Die Geschichte des Katalanischen Gemeinwesens (1914–1925)
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Die Entstehung des Katalanischen Gemeinwesens
In Madrid gab es unterschiedliche Meinungen. Die Konservative Partei war dagegen, und auch gegen die damals herrschende Liberale Partei gab es Meinungsverschiedenheiten; in diesem Teil sah man es positiv, im anderen nicht. José Canalejas einigte sich mit den Gemeinwesen und verpflichtete sich gegenüber Katalonien. Aber leider wurde Canalejas, der zugestimmt hatte, dieses Gemeinwesen zu verfolgen, getötet. Daher wurde das Projekt blockiert. Erst im nächsten Jahr, 1913, erlaubte die konservative Regierung von Eduardo Dato schließlich das Katalanische Gemeinwesen. Es entstand im April 1914.
Die Verfassung des Gemeinwesens
Der erste Präsident des Gemeinwesens war Enric Prat de la Riba. Das Gemeinwesen wurde von 8 Mitgliedern gebildet, jeweils 2 aus jedem Rat. Das Problem war jedoch, dass das Gemeinwesen über keinerlei übertragenen Wettbewerb (d. h. Macht, Entscheidungsbefugnis etc.) verfügte und kein eigenes Budget hatte. Das einzige Budget war die Summe der Haushalte der vier Räte. Es fehlte an Geld und Kompetenzen, was das Hauptproblem darstellte.
Darüber hinaus konnte die Regierung es bei Bedarf auflösen oder das Gemeinwesen suspendieren; somit war die Gemeinschaft lediglich eine administrative Einheit. Das Commonwealth wurde stets von der Lliga geleitet, was der politischen Präsenz entsprach, die in der Versammlung des Gemeinwesens entstanden war. Das Commonwealth hatte drei Präsidenten:
- Enric Prat de la Riba (bis zu seinem Tod)
- Josep Puig i Cadafalch
- Alfonso Sala (der letzte Präsident), der als Marionette fungierte und vom Diktator Primo de Rivera eingesetzt wurde, um das Gemeinwesen zu entfernen und zu zerstören.
Das Werk und die Ziele der Regierung
Ein Ziel der Gemeinschaft war die Erneuerung und Modernisierung Kataloniens durch zwei grundlegende Ziele: Erstens die Schaffung und Verbesserung der Infrastruktur und Dienstleistungen, die der wirtschaftlichen Entwicklung dienen sollten, und zweitens ein Projekt für Kultur und Bildung, um die katalanische Sprache und Kultur zu fördern. Das Problem war jedoch ein sehr erheblicher Mangel an Budget.
Infrastruktur, Dienstleistungen und Landwirtschaft
Der Großteil der Mittel wurde für Dienstleistungen ausgegeben. Unter anderem wurde ein Plan zur Verbesserung des Straßennetzes umgesetzt. Zudem wurde viel Geld für ein Telefonnetz und ein gutes Postwesen investiert. Es gab auch einen Aktionsplan mit dem Ziel, die katalanische Landwirtschaft zu modernisieren und die Produktivität in der Land- und Viehwirtschaft zu steigern. Dies bedeutete den Bau von landwirtschaftlichen Fachschulen, die Schaffung von Versuchsfeldern sowie die Förderung von landwirtschaftlichen Genossenschaften.
Kultur, Sprache und Bildung
Ein weiterer Schwerpunkt war die Gründung zahlreicher Volksbibliotheken. Das Institut d’Estudis Catalans beauftragte Pompeu Fabra mit der Normalisierung der katalanischen Rechtschreibung, was 1932 in der Veröffentlichung des Wörterbuchs der katalanischen Sprache gipfelte. Es wurde zudem große Arbeit bei der Erhaltung und Katalogisierung des katalanischen Kulturerbes geleistet. Schließlich wurde eine pädagogische Erneuerung vorangetrieben, indem Lehrmethoden wie die von Maria Montessori in katalanischen Schulen eingeführt wurden.
Die dreifache Krise des Jahres 1917
Im Jahr 1917 traten drei wichtige Probleme auf: eine militärische Krise, eine soziale Krise und eine politische Krise. (Index 100: Das Jahr 1914/1915 dient als Basiswert für Preise, Löhne und Konsum, um die Veränderungen und die Entwicklung von Preisen und Löhnen sichtbar zu machen).
Die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs
Spanien blieb im Ersten Weltkrieg neutral – einem Konflikt, in dem die Deutschen und ihre Verbündeten (Mittelmächte) gegen die Alliierten (England, Frankreich und Russland) kämpften. Die Neutralität erlaubte es Spanien, sehr viele Produkte zu exportieren. Andere Länder waren bereit, extrem hohe Preise zu zahlen, was zu einer enormen Bereicherung spanischer Unternehmer führte. Während sich die Arbeitgeber bereicherten, wuchs die Armut in den unteren Bevölkerungsschichten. Wie in der Grafik ersichtlich, stiegen die Rohstoffpreise viel stärker als die Löhne, was zu einer Verschlechterung des Lebensstandards führte. Dies mündete im Jahr 1917 in eine große Streikbewegung.