Geschichte der Urbanisierung und Stadtentwicklung in Spanien

Eingeordnet in Geographie

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 2,84 KB

Urbanisierung im 19. und 20. Jahrhundert

Im Jahr 1833 gab die Provinzaufteilung durch Javier de Burgos einen entscheidenden Impuls für Städte, die als Provinzhauptstädte gewählt wurden. Diese Städte profitierten von der Ansiedlung von Verwaltungen und Dienstleistungen.

Das 19. Jahrhundert war zudem das Jahrhundert der Industrialisierung, die eine enorme Entwicklung der Urbanisierung in den Städten auslöste. Mitte des Jahrhunderts führte das Bevölkerungswachstum zum Abriss von Stadtmauern und zur Erweiterung der Bebauung.

Die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts setzten das Wachstum der Industriestädte fort, welches lediglich durch die Krise von 1929 und den darauffolgenden Bürgerkrieg verlangsamt wurde.

Das Städtewachstum erholte sich in den 1950er Jahren und beschleunigte sich in den folgenden Jahrzehnten, insbesondere durch die Einwanderung in große Metropolen wie Madrid, Barcelona und Bilbao.

Die Wirtschaftskrise ab 1973 beendete die großen internen Migrationsbewegungen und das schnelle Wachstum der Großstädte.

Ende der 1980er und in den 1990er Jahren zeigte sich, dass während einige Großstädte wie Madrid ihr Wachstum verlangsamten, einige südliche Städte ihr Wachstumsniveau beibehalten konnten.

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts lebten fast drei Viertel der spanischen Bevölkerung in Städten. Der Prozess der Zunahme der Stadtbevölkerung führte dazu, dass die Stadt ihre Grenzen sprengte und in das Umland übergriff. Dieses Phänomen der Verstädterung des ländlichen Raums ist als Rurbanisierung bekannt.

Heute finden wir in ländlichen Gemeinden in Stadtnähe vermehrt Erstwohnsitze, die ehemals als Zweitwohnsitze dienten, da diese nun eine grundlegende Infrastruktur und Dienstleistungen garantieren.

Modernes Wohnen und historische Stadtentwicklung

Während des 16. Jahrhunderts waren die wichtigsten Städte Sevilla, Granada und Valencia, gefolgt von Barcelona und Valladolid. Die Entscheidung unter der Herrschaft von Philipp II., Madrid zur Hauptstadt zu machen, hatte einen großen Einfluss auf die Stadtentwicklung. Dies bestimmte das künftige Rückgrat des Gebiets und führte zur Ausrichtung der Landverkehrsnetze auf die Hauptstadt, was ein radiales Straßennetz zur Folge hatte.

Das 17. Jahrhundert wirkte als Bremse für das städtische Wachstum, geprägt von Stagnation oder sogar Bevölkerungsverlusten in vielen Städten. Die größte Stadt blieb Madrid, gefolgt von Sevilla, Granada und Valencia, während Barcelona stagnierte.

Die Stadtentwicklung erholte sich im 18. Jahrhundert dank verbesserter wirtschaftlicher und demografischer Bedingungen, begünstigt durch den Reformismus der Monarchie, insbesondere unter Karl III. Madrid blieb die größte und bevölkerungsreichste Stadt, gefolgt von Barcelona und Sevilla.

Verwandte Einträge: