Geomorphologie der Iberischen Halbinsel

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Die Oberflächengestalt der Iberischen Halbinsel ist durch drei grundlegende Merkmale gekennzeichnet:

  • Die massive Form: Diese resultiert aus der großen Breite der Halbinsel und der geradlinigen Küstenführung ohne nennenswerte Einbuchtungen. Dies schränkt das Eindringen des maritimen Einflusses in das Landesinnere ein.
  • Die hohe durchschnittliche Höhe: Mit 660 m ist sie auf die Anwesenheit von Hochgebirgen zurückzuführen, da das Innere der Halbinsel aus einem umfangreichen Hochlandkern, der Meseta (Hochebene), besteht.
  • Die periphere Gebirgsanordnung: Die Gebirgszüge um die Hochebene wirken als Barriere und dämmen den Einfluss des Meeres ein.

Morphostrukturelle Einheiten

Morphostrukturelle Einheiten sind die Formen der inneren Anordnung, in denen das Relief auftritt. Die Struktur ist das Ergebnis tektonischer Bewegungen aus dem Erdinneren, die zu Faltungen, Verwerfungen und Verschiebungen der Erdkruste führen und das Grundlayout des Reliefs schaffen. Die Form resultiert aus der späteren Einwirkung äußerer Kräfte (Wasser, Eis, Wind etc.), welche die Erosion sowie den Transport von Gesteinsmaterial und Sedimenten bewirken.

Auf der Iberischen Halbinsel finden wir die folgenden Einheiten:

  • Sockel (Rumpfschollen): Hierbei handelt es sich um Ebenen und Hochebenen, die im Paläozoikum infolge der Erosion von Gebirgen entstanden sind, welche während der damaligen Gebirgsbildungen geformt wurden. Die Materialien sind paläozoische, kieselsäurehaltige Gesteine wie Granit und Quarzit. Sie sind sehr starr, weshalb sie bei neuen orogenen Bewegungen nicht gefaltet werden, sondern brechen. Derzeit dominieren hier horizontale Reliefs, die große Flächen im westlichen Teil der Halbinsel einnehmen.
  • Alte Massive: Dies sind Gebirge, die im Tertiär durch das Aufsteigen neuer Blöcke aus einem Sockel infolge des Drucks der alpinen Gebirgsbildung entstanden sind. Daher bestehen ihre Materialien ebenfalls aus dem Paläozoikum. Heute sind sie abgerundet und abgeflacht, mit ausgeprägten Erosionsflächen (z. B. Kastilisches Scheidegebirge/Central System, Berge von Toledo, Galicisches Massiv).
  • Faltengebirge (Alpine Orogenese): Dies sind große Gebirgszüge, die während der alpinen Gebirgsbildung im Tertiär durch die Faltung von Sedimentmaterialien entstanden sind, welche im Mesozoikum (Sekundärstufe) im Meer abgelagert wurden. Sie weisen steile Hänge und schroffe Formen auf, da die Erosion sie noch nicht geglättet hat. Es gibt zwei Arten:
    • Zwischengebirge: Entstanden durch die Faltung von Materialien, die am Rande des Sockels im Meer abgelagert wurden (z. B. Iberisches Randgebirge, Kantabrisches Gebirge).
    • Alpine Hochgebirge: Entstanden durch die Faltung von Materialien, die in tiefen Meeresbecken oder Geosynklinalen abgelagert wurden (z. B. Pyrenäen, Betische Kordillere).
  • Sedimentbecken: Eingesunkene Bereiche, die im Tertiär entstanden und mit Sedimenten aufgefüllt wurden. Sie bilden heute horizontale oder flach abfallende Reliefs. Es gibt zwei Arten:
    • Becken, die durch den Einbruch des Sockels aufgrund des Drucks der alpinen Orogenese entstanden sind (z. B. die Becken von Duero, Tajo und Guadiana).
    • Voralpine Depressionen, die sich auf beiden Seiten der alpinen Gebirgszüge befinden. Sie entstanden durch den Einbruch bestimmter Sektoren nach der Hebung der Kordilleren oder aus flachen Gräben, die während der alpinen Faltung bestehen blieben.
  • Germanische Kordilleren: Diese datieren nach der alpinen Gebirgsbildung. Sie werden aus Sedimentbecken gebildet, deren Materialien gefaltet wurden (z. B. Kastilisches Scheidegebirge, Berge von Toledo).

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