Geschichte der Arbeiterbewegung und Industrialisierung

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Die Arbeiterbewegung bezeichnet den Zusammenschluss von Arbeitnehmern für gemeinsame Aktionen, um ihre wirtschaftliche und politische Situation zu verbessern. Zu Beginn förderte die Bewegung Gewalt und die Zerstörung von Maschinen (Luddismus), da die Arbeiter diese für den Verlust ihrer Arbeitsplätze und niedrige Löhne verantwortlich machten. In späteren Phasen entstanden Gewerkschaften und Arbeiterverbände mit dem Ziel, die Arbeitsbedingungen zu verbessern.

  • Luddismus: Diese Strömung lehnte die Industrielle Revolution ab und drückte ihren Protest durch die Zerstörung von Industriemaschinen aus.
  • Sozialismus: Er wurde von Karl Marx und Friedrich Engels formuliert. Das Ziel war die Abschaffung des Privateigentums, da dieses als Ursache für die soziale Spaltung zwischen Bourgeoisie und Proletariat galt. Um dies zu erreichen, war eine Revolution des Proletariats unter Führung der Sozialistischen Partei notwendig, um die Macht zu erlangen und vorübergehend eine „Diktatur des Proletariats“ zu errichten.
  • Anarchismus: Diese Strömung wurde von Proudhon und Bakunin geprägt. Ziel war die Erreichung maximaler individueller Freiheit durch den Kampf gegen den Staat, Privateigentum und religiöse Institutionen. Bakunin schlug eine spontane Revolution aller unterdrückten sozialen Schichten vor, die spontan entstehen sollte.

Die Erste Internationale

Die Erste Internationale wurde 1864 in London als Internationale Arbeiterassoziation gegründet. Sie vereinte Gewerkschaften verschiedener Länder mit Sozialisten und Anarchisten im internationalen Kampf gegen den Kapitalismus. Interne Streitigkeiten führten jedoch zum Scheitern. Während Marxisten die Bildung politischer Arbeiterparteien befürworteten, setzten Anarchisten auf eine revolutionäre Gewerkschaftsbewegung und den Generalstreik. Der Konflikt endete 1872 mit dem Ausschluss der Anarchisten und 1876 mit der endgültigen Auflösung.

Das internationale Panorama

Der wirtschaftliche Aufschwung wurde durch die Fortschritte der Zweiten Industriellen Revolution und die Entwicklung des Hochkapitalismus getragen. Es gab ein starkes Bevölkerungswachstum, eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Fortschritte in der Arbeiterbewegung.

Große internationale Mächte

In Westeuropa verlor Großbritannien am Ende der viktorianischen Ära seine industrielle Vormachtstellung an Deutschland und die USA, blieb jedoch eine führende Wirtschaftsmacht. Außerhalb Europas festigten sich zwei neue Mächte:

  • Vereinigte Staaten: Nach dem Sezessionskrieg wurden sie zu einer industriellen Großmacht, deren Produktion um 1900 die des Vereinigten Königreichs übertraf.
  • Japan: Das Land leitete eine rasche Industrialisierung ein, die seinen Einfluss im pazifischen Raum stärkte.

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