Geschichte der Kanarischen Inseln: Wirtschaft, Politik und Gesellschaft (1800-1931)
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Der Unabhängigkeitskrieg auf den Kanarischen Inseln
Die Inselgruppe wurde von den Franzosen erobert. Auf Teneriffa wurde der Oberste Rat der Kanarischen Inseln gegründet, dem sich Gran Canaria erst 1809 anschloss. Nach der Schlacht von Bailén verbrachten viele französische Soldaten den Rest des Krieges als Kriegsgefangene auf den Kanarischen Inseln.
Abschaffung des Feudalismus und sozioökonomische Entwicklung
Die Abschaffung der Feudalrechte war wichtig für die sozioökonomische Entwicklung des Archipels. Das rechtlich-administrative System wurde 1837 abgeschafft.
Liberalisierung des Handels und Steuerpolitik
Die kanarische Bourgeoisie versuchte, ein freies marktwirtschaftliches System mit einem differenzierten Steuersystem umzusetzen.
Inselstreitigkeiten: Die Hauptstadtfrage
Die Inseln wurden 1833 in einer einzigen Provinz organisiert. Es gab jedoch Schwierigkeiten bei der Festlegung der Hauptstadt, da eine große Rivalität zwischen der Bourgeoisie von Teneriffa und Gran Canaria bestand. Der Streit um die Hauptstadt wurde zugunsten von Santa Cruz de Tenerife entschieden.
Wirtschaftskrise und Erholung im späten 19. Jahrhundert
In den 1880er Jahren kam es zu einer großen Wirtschaftskrise aufgrund sinkender Preise für Cochenille, da neue synthetische Farben auf den Markt kamen. Dies führte zu einem Rückgang der Exporte, höherer Arbeitslosigkeit und verstärkter Auswanderung.
Zur Bewältigung der Krise wurden die Exporte von Bananen, Tomaten und Kartoffeln gesteigert. Die interkontinentale maritime Kommunikation begünstigte das Archipel, und seine Häfen entwickelten sich zu wichtigen Versorgungs- und Werftstandorten (Schiffsreparaturen).
Politische Entwicklungen bis 1931: Inselpolitik
Die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts waren geprägt von einer Politik der Inselverhandlungen. Im Jahr 1912 wurde versucht, die Inselräte (Cabildos Insulares) gesetzlich zu etablieren, indem jeder Insel ein Kapitel mit eigener Selbstverwaltung zugestanden wurde.
Sozioökonomischer Wandel und Weltkriege
Es kam zu einem starken Export von Inselprodukten und Wirtschaftswachstum. Der Erste Weltkrieg führte zu einer Einschränkung des Handels, was eine Zunahme der Arbeitslosigkeit und eine neue Welle der Auswanderung zur Folge hatte. Im 20. Jahrhundert kehrte der Wohlstand zurück, bis die Krise von 1929 die Exporte beeinträchtigte und zu einer Verschärfung der Konflikte führte.