Globalisierung: Wirtschaft, Ungleichheit und Geopolitik

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Wirtschaftliche Globalisierung und ihre Ungleichgewichte

Die wirtschaftliche Globalisierung bedeutet nicht, dass alle Länder unter den gleichen Bedingungen teilnehmen. Dies führt zu einer Serie globaler Ungleichgewichte. Die Weltwirtschaft ist zunehmend um mehrere Entscheidungszentren in den USA, der EU und Japan aufgebaut. In diesen Zentren konzentrieren sich die wichtigsten Unternehmen, die Sitze der großen Banken sowie die bedeutendsten Börsen der Welt, welche große Kapital- und Informationsströme zentralisieren.

Darüber hinaus müssen Produzenten in weniger entwickelten Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika ihre Produkte oft an entwickelte Länder verkaufen, ohne Einfluss auf die Preise ausüben zu können. Die Preise für die von ihnen produzierten Waren werden an den großen Börsen in New York, Tokio und Frankfurt festgesetzt.

Die soziale und kulturelle Globalisierung

Die Globalisierung verursacht große wirtschaftliche, soziale und kulturelle Veränderungen:

  • 1. Im Familienleben: Durch die Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt entstehen neue Familienmodelle, insbesondere bei Alleinerziehenden, sowie eine Verzögerung des Zeitpunktes der Mutterschaft.
  • 2. Erhöhter und uniformer Konsum: Weltweit finden sich in Einkaufszentren die gleichen Arten von Produkten. Zudem erreichen Mode, Filme, Musik und Sport Millionen von Menschen, was oft zu einer Bindung an dieselben kulturellen Stereotypen führt.
  • 3. Globalisierung des Arbeitsmarktes: Diese wird besonders durch die internationalen Migrationsbewegungen deutlich.
  • 4. Entstehung eines globalen Bewusstseins: Viele Menschen weltweit sorgen sich um gemeinsame Probleme wie die Nachhaltigkeit des Planeten und die globale Ungleichheit.

Ungleichheiten in der Welt

Der ungleiche Handel

Obwohl die Globalisierung ein weltweiter Trend ist, wird sie klar vom kapitalistischen System dominiert. Verschiedene Regionen der Welt haben sich auf die Herstellung bestimmter Produkte mit unterschiedlichem technologischem Niveau spezialisiert. Die Länder des Nordens (Nordamerika, EU, Japan) verfügen über die Produktionsmittel und teure Hochtechnologien. Zudem entscheiden multinationale Unternehmen oft über die Preise der Produkte.

Auf der anderen Seite stehen die Peripherieländer. Diese sind meist landwirtschaftliche Erzeuger von unverarbeiteten Rohstoffen mit begrenzter industrieller Entwicklung. Diese Länder müssen Waren verkaufen, die wenig Technik erfordern, und können keinen Einfluss auf den Marktpreis nehmen. Folglich entsteht ein ungleicher Austausch zwischen Nord und Süd, der durch protektionistische Maßnahmen in den reichen Märkten noch verschärft wird.

Die Auslandsverschuldung

Aufgrund fehlender wirtschaftlicher Ressourcen müssen arme Länder Kredite bei reichen Ländern aufnehmen, um notwendige Güter zu kaufen. Diese Kredite müssen mit entsprechenden Zinsen zurückgezahlt werden, wodurch die Schuldenlast stetig wächst. Diese Schulden, zusammen mit der Korruption vieler Regierungen und dem Scheitern ihrer Wirtschaftspolitik, erschweren die wirtschaftliche und soziale Entwicklung erheblich. Oft übersteigen die Zinszahlungen die Kredite, die sie für ihre Entwicklung erhalten. Aktuell wird über einen Schuldenerlass für arme Länder diskutiert.

Der Faire Handel

Dies ist eine Alternative zum traditionellen Handelsgeschäft. Das Hauptziel ist es, sicherzustellen, dass Produzenten in armen Ländern für ihre Arbeit angemessen kompensiert werden. Dies wird durch den Direktvertrieb von landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Kunsthandwerk erreicht, die meist in Genossenschaften organisiert sind. Dabei wird das Eingreifen von Zwischenhändlern und großen multinationalen Unternehmen, die sonst Preise und Vertriebswege diktieren, minimiert.

Der Fair Trade versucht zudem, die Umwelt und die Rechte des Einzelnen zu respektieren. Ein wichtiges Ziel ist die Bekämpfung der Ausbeutung von Kindern. Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, dass Arbeitsverbote für Kinder Familien oft wichtiger Einkommen berauben, auf die sie angewiesen sind.

Geopolitik in einer instabilen Welt

Definition der Geopolitik

Geopolitik ist ein Teil der Geographie, der die Aktionen und Strategien der Macht (Staaten, internationale Organisationen oder andere Machtformen) im geografischen Raum untersucht.

Die geografische Lage

Das Ende der Konfrontation zwischen den USA und der Sowjetunion (Kalter Krieg) durch den Zerfall des Ostblocks in den 90er Jahren wich einer Welt, die von Vielfalt, Komplexität und Instabilität geprägt ist. In dieser Welt agieren:

  • 1. USA: Die USA gelten als die erste weltweite wirtschaftliche und militärische Macht. Ihre Politik ist durch Interventionismus geprägt, vor allem im Nahen Osten (Erdölregion) und im pazifischen Raum aufgrund wirtschaftlicher Allianzen.
  • 2. Die EU und Japan/Südkorea: Diese Regionen haben eine große wirtschaftliche Bedeutung, jedoch wenig politischen und militärischen Einfluss. Sie pflegen enge Allianzen mit den USA und bemühen sich um gute Beziehungen zu Energielieferanten.
  • 3. China und Indien: Diese beiden Länder haben eine wachsende Bedeutung, da sie zwei große Staaten sind, in

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