Geologie: Verwitterung, Bodenbildung und Magmatismus
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Faktoren der Verwitterung
Die Verwitterung wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst:
- Mineralogische Zusammensetzung: Die Veränderung der Gesteine hängt von den Mineralien ab. Basische Mineralien mit Ionenbindungen sind anfälliger als solche mit kovalenten Bindungen.
- Klima: Ein gemäßigtes, feuchtes Klima ist am günstigsten für die Verwitterung. In trockenen Gebieten gibt es kein Wasser, was den Prozess hemmt.
- Zustand des Gesteins: Wenn das Gestein stärker fragmentiert ist, zeigt es eine größere Oberfläche, wodurch es sich schneller anpassen und verwittern kann.
Bildung und Entwicklung der Böden
Der Boden ist das Ergebnis der physikalischen und chemischen Verwitterung des Regoliths (Mantelgestein). Dieser Mantel befindet sich auf dem Fundament des Muttergesteins, stammt jedoch manchmal aus höheren Lagen.
Komponenten des Bodens
Böden bestehen zu 50 % aus mineralischer Substanz und zu 50 % aus organischer Substanz. Die organische Substanz besteht aus Resten von Pflanzen oder Tieren, die zersetzt werden und eine schwarze Paste (Humus) bilden. Während die dunkle Farbe charakteristisch ist, enthält der Boden zudem wichtige Mineralstoffe.
Faktoren der Bodenbildung
- Klima: Ein gemäßigtes, feuchtes Klima ist förderlich für die Entwicklung eines Bodens. In etwa 200 Jahren kann er sich vollständig entwickeln. Temperaturanstieg und Feuchtigkeit ermöglichen chemische Reaktionen, die die Materie transformieren.
- Relief: Flache Gebiete sind am besten für die Bodenentfaltung geeignet, da dort das Material auf dem Fundament verbleibt. An Pisten (Hängen) wird das Material durch Oberflächenwasser abgetragen und kann nicht wie in Ebenen erhalten bleiben.
- Ausrichtung: Die Bodenbildung ist in Schattenlagen (Umbria) oft besser, da dort mehr Feuchtigkeit vorhanden ist als in sonnigen Savannen.
- Gesteinszusammensetzung: Basische Gesteine fördern die Bodenbildung.
- Zeit: Die benötigte Zeit hängt vom Klima ab. In trockenen oder kalten Klimaten kann die Entwicklung Jahrtausende dauern, in feuchtem Klima nur etwa 200 Jahre.
- Biologische Aktivität: Organische Substanz wird in mineralische Materie umgewandelt, die von Pflanzenwurzeln genutzt wird. In tropischem Klima ist die Zersetzung sehr schnell, in Eisklimaten dauert sie sehr lange.
Das Bodenprofil
Je mehr differenzierte Schichten ein Boden aufweist, desto weiter ist seine Entwicklung fortgeschritten. In einem Profil unterscheidet man folgende Horizonte:
- A (Oberflächenhorizont): Enthält organische Reste.
- A1: Unzersetzte und halb zersetzte organische Reste.
- A2: Gut entwickelter Humus.
- B (Anreicherungshorizont): Hier lagern sich Mineralien aus Horizont A ab (Oxide, Hydroxide), die bis zu den Baumwurzeln reichen.
- C (Untergrund): Besteht aus Fragmenten des Fundaments, die durch oberflächliche Dekompression entstanden sind.
- D/R: Unverändertes Muttergestein (Fundament).
Bodentypen nach Regionen
Polare Gebiete
In kalten Permafrost-Böden periglazialer Bereiche taut im Sommer nur die Oberflächenschicht. Dabei entsteht ein Bodentyp namens Mollisol (sehr weiß). In weniger kalten Gebieten bildet sich Podsol, der durch intensives Auswaschen des A-Horizonts aufgrund hoher Niederschläge geprägt ist. Die Vegetation ist hier die Taiga.
Gemäßigte Zonen
Braunerden sind typisch für gemäßigte Laubwälder und besitzen einen gut entwickelten, humusreichen A-Horizont. Eine Variante ist der rote mediterrane Boden oder die Tschernosem-Erde (Schwarzerde).
Aride Gebiete
In ariden Gebieten herrscht Verdunstung vor. Durch Evapotranspiration steigen Mineralien im Porenwasser auf. Wenn der B-Horizont reich an Karbonaten ist, bilden sich im A-Horizont Kalkkrusten (Caliche).
Äquatoriale Gebiete
Hitze und Regen führen zu einem dicken Bodenprofil. Der Humus ist aufgrund schneller biologischer Zersetzung eher dünn, während sich Stoffe im B-Horizont anreichern.
Magmatische Differenzierung und Assimilation
1. Gravitative Differenzierung
Basische Magmen erstarren zuerst und sind am dichtesten. Die gebildeten Fragmente sinken in der Magmakammer nach unten, während das restliche, kieselsäurereiche Magma nach oben steigt. Kristalle mit weniger als 5 mm Durchmesser können aufgrund der Viskosität oft nicht absinken.
2. Filterpressung und Gastransport
Durch hohen Druck in der Kammer werden leichtere Elemente in Bereiche mit weniger Druck gepresst. Zudem befördern Gasblasen bestimmte Produkte an die Oberseite der Kammer.
Magmatische Assimilation
Manchmal umfasst das Magma Fragmente des Nebengesteins. Diese Fragmente (Xenolithe) können ganz oder teilweise schmelzen und so die Zusammensetzung des ursprünglichen Magmas verändern.
Texturen und Gesteinstypen
- Porphyrisch: Große Einsprenglinge in einer feinkörnigen Grundmasse (Mikrolithen), entstanden durch Abkühlung in Spalten.
- Pegmatitisch: Sehr große Kristalle, die oft in Ganggesteinen vorkommen.
- Aplitisch: Eine feinkörnige Textur basierend auf Mikrokristallen.
Vulkanische Gesteine
Diese entstehen durch die Erstarrung von Laven bei Eruptionen. Man unterscheidet:
- Pahoehoe-Lava: Stricklava mit gefalteten Formen.
- Aa-Lava: Zähe, saure Lava mit scharfer Oberfläche.
- Bimsstein: Vakuoläres Gestein aus gasreichem Magma.
- Basalt: Oft mit porphyritischer Textur und Olivinkristallen.
Pyroklastika
Bei explosiven Eruptionen entstehen:
- Vulkanische Bomben: Große Fragmente, die durch die Öffnung des Kraters geschleudert werden.
- Lapilli: Kleine Gesteinsfragmente.
- Asche: Pulverisierte Lava, die Staubwolken bildet.
Magmatische Körper (Plutone)
- Konkordant: Folgen der Schichtung des Gesteins.
- Sill: Flache Intrusion zwischen den Schichten.
- Lacolith: Pilzförmige Aufwölbung.
- Lopolith: Schüsselförmige Vertiefung.
- Diskordant: Unabhängig von der Schichtung.
- Batholith: Riesige Gesteinsmassen, die oft durch Erosion freigelegt werden.
- Dike (Gang): Magmatisches Material, das Schichten in beliebigem Winkel durchschlägt.