Geschichte der Kolonialreiche und die Aufteilung Afrikas
Eingeordnet in Sozialwissenschaften
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 2,7 KB
Die Entstehung der Kolonialreiche
Die Kolonialreiche: Unter Ausnutzung ihrer finanziellen und technischen Überlegenheit sowie ihrer militärischen Vorherrschaft dehnte Europa seinen Einfluss auf die ganze Welt aus. Die am weitesten fortgeschrittenen Länder besetzten Gebiete, vor allem in Afrika und Asien, und etablierten Kolonialreiche. Diese Gebiete waren in ihrer Mehrheit keine organisierten Staaten und verfügten über schwache wirtschaftliche und politische Strukturen.
Struktur und Organisation der Kolonien
Koloniale Organisation: Sobald ein Gebiet besetzt war, wurde die Kolonie von der Metropole organisiert, gesteuert und verwaltet. Als Metropole wird die Nation bezeichnet, die Kolonien besitzt; dieser Begriff wird insbesondere für die europäischen Kolonialmächte verwendet.
Verschiedene Formen der Kolonialherrschaft
- Ausbeutungskolonien: Dies waren Kolonien, in denen der Schwerpunkt der Metropole insbesondere auf der wirtschaftlichen Ausbeutung lag. Sie besaßen keine Selbstverwaltung. Die Europäer übten eine Politik der Besetzung aus, die durch das Militär, einen Gouverneur sowie zahlreiches Verwaltungs- und Ordnungspersonal gekennzeichnet war.
- Siedlerkolonien: Dies waren Kolonien mit einer geringen Anzahl an indigener Bevölkerung. Aufgrund ihres besonderen Reichtums zogen sie eine weiße Bevölkerung an, die dorthin migrierte, um sich dauerhaft niederzulassen. Diese Siedlerkolonien hatten eine besondere Bindung zur Metropole, die ihnen eine gewisse Autonomie in der inneren Verwaltung zugestand.
- Protektorate: In diesen Gebieten blieben die staatliche Organisation, der Verwaltungsapparat und die lokale Regierung auch nach der europäischen Besetzung bestehen. In der Praxis errichtete die Metropole jedoch eine Parallelverwaltung, welche die lokale Regierung dominierte.
Der Wettlauf um Afrika und die Berliner Konferenz
Die Besetzung Afrikas: Ab 1870 begann die Kolonialisierung Afrikas. Es kam zu einer schnellen und nahezu totalen Beherrschung des Kontinents. Die Briten und Franzosen waren im Vorteil, da sie bereits über Stützpunkte in Afrika verfügten. Die Briten strebten eine Nord-Süd-Verbindung an, während die Franzosen eine West-Ost-Ausrichtung verfolgten. Der König von Belgien erwarb eine riesige Privatkolonie entlang des Kongo-Flusses. Die Interessengegensätze zwischen den rivalisierenden Mächten führten zur Einberufung der Berliner Konferenz (1885), auf der die Regeln für die Aufteilung und die Gebietsansprüche festgelegt wurden.