Gesundheitspsychologie: Theorien und Verhaltensmodelle

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Rosenstock-Hypothese (Health Belief Model)

Eine Person führt gesundheitsrelevante Verhaltensweisen nur dann durch, wenn sie über eine minimale Motivation verfügt, gesundheitsrelevante Informationen besitzt, sich selbst als anfällig für eine bedrohliche Krankheit sieht, von der Wirksamkeit der Intervention überzeugt ist und die Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Gesundheitsverhaltens als überwindbar einschätzt.

Determinanten des Gesundheitsverhaltens

  • Wahrgenommene Bedrohung: Gesundheitswerte, Überzeugungen über die eigene Verwundbarkeit und die Schwere der Erkrankung.
  • Wirksamkeitserwartung: Überzeugungen über die Wirksamkeit spezifischer Maßnahmen zur Gefahrenreduktion sowie die Überzeugung, dass der Nutzen die Kosten überwiegt.

Verhaltensabsicht

Die Verhaltensabsicht setzt sich zusammen aus:

  • Einstellungen zu spezifischen Maßnahmen: Überzeugungen über das Ergebnis der Durchführung und Bewertung der Folgen des Verhaltens.
  • Subjektive Normen: Normative Überzeugungen und die Motivation, diesen zu entsprechen.

Theory of Planned Behaviour

Diese Theorie umfasst Einstellungen, subjektive Normen und die wahrgenommene Verhaltenskontrolle – also die Erwartungen einer Person bezüglich ihrer Fähigkeiten und Ressourcen, ein Verhalten erfolgreich auszuführen. Eine Verhaltensänderung ist wahrscheinlich, wenn die Person ihre Gesundheit positiv bewertet, ein günstiges Umfeld vorfindet und über ausreichende Kapazitäten verfügt, um Schwierigkeiten zu überwinden.

Individuelle Unterschiede in Gesundheitsgewohnheiten

Studien zeigen Unterschiede in der Informationsverarbeitung und Bewältigungsstrategien:

  • Internal orientierte Personen: Suchen aktiv nach Informationen, nutzen problemorientierte Bewältigungsstrategien und engagieren sich stärker in präventiven Maßnahmen.
  • Extern orientierte Personen: Nutzen eher emotionsfokussierte Strategien.

Im Kontext der Prävention: Internalität korreliert positiv mit präventivem Verhalten. So zeigten beispielsweise Herzinfarktpatienten mit hoher Internalität eine bessere Kooperation und weniger depressive Symptome.

Bias in der Risikowahrnehmung

  1. Informations-Bias: Analyse der Situation durch Hervorhebung positiver Effekte im Vergleich zu anderen, denen es schlechter geht.
  2. Motivationaler Bias: Versuch zur Erhaltung des Selbstwertgefühls und der Kompetenzüberzeugung, um negative emotionale Folgen durch das Eingeständnis von Risiken zu vermeiden.
  3. Unterschätzung der persönlichen Verwundbarkeit: Diese ist besonders ausgeprägt, wenn die Situation als kontrollierbar wahrgenommen wird oder das Verhalten bereits lange praktiziert wird (Behavioral Experience).

Die Umsetzung der Absicht

Dies erfordert eine detaillierte Planung der Umstände, unter denen das Verhalten ausgeführt wird (Wie, wann, wo, wie lange etc.).

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