Geschichte Spaniens: Von der Kolonialzeit bis zum 20. Jh.
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T-11: Das Ende des spanischen Kolonialreichs
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts umfasste das spanische Kolonialreich noch Kuba, Puerto Rico, die Philippinen und einige Inseln im Pazifik. Die Wirtschaft Kubas und Puerto Ricos basierte auf der Landwirtschaft, insbesondere Zuckerrohr und Tabak. Die spanische Regierung reinvestierte jedoch kaum in die Entwicklung der Inseln, was zu ständigen Spannungen führte.
Konflikte und Aufstände
- Kuba: 1868 begann mit dem Volksaufstand von Manuel Céspedes der Kampf für die Abschaffung der Sklaverei und politische Autonomie. Nach zehn Jahren Krieg versprach General Martínez Campos eine größere Autonomie.
- Philippinen: Hier herrschte Spanien primär durch militärische Gewalt und den Einfluss religiöser Orden. José Rizal gründete die Liga Filipina mit dem Ziel der politischen Reformen.
1892 gründete José Martí die Kubanische Revolutionäre Partei. Die US-Regierung unter McKinley unterstützte ab 1897 die Unabhängigkeitsbestrebungen, was nach der Ermordung von Cánovas zum Ende der Konflikte führte.
T-8a: Liberale Desamortisationen
Die liberale Lehre sah das Eigentum als notwendige Voraussetzung für das Glück und die Freiheit des Einzelnen. Die Cortes von Cádiz (1812) beschlossen daher, die Besitztümer des Adels und der Kirche zu veräußern.
Wirtschaftliche Maßnahmen
- Desamortisation: Besonders der Verkauf von Kirchengütern war von großer Tragweite.
- Mendizábal (1836/37): Um die Staatsverschuldung während des Karlistenkrieges zu decken, wurden Kirchengüter verstaatlicht und verkauft.
- Folgen: Bis 1924 gingen 40 % der Landesfläche in private Hände über, was jedoch nicht zu einer gerechten Verteilung des Landes führte.
T-12: Spanien zu Beginn des 20. Jahrhunderts
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stand Spanien vor großen Problemen: soziale Ungleichheit, kulturelle Rückständigkeit, politische Korruption und eine durch die Niederlage in Kuba gedemütigte Armee.
Politische Krisen und Marokko
Unter Alfonso XIII. versuchte Antonio Maura Reformen, stieß jedoch auf Widerstand. Die Besetzung Marokkos sollte Rohstoffe sichern und das nationale Prestige wiederherstellen. Dies führte 1909 zur Semana Trágica (Tragische Woche) und zu massiven sozialen Unruhen. 1923 beendete Primo de Rivera durch einen Putsch die Verfassung.
T-4: Auswirkungen der Französischen Revolution
Die Französische Revolution von 1789 löste in Spanien Ängste aus. Unter Godoy versuchte man, durch Reformen im Bildungswesen und Steuererleichterungen die Macht der Gilden zu verringern. Nach der Hinrichtung von Ludwig XVI. (1793) geriet Spanien in den Krieg gegen Frankreich, was zu einer schweren Wirtschaftskrise und dem Defizit des Staates führte.
T-5: Der Unabhängigkeitskrieg (1808–1813)
Nach der Abdankung von Karl IV. und Ferdinand VII. erhob sich das Volk von Madrid am 2. Mai 1808 gegen die französischen Besatzer. Es folgte ein fünfjähriger Guerillakrieg. Währenddessen wurde 1812 in Cádiz die erste liberale Verfassung (La Pepa) verabschiedet, die Gewaltenteilung und Pressefreiheit festlegte.
T-6: Ferdinand VII. und die Unabhängigkeit Amerikas
Nach seiner Rückkehr 1814 hob Ferdinand VII. die Verfassung von 1812 auf und regierte absolutistisch. Dies befeuerte die Unabhängigkeitsbewegungen in den amerikanischen Kolonien, die sich gegen die Handelsbeschränkungen und die spanische Bürokratie auflehnten. Nach dem liberalen Triennium (1820–1823) und der Intervention durch den Herzog von Angoulême wurde die absolute Macht wiederhergestellt.
T-1: Herrschaft Philipps IV.
Im 17. Jahrhundert litt Spanien unter ständigen Kriegen, Epidemien und wirtschaftlichem Niedergang. Der Graf von Olivares versuchte, die Monarchie durch Reformen zu stärken, scheiterte jedoch an der Erschöpfung der Ressourcen. Der Westfälische Friede (1648) und der Pyrenäenfriede (1659) markierten den Verlust der europäischen Hegemonie.
T-2: Erbfolgekrieg und Zentralisierung
Nach dem Tod Karls II. (1700) entbrannte der Spanische Erbfolgekrieg. Mit dem Vertrag von Utrecht (1713) verlor Spanien Gebiete wie Gibraltar und Menorca. Philipp V. leitete daraufhin eine Zentralisierung ein, schaffte die Institutionen der Krone von Aragon ab und führte eine einheitliche Verwaltung ein.