Die Geschichte des Islam: Ursprung, Expansion und Kultur
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Die Geburt des Islam: Arabien vor Muhammad
Im 7. Jahrhundert war Arabien zwischen dem Roten Meer und dem Persischen Golf geprägt von Wüstenlandschaften und einer Stammesgesellschaft. Die politische Sphäre war durch rivalisierende Stämme mit jeweiligen Anführern gekennzeichnet.
Wirtschaft und Religion
Das wirtschaftliche Umfeld unterschied sich stark: Beduinenstämme praktizierten pastoralen Nomadismus, während sesshafte Bevölkerungen in Jemen und Hijaz Landwirtschaft und Handel betrieben. Mekka und Medina waren zentrale Knotenpunkte für Karawanenrouten zwischen Indien und dem Mittelmeer. Religiös waren die Beduinen Fetischisten, während Händler und Bauern polytheistisch geprägt waren. Die arabische Sprache und die Verehrung des Schwarzen Steins bildeten die einzigen gemeinsamen kulturellen Elemente.
Mohammed und der Islam
Mohammed wurde 570 n. Chr. in Mekka geboren. Nach Begegnungen mit christlichen und jüdischen Händlern erhielt er mit vierzig Jahren die Offenbarung Allahs. Drei Jahre später begann er, den Islam zu predigen, was die Unterwerfung unter den Willen des einen Gottes (Allah) bedeutet.
Die muslimische Lehre
Die Lehren Mohammeds wurden im Koran kompiliert. Die fünf Säulen des Islam bilden das Fundament: Glaubensbekenntnis, Gebet (fünfmal täglich in Richtung Mekka), gemeinsames Freitagsgebet, Fasten im Ramadan und die Pilgerfahrt nach Mekka. Zudem gelten Regeln wie das Verbot von Alkohol, Schweinefleisch und Glücksspiel.
Die Anfänge und die Hedschra
Aufgrund des Widerstands der reichen Kaufleute in Mekka musste Mohammed 622 n. Chr. nach Medina fliehen. Dieses Ereignis, die Hedschra, markiert den Beginn des islamischen Kalenders. In Medina wurde er zum politischen und religiösen Führer, eroberte 630 n. Chr. Mekka und legte den Grundstein für die Expansion des Islam.
Die Ausbreitung des Islam
Nach Mohammeds Tod bildeten Muslime ein großes Reich, begünstigt durch eine starke Kavallerie und die Schwäche ihrer Gegner.
- Orthodoxes Kalifat (632–661): Expansion nach Syrien, Palästina, Ägypten und Mesopotamien.
- Umayyaden-Kalifat (661–750): Einführung der Erbfolge, Hauptstadt in Damaskus, Expansion bis zur Iberischen Halbinsel und nach Zentralasien.
- Abbasiden-Kalifat (750–1055): Hauptstadt in Bagdad, kulturelle Blüte, jedoch späterer Zerfall durch interne Differenzen und türkische Eroberungen.
Organisation des Reiches
Der Kalif war die höchste politische und religiöse Autorität. Die Verwaltung wurde durch den Wesir organisiert. Das Reich war in Provinzen unterteilt, die von Walis und Kadis verwaltet wurden. Die Bevölkerung zahlte Steuern für Landbesitz oder als Nicht-Muslime.
Wirtschaft und Gesellschaft
Die Landwirtschaft war die wichtigste Wirtschaftstätigkeit, wobei Bewässerungssysteme im Westen stark verbessert wurden. Städte wie Damaskus, Bagdad und Córdoba entwickelten sich zu Zentren für Handwerk und Fernhandel. Die Gesellschaft gliederte sich in eine arabische Aristokratie, die breite Masse (Bauern, Handwerker) und Sklaven. Frauen unterstanden der Vormundschaft von Vätern oder Ehemännern.
Das künstlerische und kulturelle Erbe
Die islamische Architektur zeichnet sich durch Hufeisenbögen, geometrische Muster und stilisierte Pflanzenmotive aus. Die Moschee dient als Ort des Gebets und umfasst meist einen Innenhof mit Brunnen sowie einen Gebetsraum mit einer Mihrab-Nische, die die Richtung nach Mekka anzeigt.
Wissenschaft und Kultur
Der Islam fungierte als kultureller Vermittler zwischen Ost und West. Bedeutende Beiträge wurden in Astronomie (Astrolabium), Mathematik (Algebra), Medizin und Philosophie geleistet. Große Bibliotheken und Hochschulen in Städten wie Bagdad und Córdoba bewahrten und erweiterten das Wissen der Antike.