Geschichte und Kunst der Region Murcia: Ein Überblick
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Vorgeschichte und Antike in der Region Murcia
Vorgeschichte
Unsere Region liegt an der Schnittstelle zwischen Europa, Afrika und dem Mittelmeerraum. Die menschliche Besiedlung reicht bis in die frühesten Tage der Vorzeit zurück, wovon zahlreiche Zeugnisse seit Beginn der Altsteinzeit künden.
In der Altsteinzeit entwickelte sich der lange Prozess der Humanisierung, geprägt durch die Jagd und die Nutzung von Steinwerkzeugen. Eine Phalanx eines Homo habilis, gefunden in der Cueva Victoria (Cartagena), gilt als eine der ältesten menschlichen Spuren der Region und ist über eine Million Jahre alt. Aus dieser Phase gibt es nur wenige Informationen, meist in Form von roh behauenen Steinen.
Im Mittelpaläolithikum (Neandertaler) wurden typische Feuersteinwerkzeuge an verschiedenen Orten gefunden, etwa in der Red Cave (Cartagena) oder in Totana (Cueva de Hernández Ros).
Aus der Jungsteinzeit (Cro-Magnon-Mensch) sind kaum organische Überreste erhalten, jedoch finden sich archäologische Funde aus Stein und Knochen in Totana, Cartagena und Lorca.
Im Mesolithikum und Neolithikum entstanden bedeutende Felsmalereien, etwa am Berg Arabi (Yecla) oder in Jumilla, Cieza und Moratalla. Diese „Heiligtümer“ wurden zwischen 8000 und 3000 v. Chr. genutzt. Während der Jungsteinzeit vollzog sich die große Revolution: Der Mensch wurde vom nomadischen Jäger zum sesshaften Bauern und Viehzüchter.
Die Argar-Kultur (Bronzezeit) spielte eine zentrale Rolle. Aufgrund des Reichtums an Zinn, Kupfer und Silber wurde die Region zum Anziehungspunkt für metallurgische Völker. Die Argar-Kultur (ab ca. 2000 v. Chr.) zeichnete sich durch befestigte Siedlungen auf Anhöhen und eine spezifische Bestattungskultur in Zisten oder Bottichen aus.
Antike: Kolonisatoren, Iberer und Romanisierung
Nach dem Zerfall der Argar-Kultur entwickelte sich die iberische Kultur unter dem Einfluss mediterraner Kolonisatoren. Phönizier, Griechen und Karthager prägten die Region. Besonders die Karthager hinterließen durch die Gründung von Qart Hadasht (Cartagena) durch Hasdrubal im 3. Jahrhundert v. Chr. tiefe Spuren.
Die Romanisierung begann 209 v. Chr. mit der Eroberung durch Rom. Carthago Nova wurde zur bedeutenden Metropole. Die Römer brachten die lateinische Sprache, neue Religionen und eine fortschrittliche Infrastruktur. Überreste wie das römische Theater in Cartagena zeugen von dieser Blütezeit.
Mittelalter: Westgoten und arabische Herrschaft
Nach dem Untergang des Römischen Reiches folgten Vandalen und Westgoten. Im 6. Jahrhundert gab es eine kurze byzantinische Präsenz. Ab dem 8. Jahrhundert prägte die arabische Herrschaft die Region. Murcia wurde unter Abderrahman II. (831 n. Chr.) zu einem bedeutenden Zentrum. Die Mauren führten fortschrittliche Bewässerungssysteme ein, die den Gartenbau (Huerta) revolutionierten. Städte wie Murcia entwickelten sich mit typisch islamischen Strukturen (Medina, Vororte, Bäder).
La Reconquista: Christliche Rückeroberung
Im Jahr 1243 wurde Murcia unter Ferdinand III. ein kastilisches Protektorat, bevor Jakob I. von Aragon die Region 1266 endgültig für Alfonso X. eroberte. Es begann eine Zeit der kulturellen Synthese, aber auch der militärischen Grenzkonflikte. Die gotische Kunst hielt Einzug, sichtbar in der Kathedrale von Murcia und verschiedenen Burgen.
Renaissance und Barock
Das 16. Jahrhundert brachte durch die Konsolidierung nach der Eroberung Granadas einen wirtschaftlichen Aufschwung. Die Renaissance-Kunst, stark beeinflusst durch italienische Meister und die Familie Fajardo, prägte die Architektur. Im 17. und 18. Jahrhundert erreichte der Barock seinen Höhepunkt. Persönlichkeiten wie der Bildhauer Francisco Salzillo und der Architekt Jaime Bort (Fassade der Kathedrale) schufen Werke von nationaler Bedeutung.
Analyse der Plaza und Kathedrale Belluga
Die Plaza Belluga ist ein Meisterwerk des barocken Städtebaus. Die Kathedrale von Murcia vereint gotische Strukturen mit einer prachtvollen barocken Hauptfassade. Besonders hervorzuheben sind:
- Bischofspalast: Ein Beispiel für Rokoko-Einflüsse.
- Capilla de los Vélez: Ein Juwel der spätgotischen Dekoration.
- Capilla Junterones: Bekannt für ihre platereske Ornamentik.