Gesellschaft und Aufklärung im 18. Jahrhundert

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Die Gesellschaft des Alten Regimes

Im 18. Jahrhundert war die Gesellschaft in Stände gegliedert – geschlossene soziale Gruppen, denen man durch Geburt angehörte.

Die privilegierten Klassen

Sie besaßen das Land, zahlten keine Steuern und bekleideten öffentliche Ämter:

  • Klerus (2 % der Bevölkerung): Kontrollierte über 40 % des Grundbesitzes und verfügte durch Einkünfte aus der „toten Hand“ über große wirtschaftliche Macht. Ihre Aufgabe war die religiöse Erziehung.
  • Adel (5 % der Bevölkerung): Gehörte durch Geburt zum privilegierten Stand. Sie besaßen große Güter, hielten zahlreiche Herrschaften und verwalteten die Justiz, woraus sie erhebliche Erträge gewannen.

Die unterprivilegierten Stände

Dieser Stand umfasste den Rest der Bevölkerung, trug die wirtschaftliche Last des Staates und war von politischen Entscheidungen marginalisiert:

  • Bauernschaft: Die große Mehrheit der Bevölkerung. Sie waren an das herrschaftliche System gebunden, mussten den Großteil ihres Einkommens abgeben und lebten am Existenzminimum. Dazu zählten Tagelöhner und Pächter.
  • Stadtbevölkerung: Bestehend aus Bürgertum (Händler, Unternehmer), Handwerkern (Zünfte), Dienstleistern (Ärzte, etc.) und Randgruppen (Arme, Prostituierte).

Die Kultur des 18. Jahrhunderts: Die Aufklärung

Im Laufe des Jahrhunderts wurde das ökonomische, soziale und politische System des Alten Regimes von Denkern scharf kritisiert. In Spanien prägte dies die Regierungszeit von Carlos III. und den sogenannten aufgeklärten Absolutismus.

Prinzipien des aufklärerischen Denkens

Das grundlegende Merkmal ist das grenzenlose Vertrauen in die Vernunft. Die Aufklärer glaubten, dass der Mensch durch Intelligenz und Wissen Glück erlangen könne. Sie waren Anhänger von Bildung und Fortschritt.

  • Gesellschaft: Kritik an der ständebasierten Ordnung; Forderung nach Gleichheit und Freiheit.
  • Wirtschaft: Kritik an starren Strukturen; Forderung nach Handels- und Industriefreiheit.
  • Kirche: Kritik an Ignoranz und Vormachtstellung.
  • Politik: Forderung nach einem Vertrag zwischen Herrschern und Beherrschten zur Garantie von Grundrechten.

Die Aufklärer waren Reformer, keine Revolutionäre. Das Motto lautete: „Alles für das Volk, aber ohne das Volk.“

Reformen unter Carlos III.

Bedeutende Aufklärer wie Jovellanos, Campomanes und Olavide beeinflussten die Politik:

  • Landwirtschaft: Förderung der Besiedlung neuer Gebiete (z. B. Sierra Morena), Urbarmachung von Land und Versuche einer Bodenreform.
  • Bildung: Einführung der Schulpflicht, Reform der Hochschulen und Gründung von Kunst- und Gewerbeschulen.
  • Kirche: Stärkung der staatlichen Autorität gegenüber der Kirche (Regalismus) und Vertreibung der Jesuiten (1767).
  • Urbanismus: Modernisierung der Städte durch Minister Squillace (Reinigung, Beleuchtung).

Diese Reformen stießen oft auf Widerstand der privilegierten Klassen, was sich unter anderem im Esquilache-Aufstand von 1766 manifestierte.

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