Grundbegriffe
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Geographische Koordinaten
Breitengrad (Latitude): Dies ist der Winkelabstand zwischen einem beliebigen Punkt auf der Erdoberfläche und dem Äquator. Er wird in Grad gemessen, von 0° bis 90°, ausgehend vom Äquator nach Norden und nach Süden.
Längengrad (Longitude): Die Länge eines Ortes ist der Winkel zwischen der Ebene des Meridians des Ortes und der Ebene des Meridians von Greenwich. Die Länge wird in Grad von 0° bis 180° vom Meridian von Greenwich nach Osten (E) und Westen (W) gemessen.
Geologische Strukturen und Reliefbildung
Verwerfung (Falla): Eine Bruchlinie und Diskontinuität zwischen zwei Gesteinsblöcken, entlang derer sich die Blöcke vertikal oder horizontal bewegen.
Rumpffläche: Diese Landform nimmt oft große Flächen ein und bietet eine leicht wellige Oberfläche. Sie besteht aus alten Materialien. In Spanien befinden sie sich im Nordwesten der zentralen Hochebene (nördliches Sub-Plateau).
Sockel: Ein geologisches Gefüge der Erdkruste aus sehr altem, hartem Gestein, das die Basis einer Bergkette bildet. Die Steifigkeit des Materials erklärt die Zersplitterung in Blöcke, was eine germanische oder Bruchschollen-Erleichterung bildet.
Faltung und Gebirgsformen
Faltung: Eine wellenförmige Verformung geologischer Schichten. Sie entsteht als Folge von tektonischem Druck in plastischen Gesteinen, die sich biegen, anstatt zu brechen.
Mulde (Synklinale) und Antiklinale: Dies sind S-förmige Strukturen der Gesteinsschichten in einer gefalteten Formation.
Allochthone Gebirge: Wenn intensiver Kompressionsdruck eine sehr starke Faltung verursacht, können Falten kippen oder stürzen. Wenn diese Falten von ihrem Untergrund gelöst werden, nennt man sie allochthone Decken; die transportierten Materialien sind das Ergebnis von Schub-Evolutionen.
Appalachisches Relief (Apalachense): Das Ergebnis langer, alter gefalteter Ketten, die durch Erosion in eine Rumpffläche umgewandelt, später jedoch wieder angehoben und erneut erodiert wurden. Beispiele hierfür sind die Berge zwischen Asturien und Galizien sowie die Montes de Toledo.
Massive und Plateaus
Massiv: Eine Verbindung aus alten, erodierten Gesteinen (oft primären Ursprungs). Obwohl die Bestimmung des Gesteins kompliziert sein kann, bleibt oft nur die Wurzel der Falten übrig. Massive sind somit Überreste alter Faltengebirge.
Meseta (Hochplateau): Der Ursprung ist in der Regel ein einfaches Sedimentbecken im Landesinneren, das durch tektonische Bewegungen oder epirogenetische Vorgänge angehoben wurde. Wenn diese Plateaus groß sind, bilden die Ränder oft gefaltete Bergrücken, die sie von strukturschwachen Gebieten außerhalb trennen. Die Iberische Halbinsel ist ein klares Beispiel für ein Plateau; ihre Kanten sind: MG, CC, SI, SM.
Erosionsformen und Gesteinsformationen
Cárcava (Erosionsrinne): Eine Furchenbildung in weichen Materialien, geformt durch abfließendes Wasser. Wenn keine ausreichende Pflanzendecke vorhanden ist, greift das Wasser die Hänge an und gräbt scharfe Kanten ein. Diese Badlands erscheinen häufig in Tongebieten, da Ton ein undurchlässiges, aber weiches Gestein ist. Beispiele finden sich in den Tonbecken der beiden Plateaus oder im Ebro-Becken. In einigen Fällen versuchen Forstwirte, die Erosion an den Hängen durch Aufforstung zu stoppen (z. B. Spanien-Becken, Ciudad Encantada).
Karst- und Granitlandschaften
Karst: Dieser Begriff bezieht sich auf die Modellierung von Regionen durch die Auflösung von Kalkstein. Kalkstein ist hart, aber wasserlöslich. Diese Gebiete sind durch enge Schluchten, Dolinen, Höhlen und Poljen charakterisiert. Flüsse verschwinden oft in Schlucklöchern (Dolinen), und es bilden sich lange Rillen im Gestein (Karren).
Hoz (Klamm/Schlucht): Eine Formation, bei der Flüsse in Kalkstein tiefe, enge Täler mit fast senkrechten Wänden graben.
Lapiaz (Karren): Ein Netzwerk aus langen Nuten in Kalksteinstreifen, die durch die auflösende Wirkung von fließendem Wasser entstehen (z. B. Esera-Tal in den Pyrenäen).
Berrocal (Blockmeer): Diese entstehen durch die Zersetzung von Granit. Die Zersetzung ist besonders intensiv im Netz der Klüfte (Gelenke). Wasser sickert in Risse, gefriert und sprengt den Fels (Frostverwitterung). Beispiel: Spanisches Zentral-System.
Zeugenberg (Cerro Testigo): Ein Überbleibsel einer Plattform in einem Schichtstufenland. Durch Flusserosion in weichen Schichten entstehen Hügel. Wenn ein Plateau großflächig erodiert wird, erscheinen überall diese Zeugenberge mit flachen Gipfeln (z. B. Ebro-Becken).
Meteorologie und Klimatologie
Klima: Die Gesamtheit der Wettertypen, die an einem bestimmten Ort über einen langen Zeitraum auftreten. Die wichtigsten Faktoren sind Temperatur und Niederschlag.
Wetter (Tiempo): Der aktuelle Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit, bestimmt durch Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Niederschlag, Wind und Luftdruck.
Atmosphärische Phänomene
- Inversion: Ein Phänomen, das vor allem im Winter auftritt, wenn sich kalte, schwere Luft am Boden von Tälern sammelt.
- Isotherme: Eine Verbindungslinie zwischen Punkten mit der gleichen Lufttemperatur.
- Luftmassen: Große Luftzellen mit einheitlichen Eigenschaften hinsichtlich Temperatur, Druck und Feuchtigkeit.
- Polarfront: Die Grenzfläche zwischen zwei Luftmassen mit unterschiedlichen Eigenschaften, welche die polaren Luftmassen von der warmen Luft aus dem Süden trennt.
- Kondensation: Der Übergang vom gasförmigen in den flüssigen Zustand. Wenn feuchte Luft abkühlt und kondensiert, entsteht Regen.
Niederschlagsarten und Umwelt
Orographischer Regen (Steigungsregen): Entsteht durch ein gebirgiges Hindernis, das die Luft zum Aufsteigen zwingt. Dies verursacht Kondensation und Wolkenbildung an den dem Wind zugewandten Hängen (Luv).
Konvektionsregen: Tritt auf, wenn eine feuchte Luftmasse durch Kontakt mit einer heißen Oberfläche aufsteigt. Beim Aufsteigen kühlt sie ab, erreicht den Taupunkt und verursacht Niederschlag. Typisch sind Sommergewitter, die oft von starkem elektrischem Gerät (Blitzen) begleitet werden.
Saurer Regen: Eine Form von Niederschlag, bei dem das Regenwasser verdünnte Schwefel- und Stickstoffsäuren enthält. Es ist eine schwere Form der Umweltverschmutzung, verursacht durch Gasemissionen von Kraftwerken, Industrie und Hausbrand.
Trockenheit: Gekennzeichnet durch geringen Regen und trockene Luft. Die Temperaturen schwanken oft stark aufgrund des Mangels an Wasserdampf und Wolken, die normalerweise als Puffer wirken.
Desertifikation: Das Ergebnis menschlichen Handelns auf ein bestimmtes Ökosystem, das zur Wüstenbildung führt.