Geschichte der Musik: Von der Monodie zur Polyphonie
Eingeordnet in Musik
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 8,29 KB
Ars Nova und Tomás Luis de Vitoria
Ars Nova: Der Zeitraum erstreckt sich vom 14. Jahrhundert bis zur Renaissance. Sie ist der perfekte Ausdruck des menschlichen Gothic und stellt eine musikalische Kunst mit neuen Erkenntnissen dar. Guillaume de Machaut ist ein sehr wichtiger Musiker dieser Epoche.
Tomás Luis de Vitoria: (1548–1611) wurde in Ávila geboren. Er studierte in Rom und kehrte nach Madrid zurück. Er war Kaplan der Descalzas Reales (Barfüßer-Königinnen). Zu seinen Werken zählen das „Buch der Messen“ und das „Requiem“.
Religiöse Monodie
Diese Art von Musik war zwischen dem 7. und 9. Jahrhundert gegenwärtig. Zu Beginn des 9. Jahrhunderts begann die Suche nach neuen musikalischen Formen. Eine dieser neuen Formen der Melodie hieß Organum. Sie wurde vom hebräischen Volk und der griechisch-römischen Kultur beeinflusst.
Elemente des Gregorianischen Chorals
- Gebrauch der Modi: Die Verwendung spezifischer Tonskalen.
- Rhythmus: Er ist frei und fließt ohne große Aufregung.
- Textur: Die Musik ist monophon (einstimmig).
- Sprache: Es wird in Latein gesungen.
- Kontext: Die Musik steht in engem Zusammenhang mit einem religiösen Text.
Die wichtigsten Formen des Gregorianischen Chorals sind: Strophen, Psalmen, liturgische Lesungen, Monologe und Dialoge. Die Teile des Ordinarium Missae (der gewöhnlichen Messe) sind: Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus et Benedictus, Agnus Dei.
Entwicklung der Notation
Man unterscheidet vier Stufen in der gregorianischen Notation:
- Adiastematische Notation
- Diastematische Notation
- Notation im Liniensystem
- Quadratnotation (Quadrat-Neumen)
Die säkulare Monodie
Die Übertragung dieser Art von Gesang lag in der Regel in den Händen der Barden. Diese waren fahrende Leute, die sangen, tanzten und Geschichten erzählten. Da die Übertragung der Werke mündlich erfolgte, wurden sie je nach Geschmack oder Talent des Spielmanns verändert.
Themen und Vertreter
Die Themen waren sehr unterschiedlich:
- Liebe: In Form von Liebesliedern durch Bilder, Gleichnisse und die Cantigas de Amigo.
- Narrative: Ritterliche Themen und Erzählungen.
- Kreuzzüge: Gesänge über die Kreuzzüge.
- Religiös: Die Cantigas de Santa Maria von Alfonso X. dem Weisen.
Die Vertreter unterscheiden sich je nach geografischem und kulturellem Raum:
- Troubadoure: Im Gebiet von Aquitanien.
- Trouvères: In Nordfrankreich.
- Minnesänger: In Bayern und Österreich.
- Meistersinger: In Norddeutschland.
Musikalische Formen der weltlichen Monodie sind: Litanei, Sequenz, Hymne und Roundel.
Die Anfänge der Polyphonie
Die Polyphonie setzte im 12. und 13. Jahrhundert ein und stammt aus Nordeuropa. Sie kann in mehrere Abschnitte unterteilt werden: Geburt, Ars Antiqua und Ars Nova.
Geburt und Ars Antiqua
Vom 6. bis zum 12. Jahrhundert entstanden zwei musikalische Formen: Organum und Discantus. In der Ars Antiqua (12. und 13. Jahrhundert) gab es zwei bedeutende Schulen: die Schule von Paris und die Schule von Santiago. Innerhalb der Schule von Paris wirkten Perotin und Leonin.
Drei neue polyphone Systeme erschienen:
- Klauseln: Wenn sich beide Stimmen in einem Rhythmus bewegen.
- Conductus: Der Komponist erfindet den Gesang selbst.
- Motette: Besteht aus zwei oder drei Stimmen. Die Stimmen der Motette sind: Tenor, Motetus und Triplum.
Ars Nova im 14. Jahrhundert
Vom 14. Jahrhundert bis zur Renaissance. Einer der bedeutendsten Komponisten ist Guillaume de Machaut, der Werke wie die Messe de Nostre Dame sowie profane Balladen komponierte. In Spanien enthält das Llibre Vermell de Montserrat verschiedene Lieder der Pilger auf ihrem Weg nach Montserrat.
Instrumentalmusik der Renaissance
Die Instrumentalmusik der Renaissance wird in vier Klassen eingeteilt:
- Von Vokalmusik abgeleitete Kompositionen: Lieder, Madrigale und Motetten, die für Instrumente angepasst wurden (z. B. Canzone oder Ricercare). Vertreter: Merulo, Gabrieli.
- Tanzmusik: Musik, die von Volkstänzen abstammt, oft in Paaren wie Pavane und Galliarde.
- Formen der Improvisation: Basierend auf der Praxis der Improvisation über eine Melodie (z. B. Fantasie, Toccata).
- Variationen: Technische Varianten, bei denen Melodie, Harmonie oder Rhythmus in jeder Variation geändert werden (z. B. Antonio de Cabezón).
Im 16. Jahrhundert entwickelte sich eine eigenständige Instrumentalmusik. Es wurden Instrumente wie die Orgel, das Cembalo oder die Laute verwendet. Das Instrumentalensemble wurde besonders in der Schule von Venedig entwickelt.
Religiöse Polyphonie
Das Konzil von Trient forderte für die religiöse Musik: mehr Klarheit der Polyphonie im Text und den Ausschluss des Profanen. Die sakralen Genres wurden aus der mittelalterlichen Musik übernommen (Messe, Motette, Hymnen).
Die Schulen dieser Periode
- Franko-flämische Schule: (Belgien, Niederlande, Nordfrankreich). Guillaume Dufay kultivierte die Motette (Abkehr von der Polytextualität, Komposition für 4 Stimmen) und zyklische Messen. Obrecht und Josquin des Prez schufen Musik mit einheitlichen Rhythmen und einfachen Melodien.
- Italienische Schule: Palestrina ist der maximale Vertreter der Römischen Schule. Seine Musik ist voller Religiosität und klarer Polyphonie (z. B. Missa Papae Marcelli). Die Venezianische Schule entwickelte ihren eigenen Stil.
- Englische Schule: Im 15. Jahrhundert lag das Gewicht auf sakraler Musik. Nach der Trennung von der katholischen Kirche unter Heinrich VIII. ersetzte Englisch das Lateinische.
- Französische Schule: 1519 führte Calvin Reformen ein und stimmte Melodien in der Volkssprache zu (Psalter).
- Spanische Schule: Folgt den Regeln des Konzils von Trient. Juan del Encina sticht mit religiöser und weltlicher Musik hervor. Tomás Luis de Vitoria blieb den Texten treu und nutzte Dissonanzen.
- Deutsche Schule: Verbunden mit der protestantischen Religion durch Luther. Rhythmisch, in Deutsch gesungen, mit einfacher Melodie.
Profane Polyphonie: Das Madrigal
Wichtige Formen sind die Frottola und das Madrigal. Das Madrigal ist die wichtigste musikalische Form der Renaissance: eine polyphone Form mit beschreibendem Charakter zum Ausdruck menschlicher Gefühle. Es ist profan, für vier oder fünf Stimmen geschrieben und wird meist a cappella in höfischer Umgebung gesungen.
Eigenschaften und Phasen des Madrigals
- Eigenschaften: Anspruchsvolle musikalische Sprache, Verwendung von Chromatik, komplexe Polyphonie und Kontrapunkt.
- Frühes Madrigal (1530–1550): Vierstimmig, homophon und polyphon.
- Klassisches Madrigal (1550–1580): Ausdrucksstarker Bezug zum Text, fünfstimmig.
- Spätes Madrigal (1580–1620): Intensive Textinterpretation.
Chanson: Hauptgenre in Frankreich, für vier Stimmen. Im 16. Jahrhundert beeinflusste das Madrigal die französische Chanson. Sie wurde auch in Flandern und den Niederlanden nachgeahmt.
Villancico (Carol): Eine populäre Form in Spanien mit bäuerlichem Ursprung, die eine Chorform mit verschiedenen Varianten kombiniert.