Geschichte, Recht und Kultur des antiken Roms
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Die Römische Republik und die Punischen Kriege
In der Mitte des 3. Jahrhunderts v. Chr. setzten sich die Römer gegen die italischen Völker und die griechischen Kolonien Süditaliens durch. Am Ende des Ersten Punischen Krieges verloren die Karthager die Kontrolle über die Inseln. Im Zweiten Punischen Krieg eroberte Hannibal Sagunto, woraufhin die Römer zurückschlugen. Hannibal musste zur Verteidigung von Karthago in der Schlacht von Zama antreten, in der Scipio ihn besiegte. Nach dem Dritten Punischen Krieg wurde Karthago endgültig erobert und zerstört, was den Weg zur römischen Herrschaft im gesamten westlichen Mittelmeer ebnete.
Die Krise der Republik und das Kaiserreich
Während der Eroberung von Griechenland und Kleinasien geriet die Republik in eine Krise. Pompeius, Caesar und Crassus bildeten das erste Triumvirat. Spannungen zwischen Caesar und Pompejus führten zu einem Krieg, den Pompejus verlor. Caesar wurde Diktator und beendete damit faktisch die Republik. Nach Caesars Tod bildeten Octavian, Lepidus und Marcus Antonius das zweite Triumvirat. Bald brach Krieg zwischen Octavian und Marcus Antonius aus, den Octavian gewann und die Macht übernahm.
Merkmale des Römischen Reiches
Das Kaiserreich war durch eine hohe Machtkonzentration sowie den Einflussverlust republikanischer Institutionen und Ämter gekennzeichnet. Unter Trajan und Hadrian erreichte das Reich den Höhepunkt seiner Expansion. Mit Diokletian begann die Spätantike; er führte die Tetrarchie ein und teilte das Reich in vier Teile unter zwei Augusti und deren Nachfolgern. Konstantin vereinigte das Reich wieder und machte Konstantinopel zur Hauptstadt. Schließlich zerfiel Roms Macht: Theodosius teilte das Reich unter seinen beiden Söhnen Arcadius und Honorius (Westrom) auf.
Die republikanische Verfassung
Die leitenden Organe der Macht waren der Senat, die Magistrate und die Versammlungen. Der Senat mit 300 Mitgliedern ratifizierte Beschlüsse der Versammlungen, verwaltete die Finanzen sowie die Außenpolitik und beriet die Magistrate. Die Exekutive lag bei den Magistraten. Diese Ämter waren jährlich, kollegial und unbezahlt; die Amtsinhaber waren nach Ablauf ihres Mandats rechenschaftspflichtig.
Arten der Versammlungen
- Kurienversammlungen: Hatten primär zeremonielle Funktionen.
- Zenturienversammlungen: Abstimmungseinheiten basierend auf dem Zensus; sie wählten Konsuln, Prätoren und Zensoren.
- Tributkomitien: Territoriale Bezirke (städtisch oder ländlich), die niedere Magistrate wählten und legislative Funktionen innehatten.
Römische Redekunst und das Recht
Das Römische Oratorium
Für die Römer war das öffentliche Sprechen eine Kunst der politischen Ordnung. Die Beredsamkeit war stark von der hellenischen Kultur beeinflusst. Ein gerichtlicher Diskurs gliederte sich in:
- Exordium: Einleitung und Studium der Umstände.
- Narratio: Erzählung der Tatsachen.
- Confirmatio: Darstellung der günstigen Argumente.
- Refutatio: Widerlegung der gegnerischen Argumente.
- Peroratio: Schlußwort und Appell an die Richter.
Das Ziel des Sprechers war die Glaubwürdigkeit durch die richtige Verknüpfung der Tatsachen.
Das Römische Recht
Das Zivilrecht basierte ursprünglich auf den Gewohnheiten der Vorfahren und dem Zwölftafelgesetz. Mit der Expansion entstand das Völkerrecht zur Reglementierung der Beziehungen zwischen Bürgern und Ausländern. Prätoren erließen Edikte, während Juristen Gesetze interpretierten. Anwälte genossen hohes soziales Ansehen, und die Beredsamkeit war eine Säule der Erziehung der Patrizier.
Die Römische Gesellschaft
- Patrizier: Die herrschende Klasse.
- Klienten: Abhängige der Patrizier, die Schutz gegen Treue erhielten.
- Plebejer: Die Unterschicht, die in der Landwirtschaft arbeitete und nach und nach Bürgerrechte erkämpfte.
- Sklaven: Meist Kriegsgefangene ohne Rechte. Sie konnten die Freiheit kaufen oder geschenkt bekommen und wurden so zu Freigelassenen.
Kaiser Caracalla gewährte schließlich allen freien Bewohnern des Reiches das Bürgerrecht.
Römische Mythologie
Narziss und Echo
Die Nymphe Echo verliebte sich in den scheuen Narziss, konnte aber nur seine Worte wiederholen. Eines Tages sah Narziss sein Spiegelbild in einer Quelle und verliebte sich so sehr in sich selbst, dass er dort verharrte. Es entstand eine Blume, die seinen Namen trägt.
Apollo und Daphne
Apollo verfolgte die Nymphe Daphne. Als sie den Fluss Peneios erreichte, bat sie ihren Vater um Hilfe und wurde in einen Lorbeerbaum verwandelt, der fortan das Symbol des Gottes wurde.
Die Stadt Rom
Rom wurde auf dem Palatin gegründet und umfasst sieben Hügel. Das Kapitol (mit dem Tempel für Jupiter, Juno und Minerva) und die Stadtmauern dienten der Verteidigung. Das Forum Romanum beherbergte öffentliche Gebäude wie den Saturn-Tempel und die Kurie. Weitere wichtige Orte waren die Via Sacra, das Comitium, die Rednerbühne (Rostra) und das Miliarium Aureum, ein vergoldeter Meilenstein.