Geschlecht, Sexualität und soziale Ungleichheit
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Geschlecht, Sexualität und Ungleichheit
Sexualität erscheint uns als ein Bereich des komplexen menschlichen Verhaltens, der einen grundlegenden Wandel in modernen Gesellschaften vollzieht. Der Begriff „Sex“ ist mehrdeutig. Wie häufig verwendet, zeigt er die physischen und kulturellen Unterschiede zwischen Männern und Frauen (das „Männliche“ und „Weibliche“) sowie die sexuelle Handlung auf.
Biologie versus kulturelle Konstruktion
Es ist sinnvoll, zwischen Sex im physiologischen oder biologischen Sinne des Wortes und Geschlecht (Gender), einem kulturellen Konstrukt (eine Reihe erlernter Verhaltensweisen), zu unterscheiden. Einige Leute behaupten, dass die Verhaltensunterschiede zwischen den Geschlechtern genetisch bedingt sind.
Die geschlechtsspezifische Sozialisation beginnt, sobald das Baby geboren ist. Auch Eltern, die glauben, sie behandeln ihre Kinder genau gleich, neigen dazu, unterschiedlich auf Jungen und Mädchen zu reagieren. Diese Unterschiede werden durch viele andere kulturelle Einflüsse verstärkt.
Theorien der geschlechtlichen Identität
Die beiden wichtigsten Theorien über die Entwicklung der geschlechtlichen Identität sind die von Sigmund Freud (Ödipus-Komplex) und Nancy Chodorow:
- Freud: Das Vorhandensein oder Fehlen des Penis als Symbole für Männlichkeit und Weiblichkeit sind für die Identifizierung des Kindes mit dem Elternteil von entscheidender Bedeutung.
- Chodorow: Sie unterstreicht die Bedeutung der Mutter. Mädchen und Jungen identifizieren sich zunächst mit der Mutter, aber Jungen wenden sich ab, um ihre Männlichkeit zu bestätigen, während Mädchen länger an die Mutter gebunden bleiben.
Geschlecht als soziale Praxis
Das Geschlecht ist nicht gegeben. Es ist etwas, das wir alle in unserer täglichen Arbeit „praktizieren“ müssen. Die Erfahrungen von Transsexuellen, die sich einer medizinischen Behandlung unterziehen, um ihre körperlichen sexuellen Attribute zu ändern, zeigen, wie schwierig es ist, das Geschlecht zu wechseln.
Sexuelle Identität und gesellschaftliche Normen
Im Westen war das Christentum sehr wichtig bei der Gestaltung sexueller Einstellungen. In Gesellschaften, in denen sexuelle Codes starr sind, bestehen oft Heuchelei und Doppelmoral. Sexuelle Identität ist ein komplexes Thema. Einige Autoren haben darauf hingewiesen, dass es bis zu zehn verschiedene sexuelle Identitäten gibt, einschließlich Heterosexuelle, Homosexuelle, Bisexuelle und Transsexuelle. Es scheint, dass Homosexualität in allen Kulturen existiert, auch wenn das Konzept des „Homosexuellen“ eine relativ neue Idee ist.
Prostitution
Prostitution ist die Bereitstellung sexueller Gefälligkeiten als Gegenleistung für eine Zahlung. In modernen Gesellschaften gibt es verschiedene Arten von Prostitution, auch bei Männern und Kindern. Prostitution wird in einigen Ländern rechtlich von nationalen oder regionalen Regierungen akzeptiert, in den meisten Fällen agieren Prostituierte jedoch außerhalb des Gesetzes.