Geographisches Glossar: Geologie, Klima und Stadtplanung

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Geologie und Relief

Geosynklinale

Eine Geosynklinale ist eine Rinne oder Vertiefung in der Erdkruste, in der sich mächtige Sedimente ansammeln. Diese Sedimentbecken werden später gehoben und bilden oft Falten.

Karst

Der Begriff Karst beschreibt Landschaftsformen, die durch die chemische Auflösung von wasserdurchlässigen und harten Gesteinen wie Kalkstein entstehen. Wenn Wasser eindringt, bilden sich charakteristische Formen wie Dolinen, Ponore und Poljen.

Jurassischer Reliefstil

Der jurassische Stil ist gekennzeichnet durch den regelmäßigen Wechsel von konvexen Falten (Antiklinalen) und konkaven Falten oder Mulden (Synklinalen). Diese weichen, plastischen Formen wurden durch Sedimente aus dem Sekundär und Tertiär gebildet, wie man sie beispielsweise in den Baskischen Bergen findet.

Germanischer Reliefstil

Der germanische Stil besteht aus angehobenen Blöcken (Horsten) und abgesenkten Gräben. Diese Struktur resultiert aus der Bruchtektonik des alten, starren paläozoischen Materials während der tertiären Gebirgsbildung, wie es beim Kastilischen Scheidegebirge (Zentralsystem) der Fall ist (siehe auch die Begriffe Horst und Grabenbruch).

Sächsischer Reliefstil

Der sächsische Stil verbindet beide Prozesse: Brüche und Falten. Dies ist die Folge einer wechselnden Ablagerung von Sedimenten auf dem paläozoischen Sockel. Das starre Grundgebirge bricht auf, während sich die darüber liegenden Sedimentgesteine falten und sich so der darunter liegenden Struktur anpassen. Ein charakteristisches Beispiel hierfür ist das Iberische Randgebirge.

Cuesta-Relief (Schichtstufenlandschaft)

Das Cuesta-Relief weist eine asymmetrische Anordnung auf. Es besteht aus einer steilen Stirnseite (Böschung) und einer sanft abfallenden Rückseite. Es befindet sich häufig am Rand von Sedimentbecken und entsteht durch die selektive Erosion einer monoklinalen Schichtstruktur, bei der sich widerstandsfähige und weiche, schwach geneigte Schichten abwechseln.

Tabulares Relief (Tafelland)

Das tabulare Relief ist eine horizontale Schichtanordnung, die durch das Flussnetz freigelegt wurde. Es befindet sich im Zentrum von Sedimentbecken, die von der alpinen Orogenese nicht verformt wurden. Es besteht aus horizontalen, abwechselnden Schichten, die der Erosion unterschiedlichen Widerstand entgegensetzen.

Klimatologie und Hydrologie

Nebel

Unter Nebel versteht man in der Atmosphäre schwebende, winzige Wassertröpfchen, welche die horizontale Sichtweite auf weniger als einen Kilometer begrenzen.

Konvektionsregen

Konvektionsregen sind Niederschläge, die durch konvektive Aufwärtsbewegungen in der Atmosphäre entstehen. Sie werden durch die lokale Überhitzung von bodennahen Luftmassen verursacht, was deren Aufstieg bewirkt. Beim Aufsteigen dehnt sich die wasserdampfhaltige Luft aus und kühlt ab, was zur Kondensation führt.

Luftmasse

Eine Luftmasse ist ein physikalisch nahezu homogener Teil der Atmosphäre von großer horizontaler Ausdehnung, der sich durch eine weitgehende Gleichmäßigkeit von Feuchtigkeit, Temperatur und Druck auszeichnet.

Einzugsgebiet

Das Einzugsgebiet ist das geografische Gebiet, aus dem alles oberflächliche Wasser abfließt und in einem Hauptvorfluter oder Kanal zusammenläuft.

Oberflächenabfluss

Der Abfluss bezeichnet den Prozess, bei dem Wasser oberflächlich einen Hang hinabfließt.

Biogeographie und Bodenkunde

Machie (Maquis)

Die Machie (Maquis) ist ein dichter, oft fast undurchdringlicher Buschwald, der manchmal über zwei Meter hoch wird. Er entsteht durch die Degradation des ursprünglichen Waldes auf sauren (kieseligen) und undurchlässigen Böden.

Garrigue (Garriga)

Die Garrigue (Garriga) ist ein xerophytisches, niedrig wachsendes und immergrünes Gestrüpp. Man findet es auf kalkhaltigen Böden in den trockeneren Gebieten des mediterranen Klimas.

Terra Rossa

Terra Rossa ist eine rote, eisenoxidreiche Tonschicht, die typisch für den Mittelmeerraum ist. Sie entsteht durch die Verwitterung von Kalkstein und Dolomit unter warmen und trockenen Klimabedingungen.

Humangeographie und Stadtplanung

Reale Wachstumsrate

Die reale Wachstumsrate stellt die Bilanz aus dem natürlichen Bevölkerungswachstum (Geburtenüberschuss) und dem Wanderungssaldo (Nettozuwanderung) dar.

Periurbaner Raum

Der periurbane Raum ist das Randgebiet einer Stadt, das durch das Voranschreiten der Urbanisierung geprägt ist und sich im ländlichen Umland entwickelt.

Stadtentwicklungsplan

Ein Stadtentwicklungsplan (Flächennutzungsplan) ist ein integriertes Planungsinstrument der Gemeinde. Er klassifiziert die Bodennutzung, legt die genaue Widmung von Flächen fest, definiert die grundlegenden Elemente der allgemeinen Raumstruktur und bestimmt Programme zur Stadtentwicklung.

Gartenstadt

Die Gartenstadt ist ein städtebauliches Konzept des späten 19. Jahrhunderts, das auf der planmäßigen Verbindung von Stadt und Land basiert.

Gemeinsame Agrarpolitik (GAP)

Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ist die Agrarpolitik der Europäischen Union, welche die Leitlinien für die Mitgliedstaaten festlegt, um deren Agrarstrukturen anzupassen. Ihre Ziele sind:

  • Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität
  • Gewährleistung einer angemessenen Lebenshaltung für die landwirtschaftliche Bevölkerung
  • Stabilisierung der Märkte
  • Sicherstellung der Versorgungssicherheit zu angemessenen Verbraucherpreisen
  • Schutz der Umwelt
  • Entwicklung der am wenigsten entwickelten ländlichen Regionen

Transhumanz (Wanderweidewirtschaft)

Die Transhumanz ist eine Form der Wanderviehwirtschaft, bei der Vieh und Hirten saisonal zwischen Sommer- und Winterweiden (oft entlang traditioneller Viehwege oder Schluchten) wandern, um natürliche Futterressourcen zu nutzen.

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