Gesellschaft und Wirtschaft im 17. Jahrhundert: Ein Überblick
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1. Gesellschaft und Wirtschaft im 17. Jahrhundert
1.1. Die europäische Bevölkerung
Die Bevölkerung Europas stagnierte im Laufe des 17. Jahrhunderts nahezu. Das geringe Wachstum war auf eine hohe Sterblichkeitsrate zurückzuführen, die durch Epidemien – vor allem die Pest – sowie durch gravierende Nahrungsmittelknappheit verursacht wurde. Die Landwirtschaft wies eine geringe Produktivität auf, was regelmäßig zu Ernteausfällen und Hungersnöten führte.
Die Ständegesellschaft blieb bestehen und war in nicht privilegierte (Bauern, Arbeiter und Bürgerliche) sowie privilegierte Stände (Adel und Klerus) unterteilt. Dennoch festigte sich das Bürgertum als ein wohlhabender und einflussreicher Sektor. Während Europa in weiten Teilen eine traditionelle Gesellschaft blieb, die von der Macht und dem Reichtum des Adels geprägt war, entwickelten sich in anderen Regionen – insbesondere in protestantisch geprägten Gebieten – Handel und Industrie, was die Macht des Bürgertums stärkte.
Der Aufstieg des Kolonialhandels und der Produktion ermöglichte ein Wachstum des Bürgertums, das durch geschäftliche Aktivitäten immer größere Vermögen anhäufte. Sie erwarben Land und Arbeitsplätze und genossen die Gunst der Könige, denen sie gelegentlich Geld liehen.
1.2. Der Handel
Im 16. Jahrhundert wurden neue maritime Handelswege erschlossen:
- Die Route der Edelmetalle: Dominiert durch das spanische Weltreich, transportierte sie Gold und Silber aus Peru und Mexiko in die Karibik und von dort nach Sevilla.
- Die Gewürzroute: Von den Portugiesen kontrolliert, verlief sie von Malakka über Indien und entlang der afrikanischen Küste bis nach Lissabon.
Im 17. Jahrhundert bauten England und die Niederlande ihre Verbindungen über den Atlantik und den Indischen Ozean aus. Die Niederländische Ostindien-Kompanie wurde mit staatlicher Unterstützung gegründet. Auch die Engländer bildeten ähnliche Unternehmen und konkurrierten mit den Niederländern. England fasste in Indien Fuß, während die Niederlande Indonesien kontrollierten. Dies führte dazu, dass der Mittelmeerraum an Bedeutung verlor, während Häfen wie Sevilla, Lissabon, Antwerpen, Amsterdam und London aufstiegen.
1.3. Die staatlichen Manufakturen
Die Manufakturen entstanden, indem Händler Arbeiter in großen Werkstätten konzentrierten, um die Produktion zu steigern und die Preise durch günstigere Löhne zu senken. Die produzierten Waren gehörten dem Unternehmer, der sie frei auf dem Markt verkaufte.
In Frankreich unterstützte der Staat die Einrichtung von Manufakturen. Zur Zeit von Ludwig XIV. schuf dessen Minister Colbert die sogenannten königlichen Manufakturen.