Die Geschichte der Zweiten Internationale

Eingeordnet in Geschichte

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 3,13 KB

Die Zweite Internationale

Die Zweite Internationale wurde in Paris gegründet, wo sie als Verband organisiert wurde, in dem nur ideologisch homogene Parteien der Sozialisten verbunden waren. Es wurde ein Internationales Sozialistisches Bureau eingerichtet, um die Kontinuität der Aufgaben zu gewährleisten, die vom Kongress vorgegeben wurden. Dieses fixierte die Ziele und Aktionen der internationalen sozialistischen Bewegung.

Ziele und Symbole der Bewegung

Der Kongress verabschiedete Resolutionen, die Gesetze zum Schutz der Arbeitnehmer, den 8-Stunden-Tag und die Abschaffung der Kinderarbeit forderten. Man verurteilte den Krieg und rief die Arbeiter dazu auf, Mitglieder der sozialistischen Parteien zu werden. In der Folge legte die Internationale eine Reihe von Prinzipien fest, die im Laufe des Jahrhunderts beibehalten wurden: die Regulierung des Arbeitsmarktes sowie das Ende der geschlechtsspezifischen Diskriminierung und anderer Ungleichheiten.

Die Zweite Internationale schuf zudem einige der Symbole der Arbeiterbewegung, wie die Hymne und die Feier des Ersten Mai (Tag der Arbeit) in Erinnerung an die in Chicago verhafteten und hingerichteten Arbeiter. Sie förderte eine Vielzahl von Organisationen, unter denen die Internationale Konferenz der Sozialistischen Frauen hervorzuheben ist.

Die großen Debatten

Zunächst wurde der Revisionismus verurteilt, und eine sozialistische Regierungsbeteiligung wurde nur im Falle extremer Notwendigkeit unterstützt.

Der Kolonialismus war Gegenstand einer zweiten großen Debatte. Ein Teil der Bewegung denunzierte ihn als eine Form kapitalistischer Ausbeutung. Eine andere Gruppe beschränkte sich jedoch darauf, die Barbarei des kolonialen Systems zu kritisieren, ohne dieses grundsätzlich zu hinterfragen.

Schließlich wurde die kriegstreiberische Spirale vom Kongress abgelehnt. Kriege zwischen kapitalistischen Staaten müssten verhindert werden, und falls ein Krieg ausbräche, sollte er durch einen Generalstreik gestoppt werden. Doch als der Erste Weltkrieg begann, erlagen die sozialistischen Parteien der Welle des Nationalismus und die linke Seite spaltete sich.

Krise und Spaltung der sozialistischen Bewegung

Die Frage „Reformistisch oder revolutionär?“ (nach Rosa Luxemburg) wurde durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs verschärft. Innerhalb der Parteien bildeten sich drei Gruppen:

  • Patrioten: Unterstützer des Krieges.
  • Pazifisten: Gegner des Krieges.
  • Revolutionäre: Anhänger der Idee, den Krieg in eine Revolution zu verwandeln.

Für die Bolschewiki, die Russland eroberten, zerbrach die Einheit der sozialistischen Bewegung. Sie formalisierten die Spaltung durch den sowjetischen Kommunismus und die Entscheidung für die Organisation einer neuen Internationalen.

Verwandte Einträge: