Geschichte der katalanischen Sprache: Druckkunst und Ursprung
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Die Rolle des Buchdrucks bei der Sprachverbreitung
Der Buchdruck trug maßgeblich zur Verbreitung und Festigung der katalanischen Sprache bei. Im 15. Jahrhundert entwickelte sich Valencia zum wichtigsten Zentrum für den frühen Buchdruck. Im Jahr 1474 installierte der Deutsche Lambert Palmart (oft als Nicholas Spindel bezeichnet) die erste Druckerpresse in Valencia. Das dort gedruckte Werk zu Ehren der Jungfrau Maria gilt als das erste literarische Dokument, das auf der Iberischen Halbinsel in der Volkssprache gedruckt wurde.
Standardisierung der Schriftsprache
Die frühe Druckersprache wies noch Schwankungen in der Rechtschreibung und Grammatik auf. Die Verantwortung für die sprachliche Korrektheit lag bei Notaren, Anwälten, Verwaltungsbeamten und Lehrern, die über eine solide Ausbildung verfügten. Sie priorisierten bei der Textkorrektur drei sprachliche Strömungen:
- Gelehrte Formen (Latinismen): z. B. aidar (helfen), cogitar (pflegen).
- Urbane Formen: (geprägt durch die Städte Valencia und Barcelona), z. B. gener (Januar).
- Westliche Formen (valencianisch): z. B. dos (zwei), espill (Spiegel).
Faktoren der sprachlichen Modernisierung
Die Modernisierung und Vereinheitlichung der Sprache hin zum westlichen Standard wurde durch drei Faktoren begünstigt:
- Die Bedeutung des Lateinischen als internationale Kultursprache, die den öffentlichen Raum des Katalanischen zunehmend einschränkte.
- Die Konzentration der verlegerischen und kulturellen Aktivität in den Städten Barcelona und Valencia.
- Das Prestige des westlichen Katalanisch aufgrund der demografischen, wirtschaftlichen und politischen Hegemonie Valencias, insbesondere nach der katalanischen Bürgerkrise, die eine große Migrationswelle nach Valencia auslöste.
Wichtige Zeugnisse dieser Zeit sind das Liber elegantiarum (1489), das erste zweisprachige Wörterbuch Europas, sowie das 1496 in Barcelona veröffentlichte Werk von Bernat Fenollar und Jeroni Pau zur Korrektur der valencianischen Sprache.
Die Anfänge des Katalanischen: Vom Vulgärlatein zur Schriftsprache
Die in Katalonien gesprochene Sprache entwickelte sich zwischen dem 6. und 8. Jahrhundert aus dem alten Vulgärlatein. Das Erbe des Lateinischen wurde primär durch die Kirche und gebildete Gesellschaftsschichten bewahrt.
Historische Zeugnisse
- Konzil von Tours (813): Es wurde verordnet, dass Predigten in der romanischen Volkssprache gehalten werden sollten, da die Gläubigen das klassische Latein nicht mehr verstanden.
- Indirekte Zeugnisse: Vor dem 12. Jahrhundert finden sich in lateinischen Texten vereinzelt katalanische Wörter.
- Direkte Zeugnisse: Die Existenz von Glossen (Anmerkungen und Erklärungen in romanischer Sprache in lateinischen Manuskripten) belegt die schrittweise Etablierung des Katalanischen als eigenständige Schriftsprache.