Geschichte der Krankenpflege und der Pflegeprozess

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Vorgeschichte

Der Nomadismus (das Leben an wechselnden Orten) war geprägt durch eine Organisation in Clans oder Stämmen mit Arbeitsteilung: Männer jagten, während Frauen für die Kinderbetreuung sowie die Pflege von Alten und Kranken zuständig waren. Wissen wurde von Generation zu Generation mündlich übertragen. Krankheiten wurden oft als übernatürlichen Ursprungs angesehen, wobei Zauberer oder Priester als Heiler fungierten. Heilmittel wurden aus Kräutern und Heilpflanzen durch Beobachtung und mündliche Überlieferung gewonnen.

Antike: Mesopotamien und Ägypten

In dieser Zeit entwickelten sich Schrift und Aufzeichnungen, was genauere medizinische Verfahren ermöglichte. Der Arzt-Priester behandelte Krankheiten, während Chirurgie und Orthopädie nur minimal ausgeprägt waren. Hebammen spielten eine wichtige Rolle. Medizinisches Wissen wurde durch die Beobachtung bei der Einbalsamierung von Mumien und die Entnahme der Eingeweide erweitert.

Griechenland: Wissenschaftliche Medizin

Hier entwickelte sich die wissenschaftliche Medizin, die Krankheiten als physische Probleme mit natürlichen Ursachen betrachtete (z. B. Ungleichgewicht der Körpersäfte wie Blut oder Schleim). Ärzte untersuchten Patienten, beobachteten Symptome und legten Wert auf Hygiene, ausgewogene Ernährung und gesunde Lebensgewohnheiten. Es entstanden erste „Krankenhäuser“ und ambulante Versorgungszentren.

Rom: Öffentliche Gesundheit

Rom legte großen Wert auf öffentliche Gesundheit durch Wasserleitungen, Kanalisation und Hygiene in der Stadt. Es gab militärische Krankenhäuser für Soldaten und zivile Krankenhäuser, in denen Sklaven oft als Pflegepersonal arbeiteten.

Mittelalter

Die Kirche spielte eine zentrale Rolle, da Klöster die einzigen Orte waren, an denen Wissen durch Lesen und Schreiben bewahrt wurde. Krankenhäuser wurden oft aus christlicher Nächstenliebe betrieben. Mit den Kreuzzügen und dem Aufkommen von Städten entstanden Gilden und Bruderschaften, die erste soziale Schutzsysteme bildeten. Die Krankenpflege wurde zunehmend als Handwerk (Oficio) betrachtet.

Moderne

In lutherischen Ländern war das Pflegepersonal oft unvorbereitet, während in katholischen Ländern die Kirche die Krankenhäuser verwaltete. Ordensgemeinschaften widmeten sich der Patientenpflege und der Ausbildung von Spezialisten. Es entstanden erste medizinische Publikationen und Berufe wie Barbier-Chirurg, Krankenschwester und Hebamme.

Zeitgenössische Ära

Im 19. Jahrhundert etablierte Florence Nightingale die Krankenpflege als professionellen, nicht-religiösen Beruf. 1863 wurde das Rote Kreuz gegründet. Im 20. Jahrhundert entwickelten sich spezialisierte Versorgungszentren. In Spanien führte dies 1977 zum Diplom in Krankenpflege und 2010 zum universitären Bachelor-Abschluss (4 Jahre).

Der Pflegeprozess (PAI)

Der Pflegeprozess ist die Anwendung der wissenschaftlichen Methode in der Krankenpflege. Er ist systematisch, dynamisch, flexibel und patientenzentriert. Er gliedert sich in fünf Phasen:

1. Einschätzung (Assessment)

Systematische Sammlung und Analyse von Gesundheitsdaten des Patienten. Dies erfolgt durch Interviews, Beobachtung und körperliche Untersuchung (Inspektion, Auskultation, Palpation, Perkussion).

2. Pflegediagnose

Identifizierung realer oder potenzieller Gesundheitsprobleme, die durch pflegerische Maßnahmen beeinflusst werden können.

3. Planung

Festlegung von Prioritäten, Zielen und Handlungsstrategien. Es werden individuelle oder standardisierte Pflegepläne erstellt.

4. Umsetzung

Die praktische Durchführung der geplanten Pflegemaßnahmen unter Berücksichtigung der verfügbaren Ressourcen und der Patientenbedürfnisse.

5. Bewertung

Überprüfung der Zielerreichung und Evaluierung der Ergebnisse, um die Qualität der Pflege kontinuierlich zu verbessern.

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