Geschichte der katalanischen Literatur: Renaissance bis Moderne

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Renaissance und Humanismus in Katalonien

Die Renaissance und der Humanismus prägten die wissenschaftlichen und philosophischen Bewegungen jener Zeit. In der Renaissance übernimmt der Humanismus die Rolle des Befreiers der Menschheit. Die historische Problematik begann mit der Trastámara-Dynastie im Jahr 1412. Es folgte ein Verlust des linguistischen Bewusstseins, obwohl Katalanisch bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts die offizielle Amtssprache blieb. Die dynastische Verbindung zwischen Kastilien und Aragonien durch die Heirat der Katholischen Könige führte zu einer kastilisch-zentrierten Politik.

Dies markiert die Decadència, eine Zeit des Niedergangs der literarischen Qualität in katalanischer Sprache und einen Mangel an moderner katalanischer Literatur. Man begann, von der „llemosina“-Sprache zu sprechen, statt von Katalanisch, was sich auf das Mittelalter bezog. So blieb nur eine populäre und traditionelle Literatur bestehen. Die großen Probleme der schriftlichen Kultur begannen mit dem Aufstieg der kastilischen Literatur des Siglo de Oro.

Der Barock: Eine Ära der Krisen und Kontraste

Der Barock wird als eine pessimistische Phase betrachtet. Die Ästhetik übersetzt eine Krise der Werte, die sich in geistigen, politischen und sozialen Spannungen des 18. Jahrhunderts widerspiegelt. Die Enttäuschung war groß, und es entstand das Bedürfnis, der harten Realität zu entfliehen. Die barocke Kunst war eine Antwort auf diese Umweltbedingungen.

Für Katalonien war dies keine einfache Zeit, geprägt durch zwei Kriege: den Schnitter-Aufstand (Guerra dels Segadors) und den Spanischen Erbfolgekrieg (Guerra de Successió). Diese ließen das Land in einer Position der Unterlegenheit innerhalb der spanischen Monarchie zurück.

Merkmale der barocken Literatur

  • Kontrastmechanismen: Fokus auf literarische Formen und Ästhetik durch Antithesen und Paradoxien.
  • Dualität: Künstler stellten die Schönheit einer Frau dar, die spirituell erleuchtet, während sie gleichzeitig die hässlichsten, vulgärsten oder elendesten Aspekte der menschlichen Natur und reine Materialität zeigten.
  • Thema Tod: Ein häufiges Motiv, das von erschreckenden, malerischen Visionen bis hin zu transzendentalen und spiritistischen Perspektiven reicht.

Neoklassizismus und Joan Ramis

Der Neoklassizismus entstand im 17. Jahrhundert in Frankreich und beinhaltete eine Rückkehr zu klassischen Standards. Die Literatur sollte wieder eine vorbildliche, belehrende Funktion übernehmen, unter Einhaltung der drei Einheiten der Tragödie (Handlung, Ort und Zeit).

Joan Ramis: Er war ein Schriftsteller und Gelehrter aus Menorca, der besonders durch seine neoklassizistischen Tragödien hervorsticht.

Joan Salvat-Papasseit: Die Stimme des Proletariats

Joan Salvat-Papasseit (1894–1924) wurde in einer bescheidenen proletarischen Familie geboren. Da sein Vater früh bei einem Arbeitsunfall starb, wuchs er in einer Einrichtung für Waisen auf und musste früh arbeiten. Seine Gedichte gehören zu den intensivsten Werken, die von der Liebe, der Arbeit und dem Stolz des einfachen Lebens handeln. Papasseit thematisierte die soziale Ungerechtigkeit, die er selbst erlebte. Aufgrund einiger seiner Artikel wurde er inhaftiert.

Josep Carner und der Noucentisme

Josep Carner (1884–1970) leistete zwischen 1906 und 1920 einen sehr wichtigen Beitrag zur Bewegung des Noucentisme. Sein Werk war essenziell für die Würde der katalanischen Sprache. Carners künstlerische Konzeption schuf eine edle, raffinierte und oft ironische Sprache, die stets nach Präzision und Genauigkeit suchte.

Wichtige Werke von Josep Carner

  • „Els fruits saborosos“ (Köstliche Früchte): Ein Schlüsselwerk des Noucentisme.
  • „El cor quiet“ (Das stille Herz): Dieses Buch markiert einen wichtigen Wandel. Der Dichter ist gereift; die saubere und ordentliche Welt des Ideals ist in einer Gesellschaft voller Spannungen nur noch schwer aufrechtzuerhalten.

Aufgrund des Bürgerkriegs war Carner gezwungen, ins Exil zu gehen, wo er schließlich verstarb.

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