Geschichte der Psychologie und modernen Pathologie

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1. Psychologische Psychologie

Die Psychologie als Wissenschaft existiert seit etwas mehr als einem Jahrhundert, doch das Problem der Beziehung zwischen psychischen Ereignissen und Zuständen von Gesundheit und Krankheit ist allgegenwärtig. Aus philosophischer Sicht boten wissenschaftliche Denker Lösungen für dieses Problem an.

Aristoteles und die mittelalterliche Scholastik postulierten die Existenz eines höheren Wesens, das für das Verständnis und den Willen zuständig ist, sowie eines minderwertigen oder abhängigen Teils, der von materiellen Nervenfunktionen und dem emotionalen Bereich abhängt. Später, im 17. Jahrhundert, unterschied Descartes zwei Realitäten im Menschen (cartesianischer Dualismus): Geist und Materie. Dieser psychosomatische Dualismus behinderte die Entwicklung der Psychologie.

2. Die wissenschaftliche Psychologie

Wir unterscheiden verschiedene Phasen der Entwicklung:

  • Anfänge: Psychophysik und Psychophysiologie.
  • Etablierung: Psychoanalyse, Behaviorismus und kognitive Verhaltenstherapie.

2.1. Die Anfänge

Mitte des 19. Jahrhunderts begann die Psychologie als eine Beziehung zwischen einer Vielzahl von Reizen und psychologischen Reaktionen der unteren Ebenen (sinnlicher Charakter). Die Bewegungen hierbei sind die Psychophysik und die Psychophysiologie. Die Psychophysik untersucht die Beziehung zwischen externen Reizen und der Intensität der Empfindungen. Die Psychophysiologie erforscht die Beziehung zwischen inneren Reizen und der Stärke der sensoperzeptiven Reaktion.

2.2. Etablierung

Sowohl Psychophysik als auch Psychophysiologie beziehen sich auf geistige Werte der unteren Ebene. Ab dem 20. Jahrhundert begann man jedoch, das Höhere oder Tiefere, also das Unbewusste, zu untersuchen. Es gibt zwei Hauptbewegungen:

  • Psychoanalyse: Von Freud als Studie des Unbewussten durch Traumdeutung, freie Assoziation und Interpretation von Fehlern eingeleitet. Freud postuliert drei psychische Instanzen: das Über-Ich (Regeln), das Es (Impulse, Triebe) und das Ich (das streitende Schlachtfeld zwischen Über-Ich und Es). Die von Freud vorgeschlagene Therapie zielt darauf ab, das unbewusste Trauma aufzudecken, damit die Person ihrer pathogenen Kapazität entgegenwirken kann.
  • Behaviorismus und kognitive Verhaltenstherapie: Diese Theorie beinhaltet die Theorie der bedingten Reflexe von Pawlow (der neutrale Reiz der Glocke wird zu einem bedingten Reiz für die Fleischproduktion). Der Begriff Behaviorismus wurde von J. Watson geprägt, der die Verhaltensanalyse als Methode der Psychologie etablierte. In der kognitiven Verhaltenstherapie gibt es drei Momente der psychologischen Reaktion: kognitiv (Interpretation eines Ereignisses), emotional (die Emotion aus der Interpretation) und das Verhalten (das aus der Emotion resultiert). Die Therapie zielt darauf ab, die Interpretation zu verändern, um Emotionen und somit das Verhalten zu korrigieren.

3. Moderne Pathologie

Die moderne Pathologie entstand aus frühen Entwicklungsversuchen wie der Iatrophysik, Iatrochemie und Lebensphilosophie, die später zur klinischen Pathologie mit der klinischen Empirie von Sydenham und der Pathologie von Boerhaave führten.

3.1. Die Anfänge: Die Krise von Galen

Die moderne Pathologie basiert auf zwei Faktoren: der Überarbeitung alter Texte und neuen Gewohnheiten in der medizinischen Praxis. Die Überarbeitung umfasste die Übersetzung griechischer Originalwerke. Neue Gewohnheiten beinhalten die Entstehung der modernen Krankengeschichte. Während im Mittelalter das Consilium nur als Lehrbeispiel diente, wird die moderne Geschichte als Observatio konzipiert – die Erhebung von Daten, unabhängig von der Lehre. Zudem begann die anatomisch-pathologische Autopsie und der klinische Unterricht am Krankenbett.

3.2. Entwicklung der modernen Pathologie

a) Frühe Versuche: Paracelsus kritisierte im 15. und 16. Jahrhundert die Texte von Galen und führte eine alchemistische Medizin ein. Er definierte drei Grundsubstanzen: Quecksilber (Volatilität), Schwefel (Brennstoff) und Salz (Feuerresistenz). Krankheiten wurden durch funktionelle Veränderungen dieser Substanzen verursacht.

b) Moderne pathologische Systeme:

  • Iatrophysik: Definiert den Körper als komplexe Maschine aus Fasern und Röhrchen. Krankheit ist eine Störung der Fasern oder Blockierung von Flüssigkeiten.
  • Iatrochemie: Definiert den Körper als chemisches Laboratorium. Krankheit entsteht durch eine Veränderung der Fermentationen.
  • Vitalismus (Brownianismus): Entstand im 18. Jahrhundert und lehnt die Reduktion des Menschen auf eine Maschine ab. Die Lebenskraft manifestiert sich in der Erregbarkeit. Gesundheit ist das Gleichgewicht zwischen Stimulation und Erregung; Krankheit ist ein Ungleichgewicht, definiert als Sthenie (Überstimulation) oder Asthenie (schwacher Reiz).

c) Moderne klinische Pathologie: Sydenham und Boerhaave sind die Hauptfiguren. Sydenham entwickelte im 17. Jahrhundert in seinem Buch Observationes medicae eine noseographische Methode, um Krankheiten detailliert und unabhängig von theoretischen Hypothesen zu beschreiben. Boerhaave ergänzte dies im 18. Jahrhundert durch klinische Ausbildung und Sektionen (post mortem).

4. Pharmakologie

  • Alte Pharmakologie: Verwendung von Medikamenten natürlichen Ursprungs. Die Technik war allopathisch (Heilung durch Gegensätze).
  • Mittelalterliche Pharmakologie: Einbeziehung afrikanischer und asiatischer Heilmittel sowie Differenzierung in Pharmazeutische Biologie, Pharmakologie und Apothekenwesen.
  • Moderne Pharmakologie: Ankunft von Waren aus Ost- und Westindien sowie Einführung mineralischer Heilmittel (Paracelsus) und Bedeutung des Labors.
  • Wissenschaftliche und experimentelle Pharmakologie: Entdeckung therapeutisch aktiver chemischer Bestandteile (Alkaloide, Glykoside) und Entstehung der Pharmakologie an Versuchstieren. Es entwickelte sich die synthetische Chemotherapie zur Regulierung funktioneller Störungen und zur gezielten Vernichtung von Erregern (Koch).

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