Die Geschichte der RAF: Entstehung, Terror und Auflösung
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Die Entstehung der Roten Armee Fraktion (RAF)
Im Zuge einer Radikalisierung entstanden aus einem kleinen Teil der linken Protestbewegung terroristische Gruppen. Die bekannteste Gruppe ist die Rote Armee Fraktion (RAF). Ziel der RAF war es, das System der BRD zu ändern bzw. zu beseitigen. Dieses System galt den Mitgliedern als neofaschistisch, kapitalistisch und imperialistisch.
Die Mitglieder der RAF wurden zum Teil in palästinensischen Lagern militärisch ausgebildet. Sie unterhielten Kontakte zu anderen terroristischen Gruppen im Ausland und erhielten Unterstützung aus der DDR. Die Hauptbeteiligten in der Gründungsphase waren Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Ulrike Meinhof. Die „Baader-Meinhof-Gruppe“ war für verschiedene Banküberfälle, die notwendiges Kapital erzielen sollten, sowie für zahlreiche Attentate verantwortlich.
Staatliche Reaktionen und der Radikalenerlass
Nach einer großangelegten Fahndungsaktion konnte die Gruppe gefasst werden, jedoch gab es viele Sympathisanten, die eine zweite Generation der RAF bildeten. Als Reaktion auf den Terrorismus billigte der Bundestag drei Gesetze, die die Verfassung in Aspekten der inneren Sicherheit, des Strafrechts, des Strafprozessrechts, der Anwaltsordnung und des Strafvollzugs verschärften.
In diesem Zusammenhang wurde ebenfalls der sogenannte Extremistenbeschluss (Radikalenerlass) eingeführt, welcher eine Überprüfung der politischen Gesinnung für Bewerber im öffentlichen Dienst ermöglichte. Bei einer negativen Auffälligkeit kam es zur Ablehnung der Bewerber. Dies wurde von vielen als Berufsverbot interpretiert und stieß auf heftige Kritik.
Der Deutsche Herbst 1977
Die RAF versuchte in den Jahren nach der Verhaftung der ersten Generation, diese durch verschiedene Aktionen freizupressen. Die Bundesregierung wurde durch Entführungen und Ermordungen unter Druck gesetzt, blieb jedoch trotz des „Deutschen Herbstes“ im Jahr 1977 bei ihrer Position und verhandelte nicht.
- April: Entführung und Ermordung des Generalbundesanwalts Siegfried Buback.
- Juli: Entführung und Ermordung des Bankiers Jürgen Ponto.
- September: Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer; seine Bodyguards wurden ermordet, später auch Schleyer selbst.
Eine palästinensische Terrorgruppe entführte zudem ein Passagierflugzeug nach Mogadischu (Somalia) und forderte in Unterstützung der RAF die Freilassung der Baader-Meinhof-Gruppe. Die Regierung entschloss sich, die Entführung gewaltsam zu beenden und befreite die Geiseln. Nachdem Baader, Ensslin und Meinhof die Nachricht der gescheiterten Befreiung erhielten, begingen sie Suizid.
Das Ende der RAF
Der Terror der RAF setzte sich in einer dritten Generation fort. Es kam zu weiteren Entführungen und Morden, jedoch wurde 1992 verkündet, dass es keine gewaltsamen, terroristischen Aktionen mehr geben werde. Im Jahr 1998 verkündeten die übrig gebliebenen RAF-Mitglieder die offizielle Auflösung.