Geschlechtsspezifische Gewalt: Folgen, Mythen und Hilfe
Eingeordnet in Medizin & Gesundheit
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 6,09 KB
Psychologische Folgen und Symptome von Gewalt
Betroffene Frauen können Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung, depressive Gefühle, Ärger, ein geringes Selbstwertgefühl, Schuldgefühle und Groll entwickeln. Oft leiden sie unter körperlichen Beschwerden, sexueller Dysfunktion, Suchtverhalten und zwischenmenschlichen Schwierigkeiten. Diese Frauen haben häufig Schlafstörungen, erleben die Ereignisse wieder (Flashbacks), sind ständig wachsam, reizbar und leiden unter Konzentrationsschwierigkeiten. Darüber hinaus bewirkt ein hohes Maß an Angst gesundheitliche Probleme und psychosomatische Störungen.
Phasen des Missbrauchsprozesses
Marie-France Hirigoyen unterscheidet zwei Stufen dieses Prozesses: In der ersten Phase ist die Frau verwirrt und desorientiert. Sie gibt ihre eigene Identität auf und sieht den Angreifer in einem positiven Licht, um die Realität zu verleugnen. Die zweite Phase ist von langer Dauer; hier ist sie dem Angreifer unterworfen, der einen Großteil der Beziehung kontrolliert. Die Frauen durchlaufen einen anfänglichen Schock, fühlen sich verletzt, betrogen, beschämt, apathisch, müde und ohne Interesse.
Beratung, Bildung und Prävention
In vielen Fällen muss eingegriffen werden, damit Frauen nach Versuchen der Reflexion die gewalttätige Beziehung verlassen können. Beratung und Bildung konzentrieren sich auf die Folgen und häufigsten Fälle: Informationen über häusliche Gewalt, Ursachen, Entstehung und Mythen. Ziel ist es, Erregung und Angst zu reduzieren, die Autonomie zu fördern und verzerrte Vorstellungen über sich selbst zu ändern.
Die wichtigste Methode, um geschlechtsspezifische Gewalt zu beenden, sind Prävention und Aufklärung der neuen Generationen. Karl A. Menninger betonte die Bedeutung dessen, was wir Kindern und der Gesellschaft mitgeben. Es bedarf eines tiefgreifenden Wandels in der Sichtweise der Beziehungen zwischen Frauen und Männern sowie der Hinterfragung sozialer Rollen, Klischees und der Sprache. Diese Änderungen müssen von Erwachsenen effektiv an Kinder vermittelt werden.
Ressourcen in der Region Valencia
In der Comunidad Valenciana gibt es spezifische Ressourcen für Frauen, die Opfer von Gewalt wurden. Dazu gehören:
- Unterkünfte: Zufluchtsorte für Frauen in Notlagen zur Förderung der Autonomie und sozio-arbeitsmarktpolitischen Integration.
- Rechtsberatung: Juristische Unterstützung und Interessenvertretung.
- 24-Stunden-Zentren: Diese gewährleisten eine umfassende Betreuung für Opfer von Gewalt und Missbrauch.
- Gemeindeämter: Spezialisierte Versorgung und Schutz für Frauen, abgeleitet durch soziale Dienste.
- Zentrum „La Llar“: Fokus auf Pflege und soziale Entwicklung.
Alle diese Ressourcen sind in Übereinstimmung mit den geltenden Regeln und Gesetzen definiert.
Gewalt als soziales Problem
Es ist wichtig zu beachten, dass Gewalt gegen Frauen ein soziales Problem ist. Dies betrifft nicht nur die Sichtbarkeit, sondern erfordert ein neues Erklärungsmodell. Anstatt Gewalt als individuelles Problem oder Folge besonderer Umstände (wie sozioökonomischer Status oder Psychopathologie des Täters) zu analysieren, muss sie als Folge sozialer Beziehungen verstanden werden. Diese basieren auf Ungleichheit und einem veralteten Gesellschaftsvertrag, der Frauen unterdrückt. Es sind Maßnahmen auf gesellschaftlicher Ebene erforderlich: neue Gesetze, Änderungen an Bildungsprogrammen und ein neuer Gesellschaftsvertrag, um das Problem zu lösen.
Definitionen und Arten von Misshandlung
Die Beseitigung der Pandemie der Gewalt gegen Frauen ist die eigentliche Herausforderung dieses Jahrhunderts – bedeutender als jeder wissenschaftliche oder technologische Fortschritt. Wenn die Menschheit lernt, diese „Krankheit“ zu stoppen, wäre dies ein Wendepunkt in der Entwicklung vom Homo sapiens zum wahren Menschen.
Formen der Gewalt
- Häusliche Gewalt: Gewalt innerhalb des Hauses (Ehepartner, Kinder, Großeltern), sofern eine häusliche Gemeinschaft besteht.
- Gewalt gegen Frauen: Umfasst Partnermissbrauch, körperliche Angriffe, sexuelle Gewalt, Genitalverstümmelung und Kindestötung.
- Körperliche Gewalt: Objektiv wahrnehmbare Handlungen wie Stoßen, Beißen oder Schlagen. Sie ist am sichtbarsten und rechtlich am leichtesten zu verfolgen.
- Psychische Gewalt: Tritt oft zusammen mit anderen Formen auf. Sie umfasst Drohungen, Beleidigungen, Demütigungen und Manipulation, die zu Schuldgefühlen und Hilflosigkeit führen.
- Ökonomische Gewalt: Kontrolle über den Zugang zu Geld und Behinderung der Erwerbstätigkeit.
- Soziale Gewalt: Isolierung des Opfers durch Einschränkung sozialer und familiärer Kontakte.
- Sexuelle Gewalt: Physischer und psychischer Druck zur Erzwingung unerwünschter sexueller Handlungen; die Frau wird als Objekt behandelt.
Mythen und kognitive Verzerrungen
Verbreitete Mythen versuchen, Gewalt zu rechtfertigen, indem sie die Schuld auf persönliche Merkmale des Angreifers (Sucht, Krankheit), des Opfers (Masochismus) oder äußere Umstände (Stress, Eifersucht) schieben. Oft herrscht der falsche Glaube vor, Gewalt gäbe es nur in niedrigen sozio-kulturellen Schichten. Diese Rechtfertigungen dienen dazu, die Verantwortung des Täters und der Gesellschaft zu reduzieren.
Alejandro Dumas sagte einst: „Wie kommt es, dass so kluge Kinder so dumme Männer werden? Es muss das Ergebnis der Erziehung sein.“ Die psychologische Folge dieser Taten ist das sogenannte Misshandelte-Frau-Syndrom (nach Walker). Es ist eine Anpassung an eine aversive Situation, bei der die Fähigkeit zur Bewältigung negativer Reize erhöht und Schmerz minimiert wird, begleitet von kognitiven Verzerrungen.