Geschichte des spanischen Theaters: Mittelalter bis Barock
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Der Ursprung des spanischen Theaters
Mittelalterliches Drama
Das „Auto de los Reyes Magos“ (Das Spiel der Heiligen Drei Könige) ist der älteste dramatische Text in kastilischer Sprache. Es handelt sich um ein Fragment aus 147 polymetrischen Versen, die überwiegend aus Endekasyllaben (Elf-Silblern), Alexandrinern und Sieben-Silblern bestehen. Der Text ist in Kastilisch verfasst und enthält Monologe der drei Könige, deren Treffen, den Besuch bei Herodes sowie die Diskussion der Weisen.
In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts sticht Gómez Manrique hervor, ein Autor, der vor allem für seine geistlichen Werke bekannt ist.
Renaissance-Drama
In dieser Epoche gibt es verschiedene Strömungen:
- Religiöses Drama
- Italienisch beeinflusstes Theater (z. B. Bartolomé de Torres Naharro)
- Klassisches Theater
- Nationaltheater und Volkstheater
Theater im 17. Jahrhundert
Los Corrales de Comedias
In den barocken Corrales fanden die Aufführungen statt. Ursprünglich waren dies Innenhöfe zwischen Gebäuden. Die seitlichen Gebäude verfügten über ein Erdgeschoss und drei Etagen. Im Erdgeschoss gab es vergitterte Fenster; in der ersten und zweiten Etage befanden sich Logen, während die dritte Etage die Dachböden beherbergte.
Das Gebäude gegenüber der Bühne war vierstöckig: Unten befand sich der Eingang, im ersten Stock die Galerie, im zweiten der Balkon und im obersten Stockwerk die sogenannte „Cazuela“ (die Clique).
Hinter der Bühne befanden sich die Garderoben. Die meisten Zuschauer saßen auf Bänken, auf seitlichen Podesten (Tarimones) oder auf Stühlen im Innenhof, während ein Teil des Publikums die Vorstellung stehend verfolgte. Männer hielten sich im Hof oder auf den Dachböden auf, während Frauen in der Cazuela saßen. Die Logen waren für einflussreiche Personen und religiöse Versammlungen reserviert.
Die Nationalkomödie (Comedia Nacional)
Diese Form wurde maßgeblich von Lope de Vega begründet.
Merkmale der barocken Komödie
Mischung von Tragik und Komik: Lope rechtfertigt die Verbindung von tragischen und komischen Elementen damit, dass beide Aspekte auch im realen Leben nebeneinander existieren. So finden sich im spanischen Stil selbst in Tragödien komische Elemente.
Dramatische Einheiten: Die barocken Dramen halten sich nicht an die klassischen Einheiten von Zeit und Ort. Dramatiker nutzen häufig Szenen- und Zeitwechsel. Die Einheit der Handlung wird hingegen meist respektiert. In einigen Mantel-und-Degen-Komödien wurden Zeit und Ort jedoch enger gefasst, um die Intrige zu verdichten.
Gliederung des Dramas: Die Stücke wurden in drei Akte (Jornadas) unterteilt. Innerhalb der Akte wird zwischen verschiedenen Szenen unterschieden, wobei die Szenenwechsel oft durch metrische Änderungen (Polymetrie) definiert werden.
Sprache und Angemessenheit: Die Sprache wird dem Stand der jeweiligen Charaktere angepasst.
Arten von Dramen
Kurze Theaterstücke (Géneros menores)
Im Barockstil vervielfachten sich die kurzen dramatischen Stücke, die oft zwischen den Akten längerer Werke aufgeführt wurden. Zu diesen Subgenres gehören:
- Entremeses (Zwischenspiele)
- Loas (Lobreden)
- Bailes (Tänze)
- Romances (Balladen)
- Mojigangas (Maskeraden)
- Jácaras (volkstümliche Gesangsstücke)