Gleichgewichtstraining in der Grundschule: Ein Leitfaden
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Begründung: Die Bedeutung der Balance
Balance bedeutet mehr als nur die Regulierung des Muskeltonus für die motorische Organisation. Sie basiert auf der Aufrechterhaltung der Nervenzentren, welche die Entwicklung maßgeblich beeinflussen. Wir unterscheiden zwischen dem statischen Gleichgewicht (Körperhaltung und Erhaltung der Position) und dem dynamischen Gleichgewicht (Bewegung der Körpermasse). Um uns zu bewegen, müssen wir unsere Muskeln gezielt aktivieren.
Diese Lehreinheit ist für die 1. Ebene des zweiten Jahres der Grundschule (Kinder im Alter von 8 und 9 Jahren) konzipiert. In diesem Alter beginnen Schüler, Situationen des statischen und dynamischen Gleichgewichts durch körperliche Anpassungen an verschiedene motorische Herausforderungen zu meistern. Die Entwicklung dieser Einheit orientiert sich an der psycho-evolutiven Entwicklung der Schüler, wie sie im Lehrplan der Autonomen Gemeinschaft der Kanarischen Inseln (LOGSE) festgelegt ist.
Kernkompetenzen im Unterricht
Die Vermittlung dieser Einheit fokussiert sich auf folgende Kernkompetenzen:
- G) Lernen zu lernen: Wir möchten, dass die Schüler lernen, eigenständig zu arbeiten und die geplanten Aktivitäten kooperativ fortzusetzen.
- H) Persönliche Autonomie und Initiative: Wir fördern ein gewisses Maß an Autonomie, Kreativität und Selbstkontrolle bei der Umsetzung der Aufgaben.
Lernziele der Unterrichtseinheit
- Bestimmung der Grundgedanken von statischem und dynamischem Gleichgewicht.
- Kennenlernen der verschiedenen Arten des Gleichgewichts und deren Anwendung.
- Entdeckung der Bedeutung der Balance für die körperliche Aktivität.
- Globale Entwicklung des statischen und dynamischen Gleichgewichts in spielerischen motorischen Situationen.
- Verbesserung der Fähigkeit, einfache Gleichgewichtssituationen mit und ohne Objekte zu lösen.
- Förderung sozialer Beziehungen und Freude am Spiel, unabhängig vom Ergebnis.
- Respekt vor der körperlichen Realität und den Fähigkeiten der Mitschüler sowie Stärkung des eigenen Selbstvertrauens.
Inhalte: Konzepte, Verfahren und Einstellungen
Konzepte
Grundbegriffe des statischen und dynamischen Gleichgewichts. Situationen von Gleichgewicht und Ungleichgewicht in Abhängigkeit von Unterstützungsbasis und Erhöhung. Notwendigkeit und Nutzen des Gleichgewichts.
Verfahren
Experimentieren mit Gleichgewichts- und Ungleichgewichtssituationen, die komplexer als die normale Unterstützungsbasis sind. Internalisierung und Körperbeherrschung in Bezug auf die Haltung. Anwendung des Gleichgewichts in verschiedenen Situationen und Umsetzungsmöglichkeiten.
Einstellungen (Attitudes)
Sicherheit und Vertrauen bei der Durchführung der Aktivitäten. Bewusstsein für die Bedeutung des Gleichgewichts als notwendige Fähigkeit zur Kontrolle einer guten Körperhaltung. Bewertung der Notwendigkeit von Balance in der Aktivität.
Methodische Orientierungen
Die Methodik stellt eine angemessene Herausforderung für die Reife der Kinder dar. Wir legen großen Wert auf Spiele, da der spielerische Aspekt eine zentrale Rolle im Lehr-Lern-Prozess spielt. Die Methodik ist motivierend, flexibel und passt sich der Lerngeschwindigkeit jedes Einzelnen an.
Wartezeiten, wie sie oft bei Staffelspielen vorkommen, werden vermieden, indem in kleinen Gruppen gearbeitet wird. Wir nutzen partizipative Strategien, um die Schüler in einer spielerischen Atmosphäre zu involvieren. Teamwork, Freundschaft und Zusammenarbeit stehen im Vordergrund. Wir vermeiden starre Modelle und fördern die Kreativität, wobei die Kinder die Protagonisten ihres eigenen Handelns sind.
Während der Sitzungen wird eine partizipative Erziehung angestrebt, in der gegenseitiges Feedback zwischen Schülern und Lehrern stattfindet. Die Organisation erfolgt in kleinen Gruppen, Paaren oder individuell. Wir fördern die sozio-emotionale Interaktion für eine bessere zwischenmenschliche Kommunikation.
Bewertungskriterien
- Erfüllung der markierten Aufgaben.
- Motivation bei der Durchführung.
- Wertschätzung des individuellen Aufwands jedes Schülers.
- Kenntnis der verschiedenen Gleichgewichtsarten in der Anwendung.
- Zusammenarbeit in Paaren oder Gruppen.
- Ausführung der Übungen auf einem angemessenen motorischen Niveau.
Lehrplangestaltung und Inklusion
In der Gruppe befindet sich ein Kind, das einen Schlaganfall erlitt, was zu Beeinträchtigungen in der unteren Körperhälfte (insbesondere im linken Fuß) führte. Da das Kind gehen kann und keine erheblichen Einschränkungen der Hand vorliegen, sind keine massiven curricularen Änderungen nötig. Wir nutzen dieselben Kriterien für die Intervention und passen die Basis oder Unterstützung je nach Aktivität an. Ziel ist die vollständige Integration in die Klassengemeinschaft. Spezifische Anpassungen werden am Ende jeder Aktivität reflektiert.
Unterrichtsstunde: Dynamisches Gleichgewicht
Session Nr.: 1 | Jahrgang: 3. Primarstufe
Ziele: Verbesserung der Fähigkeit, einfache statische und dynamische Gleichgewichtssituationen mit/ohne Objekte zu lösen. Stärkung des Vertrauens in die eigenen physischen Möglichkeiten.
Inhalt: Dynamisches und statisches Gleichgewicht, Körperkontrolle.
Material: Bänke, Matten, Reifen, Schaumstoffblöcke.
Einleitung und Aufwärmen
- "Säule ohne Linien": Die Gruppe versucht, Fängern zu entkommen. Sicherheit bietet das Stehen auf den Linien des Spielfelds. Alternative: Einbeiniger Stand.
- "Pulso Gitano": Paare stehen sich gegenüber, fassen sich an der rechten Hand und versuchen durch Drücken, den Partner dazu zu bringen, den rechten Fuß von der Linie zu bewegen.
Hauptaktivitäten
Aktivität 1: "Kampf der Piraten"
Beschreibung: Paare stehen auf Turnbänken und versuchen, sich gegenseitig durch sanftes Schieben an den Schultern aus dem Gleichgewicht zu bringen.
Lehrerbewertung: Versuchen sie, das Gleichgewicht zu halten? Nutzen sie nur die Schultern?
Schülerbewertung: War es schwierig, auf der Bank zu bleiben? Wie kann man die Balance verbessern?
Interventionskriterien (Hemiplegie): Gleichberechtigte Teilnahme, Fokus auf die nicht gelähmte Körperseite.
Aktivität 2: "Paar-Fangen"
Beschreibung: Ein Fangspiel, bei dem man nur sicher ist, wenn man sich auf die Zehenspitzen stellt und den Partner hält.
Lehrerbewertung: Halten sie das Gleichgewicht? Werden die Regeln eingehalten?
Schülerbewertung: Was macht es einfacher, mit dem Partner im Gleichgewicht zu bleiben?
Interventionskriterien (Hemiplegie): Das Kind arbeitet mit einer Standard-Einstellung, kann sich aber bei Bedarf am Partner abstützen.
Ausklang: Zur Ruhe kommen
Jeder Schüler balanciert ein Stück Schaumstoff auf dem Kopf und bewegt sich durch einen Hindernisparcours. Danach gemeinsames Aufräumen, Entspannungsübungen, Atmung und Dehnung der großen Muskelgruppen.
Gesamtzeit: 50 Minuten