Geschichte des Theaters: Von der Antike bis zum Mittelalter

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Ursprung des Theaters in der griechisch-römischen Welt

Die griechische Literatur ist die älteste überlebende und übte den größten Einfluss aus. Uns hat jedoch nur ein Zehntel ihrer Produktion erreicht, was wir den Gelehrten von Byzanz verdanken. Die Griechen schufen ein Theater, das sich nicht an die Eliten richtete, sondern an den Bürger, der Intelligenz, Phantasie und Leidenschaft forderte.

Die Tragödie

Das Wort Tragödie bezeichnete ursprünglich tragische und schreckliche Ereignisse. Aristoteles definierte sie als die Darstellung einer ernsten Handlung, die eine Katharsis auslöst. Der Ursprung dieser dramatischen Form ist mit der religiösen Welt (Dionysos-Kult) verbunden, die sich bis in das 7. und 8. Jahrhundert erstreckte. Der Chorgesang entwickelte sich vom Dithyrambus zur Choral-Hymne.

  • Themen: Neben Dionysos speisen Mythen die Tragödie, die existenzielle Fragen von Leben und Tod behandeln.
  • Elemente: Die Szene war auf wenige Autoren begrenzt, die Aufführungen dauerten meist nicht länger als eineinhalb Tage.
  • Bühne: Outdoor-Bühnen mit Masken für die Schauspieler.

Wichtige Autoren

  • Aischylos (525–456 v. Chr.): Erhöhte die Anzahl der Schauspieler auf zwei, reduzierte den Chor und legte Wert auf das gesprochene Wort (z. B. Orestie).
  • Sophokles (495–406 v. Chr.): Zeitgenosse des Perikles; er führte bemalte Dekorationen ein (z. B. Ödipus).
  • Euripides (480–406 v. Chr.): Beeinflusst durch die Sophisten, fokussierte er auf die psychologische Charakterisierung der Figuren (z. B. Elektra).

Die Komödie

Die Herkunft der Komödie ist eng mit phallischen Mythen, Zeugung und Fruchtbarkeit sowie dem Dionysos-Kult verknüpft. Der Chor greift aktiv ein, und die Handlung ist lebendig, vielfältig und oft unwirklich.

  • Elemente: Ähnlich wie in der Tragödie gibt es Einheiten von Ort und Zeit, jedoch mit der Absicht zu unterhalten und zum Lachen anzuregen.

Theater im Mittelalter

Im Mittelalter verschwand das Drama, wie es aus der griechisch-römischen Antike bekannt war. Das europäische Theater, wie es sich im 16. und 17. Jahrhundert entwickelte, hat seine Wurzeln in der religiösen Welt.

Formen des mittelalterlichen Theaters

  1. Gesänge: Einer der ersten Aufzeichnungen, bei denen Jongleure vor Publikum auftraten und Charakteren durch ihre Stimme Leben einhauchten.
  2. Studentische Kreise: Hier wurde die elegische Komödie gelesen, die pikante und unterhaltsame Situationen dramatisierte.
  3. Religiöses Theater: Hier finden wir Mysterienspiele und Moralitäten.

Religiöse und profane Darstellungen

  • Mysterienspiele (15. Jh.): Dramatisierungen biblischer Szenen, oft mit Weihnachts- oder Passionsmotiven.
  • Moralitäten (15. Jh.): Allegorische Darstellungen der Buße.
  • Profanes Theater: Fand seinen besten Ausdruck in der Farce, die im 13. Jahrhundert begann (z. B. Der Junge und der Blinde).
  • Totentänze: Aufgrund von Epidemien und Kriegen rückte der Tod in den Mittelpunkt. Er wurde als ausgleichende Macht dargestellt, die alle Stände vereint, und fand Eingang in die lyrische und satirische Dichtung.

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