Geschichte und Entwicklung der Arbeiterbewegung
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Die Entstehung der Arbeiterbewegung
Die industrielle Produktionsweise führte zum Verschwinden der Zünfte sowie zu Verarmung und Elend der Handwerker. Die Entstehung des wirtschaftlichen Liberalismus schuf harte Lebensbedingungen für Arbeiter, die durch folgende Merkmale gekennzeichnet waren:
- Sehr lange Arbeitszeiten (bis zu 14 Stunden).
- Mangel an Sicherheit und Gesundheitsschutz, wodurch Unfälle und Krankheiten an der Tagesordnung waren.
- Ausbeutung von Frauen und Kindern.
- Niedrige Löhne, die kaum den Lebensunterhalt deckten.
- Willkürliche Entlassungen ohne Entschädigung oder Leistungen.
- Kein Urlaub und keine soziale Sicherheit.
- Verbot für Arbeitnehmer, sich in Verbänden zu organisieren.
Diese Situation führte zur Entstehung der Arbeiterbewegung, die verschiedene Phasen durchlief:
Phasen der Arbeiterbewegung
Luddismus
In dieser Phase zerstörten Arbeitnehmer Maschinen, die sie für ihre prekäre Situation verantwortlich machten. Die Bewegung wurde streng unterdrückt.
Gewerkschaften
Es bildeten sich Vereinigungen lokaler Arbeitnehmer desselben Handwerks, um ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern. Sie wurden abwechselnd legalisiert und verfolgt.
Chartismus
Benannt nach der „People's Charter“. Arbeitnehmer sandten ein Dokument mit Tausenden von Unterschriften an das englische Parlament, um bessere Arbeitsbedingungen und das allgemeine Wahlrecht zu fordern. Diese Anträge wurden ignoriert.
Parallel dazu entstand der utopische Sozialismus, der unrealistische Lösungen für die Probleme des Kapitalismus vorschlug.
Die moderne Entwicklung der Arbeiterbewegung
Im 19. Jahrhundert erreichte die Arbeiterbewegung durch neue Kampfmittel, wie den Generalstreik, eine hohe Entwicklungsstufe. Parallel dazu entstanden revolutionäre Ideologien:
- Marxismus: Eine politische Ideologie, basierend auf den Werken von Karl Marx und Friedrich Engels (Das Kapital, Das Kommunistische Manifest). Sie befürwortet das Ende des Kapitalismus durch Klassenkampf. Ziel ist die klassenlose Gesellschaft und die Kollektivierung der Produktionsmittel.
- Anarchismus: Entwickelt von P.J. Proudhon und angeführt von M. Bakunin. Diese Ideologie fordert die totale Freiheit des Einzelnen, lehnt jede Form von Regierung und Autorität ab und verteidigt die Aufhebung des Privateigentums. Ihre soziale Organisation basierte auf dem Ideal der Kommune. Um ihre Ziele zu erreichen, wurde teilweise Gewalt angewendet.
Die internationale Arbeiterbewegung
In den 1860er Jahren erkannten Arbeitnehmerverbände, dass ihre Probleme international identisch waren. Sie beschlossen, den Kampf der Arbeiter weltweit zu koordinieren. Bis 1914 scheiterten die zwei internationalen Arbeitervereinigungen an der Spaltung zwischen Anarchisten und Kommunisten sowie am Beginn des Ersten Weltkriegs.
Gesellschaftliche Veränderungen
Die wichtigsten Veränderungen durch die industrielle Entwicklung waren:
- Das Verschwinden der Ständegesellschaft.
- Die Entstehung einer Klassengesellschaft, in der Geld das wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist.
- Der Aufstieg des Bürgertums und die Entstehung des Proletariats (Arbeitnehmer, die gegen Lohn arbeiten).
Die Entwicklung der Städte
Im 19. Jahrhundert wuchsen die Städte dramatisch durch Bevölkerungswachstum und Landflucht. Dies führte zu:
- Trennung der Wohnviertel nach sozialen Schichten.
- Entwicklung neuer städtischer Infrastruktur (öffentlicher Verkehr, Kanalisation, öffentliche Gebäude).
Merkmale der Gesellschaft
- Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
- Es gibt kein allgemeines Wahlrecht.
- Es gibt keine festen Stände mehr und die Möglichkeit der sozialen Mobilität besteht.