Geschichte und Grundlagen der modernen Ökonomie

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Die Entstehung der modernen Wirtschaftswissenschaft

Obwohl Diskussionen über Produktion und Vertrieb eine lange Geschichte haben, wird die Wirtschaftswissenschaft im modernen Sinne als eigenständige Disziplin konventionell auf die Veröffentlichung von The Wealth of Nations von Adam Smith im Jahr 1776 datiert.[7] Darin beschreibt er die Disziplin mit folgenden Worten:

Politische Ökonomie, als Zweig der Wissenschaft von einem Staatsmann oder Gesetzgeber, verfolgt zwei unterschiedliche Ziele: erstens, dem Volk ein reichliches Einkommen oder Lebensunterhalt zu verschaffen, und zweitens, den Staat oder das Gemeinwesen mit ausreichenden Einnahmen für den öffentlichen Dienst zu versorgen. Sie schlägt vor, sowohl das Volk als auch den Souverän zu bereichern.

Smith bezeichnete das Fach als „politische Ökonomie“, doch dieser Begriff wurde nach 1870 allmählich durch „Wirtschaft“ (Ökonomie) ersetzt.[9]

Die Physiokratie und ihre Lehren

Die Physiokraten bildeten eine geschlossene Gruppe, die oft als „Sekte“ bezeichnet wurde. Ihre Theorien waren eine Reaktion auf die Kommerzialisierung und bestimmte Merkmale des feudalen Ancien Régime.

  • Wissenschaftlicher Ansatz: Sie gelten als Begründer der ökonomischen Theorie, da sie erste Gesetze der wirtschaftlichen Reproduktion entdeckten.
  • Natürliche Ordnung: Die Physiokratie betonte die Harmonie zwischen menschlichen Aktivitäten und den Gesetzen der Natur.
  • Analogie zur Biologie: Die Gesellschaft wurde wie ein biologischer Organismus betrachtet, in dem Geld und Märkte die Zirkulation steuern.

Die Rolle des Staates und der Wirtschaftspolitik

Die Physiokraten vertraten eine liberale Ausrichtung und forderten:

  • Infrastruktur: Regierungen sollten Hindernisse für den freien Handel beseitigen und Infrastruktur wie Straßen, Brücken und Kanäle bereitstellen.
  • Laissez-faire: Sie waren Vorkämpfer für Laissez-faire, laissez-passer.
  • Wirtschaftsliberalismus: Der Fokus lag auf der Landwirtschaft als Quelle des Reichtums, während Industrie und Handel als „steril“ betrachtet wurden, da sie lediglich Werte in Höhe der Lohnkosten produzierten.
  • Freihandel: Insbesondere der freie Handel mit Getreide sollte die Preise stabilisieren und die Produktion stimulieren.

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